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Altenstadt

17.06.2019

Diskussion um Sanierungsgebiet in Altenstadt

Die TSV-Halle in Altenstadt könnte in einigen Jahren ein Fall für die Städtebauförderung werden.
Bild: Armin Schmid

Der Marktrat ist teils unzufrieden mit den neuen Festlegungen. Was die Gründe dafür sind.

Für Diskussionsstoff hat die neue Festlegung des Sanierungsgebiets „Altenstadt Zentrum“ im dortigen Marktgemeinderat gesorgt. Grund für die Änderung ist das sogenannte innerörtliche, städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), für das sich das Gremium entschieden hat. Aus den Festlegungen des ISEK geht eine Erweiterung des Sanierungsgebiets hervor. Planer Gunter Wild erläuterte in der Sitzung, dass Entwicklungsbedarf vor allem im westlichen Ortsbereich zur Bahnlinie hin gesehen werde.

Das Sanierungsgebiet im Ortszentrum umfasst etwas mehr als 17 Hektar. Die ehemalige Festlegung stammt aus dem Jahr 1992. Sie sei nun nicht mehr gültig und müsse durch neue Bestimmungen ersetzt werden. Das Entwicklungskonzept selbst sollte auf einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren ausgelegt sein, hieß es. Handlungsfelder seien beispielsweise die Schaffung eines lebendigen und barrierefreien Ortsbereichs, ein Parkraumkonzept, die Neudefinition von Naherholungsbereichen oder auch die Stärkung des Gewerbestandorts. Planer Wild fügte an, dass sich eine Ortskernsanierung nicht innerhalb von 15 Jahren bewerkstelligen lasse. In 15 oder 20 Jahren müsse man daher Zwischenbilanz ziehen und eventuell neue Ziele festsetzen.

FWG-Rat Robert Heller sagte, dass er sich mit den Festlegungen des Sanierungsgebiets nicht anfreunden könne. Im Bereich der Schillerstraße gibt es seiner Ansicht nach einige Gebäude, die 100 Jahre alt, aber im Sanierungsgebiet nicht enthalten sind. Planer Wild erklärte, dass es sich bei der Bestimmung um eine Momentaufnahme handele, die in einigen Jahren neuen Anforderungen angepasst werden könne.

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Auch Christian Dossenberger (FWG) sah Potenzial für Ungerechtigkeit. Es erscheine nicht sinnvoll, wenn Häuser jüngeren Baudatums im Sanierungsgebiet bezuschusst würden und ältere Häuser außerhalb des Bereichs leer ausgingen. Der Planer antwortete, dass der Marktrat die Möglichkeit habe, darauf mittels Einzelfallentscheidungen Einfluss zu nehmen, und im eigenen Ermessen entscheiden könne.

CSU-Rat Richard Möst war ebenfalls nicht einverstanden. Er vertrat die Meinung, dass zumindest die Hauptachsen Memminger Straße und Schillerstraße im Sanierungsgebiet enthalten sein müssten. Möst bemängelte auch, dass seit 1992 nichts vorangegangen sei. „Ich habe noch nicht gesehen, das daraus etwas entstanden oder umgesetzt worden wäre“, sagte er. Eine Erweiterung des Sanierungsgebiets, die wieder verpufft, bringe nichts. Auch Hubert Berger (CSU) bedauerte, dass der Samen nicht aufgehe und bislang keine Projekte verwirklicht worden seien.

Bürgermeister Wolfgang Höß sagte, dass man die Schillerstraße in einigen Jahren einbeziehen könnte. Die TSV-Halle wäre zukünftig unter Umständen auch ein Fall für die Städtebauförderung. Höß betonte, dass der größte Sanierungsbedarf im Teilstück der Memminger Straße zwischen Hindenburgstraße und Schillerstraße liege und dass man dort beginnen müsse. Das Gremium stimmte der neuen Festlegung des Sanierungsgebiets „Altenstadt Zentrum“ schließlich mehrheitlich zu.

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