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Dorferneuerung in Jedesheim: Geht es wirklich um Grasbüschel?

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Kommentar Von Jens Carsten
28.06.2019

Die Dorferneuerung hat die Bevölkerung in Jedesheim von Anfang an gespalten. Dabei ist das umgestaltete Areal ein Gewinn.

Zwischen den Fugen des neu gepflasterten Gehwegs in Jedesheim sprießt Gras: Das war einer der Kritikpunkte an der Dorferneuerung, die in dieser Woche bei einer Bürgerversammlung zur Sprache kamen. Ist das wirklich ein Problem? Für ordnungsliebende Gemüter mag das zutreffen. Für alle anderen nicht. Die Dorferneuerung in Jedesheim wegen einiger Grasbüschel komplett in Frage zustellen – das wäre ein Witz. Es handelt sich sicher um keine Schwierigkeit, die sich nicht in den Griff bekommen lässt. Schließlich ist der städtische Bauhof dafür bekannt, die öffentlichen Flächen mit großer Hingabe zu pflegen (wenngleich es da jetzt schon viel zu tun gibt).

Viele Jedesheimer wissen um die Vorzüge der Dorferneuerung. Das umgestaltete Areal ist ein Gewinn: Das kann jeder sehen, der dort unterwegs ist. Wenn er nicht zu schnell fährt: Die ebenfalls in der Bürgerversammlung kritisierte Raserei ist nämlich im Gegensatz zum Grasbewuchs ein ernstes Thema. Genauso wie die angekündigte Fällung der alten Linde. Sollten wir in Jedesheim also wirklich über Gras sprechen? Eigentlich nicht. Das tatsächliche Problem liegt woanders.

Die Dorferneuerung hat die Bevölkerung von Anfang an gespalten. Da sind die Befürworter: Sie stehen hinter dem Projekt, manche habe sich dem öffentlichen Bauprogramm sogar mit privaten Sanierungen angeschlossen. Aber es gibt auch Gegner: Die Anlieger mussten den Ausbau der Bayernstraße mitzahlen, trotz staatlicher Zuschüsse kamen hohe Summen zustande. Nach dem Ende der Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) fallen solche Zahlungen nun weg. Künftige Ausbauten müssen die Anwohner nicht mehr mitfinanzieren. Das schürt seit Längerem Groll im Ort. Und der scheint sich nun bei der Bürgerversammlung in Jedesheim entladen zu haben. Da kamen die unschönen, wenngleich auch unbedeutenden, Grashalme auf dem Gehsteig offenkundig gerade recht. Das Fazit? Bei manchem Jedesheimer sitzt der Frust tief. Wer für die Bayernstraße noch gezahlt hat, hofft nun auf eine Härtefallregelung der Bayerischen Landesregierung. Diese verspricht Entschädigungen für derartige Fälle und kann noch bis Ende 2019 beantragt werden. Eine Kommission entscheidet dann, ob tatsächlich Geld nach Jedesheim fließt. Für den Ortsteil wäre das gut: Es könnte den Ärger um die Dorferneuerung vielleicht aus der Welt schaffen. Und man könnte über andere Dinge reden, als über Grasbüschel.

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