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Illertissen

11.04.2016

Drei junge Virtuosen malen Töne

Das Trio Messina mit Patrick Messina, Paloma Kouider und Raphaël Perraud bei ihrem Konzert in der Festhalle des Kollegs in Illertissen.
Bild: Regina Langhans

Das Trio Messina fasziniert in der Festhalle des Kollegs. Dabei hätten die französischen Solisten etwas mehr Publikum verdient.  

Musik, um sich fallen oder tragen zu lassen – mit wunderschönen Tonmalereien entzückten Patrick Messina an der Klarinette, Raphaël Perraud mit Violoncello und die Pianistin Paloma Kouider in der Festhalle des Kollegs in Illertissen. Der Kammermusikabend war nicht schlecht besucht und das Publikum begeistert. Dennoch hätte das französische „Trio Messina“, das auf seiner Tournee auch in Illertissen zu Gast war, mehr Besuch verdient.

Denn die Besetzung mit Klarinette, Cello und Klavier ist nicht alltäglich, ebenso wie die von den Künstlern ausgesuchten Werke teils für andere Besetzungen komponiert wurden. Daher bot der Konzertabend ungewohnte, reizvolle Klangkombinationen, wofür die Künstler ihre Instrumente so meisterlich wie technisch perfekt einsetzten. Patrick Messina ließ auf seiner Klarinette luftig leichte Töne in den Raum flattern oder rasante Melodiefolgen wie helle Lichter aufblitzen. Raphaël Perraud entpuppte sich auf dem Cello als Verwandlungskünstler, indem er sein Instrument in den hohen Lagen wie eine Geige zum Singen brachte und in den Tiefen warme sonorige Töne strich. Während sie sich in ihren Solopartien abwechselten, bildete Paloma Kouider als die ständig präsente Pianistin nicht nur optisch eine feste Konstante. Auf der Bühne im Hintergrund, hatte sie dennoch eine verbindende und tragende Rolle.

Schon der Auftakt des Trios war genial, indem sie das nicht allzu lange Konzertstück in d-Moll (1833, Felix Mendelssohn-Bartholdy) mit Tempo und Brillanz vortrugen. Das Publikum sah sich einer Flut von Tönen ausgesetzt, die, kaum hereingebrochen, schon wieder verklang, wobei der Cellist eine der zwei Klarinettenstimmen besetzt hatte. Das gab dicken Vorschussapplaus.

Darauf folgte Robert Schumann in wechselnder Solistenbesetzung: Grummelnde oder ausholende Celloklänge mit Klavier bei den „Fünf Stücken im Volkston“ sowie virtuoses Zusammenspiel bei Adagio und Allegro, opus 70. Oder Klavier und Klarinette mit Fantasiestücken, opus 73, wobei Messina seinem Instrument scheinbar spielerisch eine fantastische Lautmalerei und Tonfarbigkeit entlocken konnte. Geschickt griff das Klavier die Bilder auf, um sie zu untermalen und fortzuführen. Das Konzert endete, wie es begann, zu dritt in fast schwärmerischer Harmonie mit dem von Johannes Brahms tatsächlich für Klarinette, Cello, Klavier komponierten Trio in a-Moll (1891). Nach langem Applaus verabschiedeten sich die Drei mit Gabriel Faurés impressionistisch anmutenden Klaviertrio mit Cello und Klarinette, das sich wie ein Klangteppich ausbreitete.

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