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Illertissen

28.02.2019

Diese Pläne hat die Kommune für den Illertisser Süden

Südlich von Illertissen soll ein neues Baugebiet entstehen. Im Stadtrat wurde nun ein Entwicklungskonzept für diese Fläche vorgestellt. Ein landwirtschaftliches Anwesen steht den Plänen der Stadt bisher im Weg.
Bild: Dominik Stenzel

Die umstrittene Fläche südlich der Franz-Mang-Straße war einmal mehr Thema im Stadtrat. Das Gremium hat nun konkrete Pläne, wie es dort weitergehen soll.

Die Stadt Illertissen wächst. Auch in Richtung Süden soll sie sich weiter ausdehnen. Ein Münchner Investor hatte dafür bereits seine Ideen vorgeschlagen. Im Stadtrat wurde nun ein Entwicklungskonzept vorgestellt, das zeigt, wie genau das neue Wohngebiet aussehen soll.

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Im neuen Wohngebiet ist für jeden was dabei

Irgendwann sollen auf der Fläche zwischen der Memminger Straße und dem Jedesheimer Kirchenweg Wohngebiete entstehen, inklusive Spielplätzen, Parks und einem neuen Kindergarten. Laut Stadtplaner Florian Schilling sieht das Entwicklungskonzept eine durchmischte Bebauung vor, im Innenbereich des Gebiets kleinteiliger, außen etwas gröbere, größere Gebäude, die auch als Lärmschutz fungieren. Geplant ist, dass es in dem Gebiet alle Arten von Wohnhäusern gibt: Reihenhäuser, Kettenhäuser, Mehrfamilienhäuser, Einfamilienhäuser. „Da ist für jeden was dabei“, sagte Schilling.

Stadtrat will keinen neuen Verbrauchermarkt in Illertissen

Es sollen außerdem ein Café oder eine andere Art von Bürgertreff und vielleicht ein kleiner Aussichtsturm am Ortsrand entstehen. Auch betreutes Wohnen sei angedacht, so Schilling, der das Konzept im Stadtrat vorstellte. Größere Gebäude sollen auch gewerblich genutzt werden. Es könnte zum Beispiel ein Hotel eröffnet werden, sagte Schilling. Einem großen Verbrauchermarkt, wie es der Münchner Investor Frank Multerer vor einigen Wochen vorgeschlagen hatte, erteilte der Stadtrat – quer durch alle Fraktionen – nochmals eine deutliche Absage. So sagte Andreas Fleischer, Fraktionsvorsitzender der SPD: „Ein Verbrauchermarkt an dieser Stelle ist absolut unnötig. Wenn ein neuer Supermarkt entstehen soll, dann in der Stadt, denn die stirbt innen und nicht außen.“ Im Stadtrat gab es auch bedenken, dass ein großer Verbrauchermarkt in dieser Lage dem Jedesheimer Dorfladen schaden könnte.

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Vor rund einem Jahr hatte die Stadt das Entwicklungskonzept bei einem Stuttgarter Planungsbüro in Auftrag gegeben. Die Räte stimmten dem soweit zu und wollen es zur Grundlage für die weiteren Planungen machen.

30 neue Parkplätze für die Berufsschule

Das Gebiet südlich der Franz-Mang-Straße wurde in fünf Flächen aufgeteilt, für die nun nach und nach Bebauungspläne entstehen sollen. Priorität hat der 67000 Quadratmeter große Bereich um die Berufsschule. Der Bebauungsplan für dieses Gebiet werde vermutlich im Frühling des kommenden Jahres rechtskräftig sein, sagte Schilling. Dann wird die Straße und sonstige notwendige Infrastruktur gebaut. Wenn diese Maßnahmen dann beendet sind, sei das Baugebiet fertig erschlossen und es könne mit dem Bau der ersten Häuser begonnen werden, sagte Schilling. Auch die Illertisser Berufsschule soll auf dieser Fläche eine Erweiterung bekommen. 30 neue Parkplätze sind laut des Stadtplaners angedacht. Sie seien eine wichtige Entlastung für die Franz-Mang-Straße, die derzeit ständig zugeparkt sein. Kasim Kocakaplan (SPD) sieht darin auch eine Stärkung des Schulstandortes Illertissen.

Auch hier soll es einen neuen Kindergarten geben

Auch ein Kindergarten mit drei Kindergartengruppen soll in dem neuen Baugebiet entstehen. In Illertissen ist dieses, nach der Erweiterung des Regenbogenlandes und dem Neubau in der Mozartstraße, das dritte Projekt mit dem die Kommune ihr Betreuungsangebot für Kinder ausbauen will.

Während die Pläne für das erste Teilgebiet bereits relativ konkret sind, ist es alles andere als sicher, wann oder ob der Rest des Entwicklungskonzepts überhaupt umgesetzt werden kann. Denn das Konzept umfasst auch die Flächen um einen Bauernhof. Und so lange sich dieser dort befindet, darf aus Emissionsschutzgründen in einem bestimmten Abstand nicht gebaut werden. Bisherige Anwohner beklagten sich schon über Geruchsbelästigung durch das Silo, weshalb das Futtermittel nun in Ballen gepresst auf der Wiese lagert. (wir berichteten) Landwirt Andreas Vill plant allerdings, mit seinem Hof umzusiedeln. Um das finanzieren zu können, muss er sein Grundstück am Illertisser Ortsrand allerdings zu einem entsprechenden Preis verkaufen.

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Ewald Ott sagte dazu, das nun beschlossene Entwicklungskonzept gebe dem Landwirt die Möglichkeit besser zu planen. Helga Sonntag, Fraktionsvorsitzende von ÖDP, AB und Grünen, erinnerte daran, dass all diese Pläne für den Illertisser Süden zwar grundsätzlich sinnvoll sind, jedoch das ehemalige Baywa-Areal zuerst erschlossen werden muss. „Das ist ein Konzept für die Zukunft, wer weiß, wann das alles umgesetzt wird.“

Mehr zum Ärger um das Gebiet im Süden der Stadt lesen Sie hier:

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