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Gericht

14.01.2015

Drei Monate Auszeit nach historischem WM-Kick

Weil er nach Deutschland-Brasilien schwarz gefahren ist, muss Mann in den Knast

Seine Feierlaune nach dem historischen 7:1-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Brasilien bei der WM ist einem 41-Jährigen zum Verhängnis geworden: Weil er nach dem Abpfiff ohne Führerschein mit dem Auto eines Bekannten von Illerberg nach Illertissen gefahren ist, verhängte das Amtsgericht Neu-Ulm für den Fußballfan sozusagen eine dreimonatige Auszeit – sprich: Er muss für ein Vierteljahr ins Gefängnis.

Notgedrungen gestand der Mann Richterin Gabriele Buck die mitternächtliche Schwarzfahrt. Notgedrungen deshalb, weil der arbeitslose Bürokaufmann auf frischer Tat von einem Polizeibeamten ertappt wurde, wie er am Steuer eines „Honda“ beim mittlerweile obligatorischen Autokorso durch Illertissen kurvte. Der Polizist, der auf dem Martinsplatz sozusagen Spielbeobachter war, traute seinen Augen nicht, als er den Angeklagten sah: Erst wenige Monate zuvor hatte der Beamte im Auftrag des Landratsamts den „Lappen“ des 41-Jährigen beschlagnahmt, nachdem dessen „Haben“ auf dem Flensburger Punktekonto zu üppig geworden war.

Gabriele Buck konnte es zwar nachvollziehen, dass Menschen nach einem „so tollen Spiel“ zum Feiern zumute ist – als Richterin hatte sie aber keinerlei Verständnis, wenn dabei Straftaten begangen werden. Wäre der Mann ein unbeschriebenes Blatt gewesen, hätte das Gericht für die Schwarzfahrt womöglich nur die Gelbe Karte gezeigt. Da er nach Einschätzung der Richterin aber ein „notorischer Straftäter“ mit sechs Vorstrafen und Knasterfahrung ist, war eine Strafaussetzung zur Bewährung nicht mehr drin. (kr)

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