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Illertissen

29.04.2020

Ein Abschied auf Distanz im Illertisser Stadtrat

Wie bei der Abiturprüfung: Der alte Illertisser Stadtrat saß in seiner letzten Sitzung in der Historischen Schranne an Einzeltischen.
Bild: Rebekka Jakob

Plus Für sieben Mitglieder des Gremiums war diese Woche die letzte Stadtratssitzung. Eine Kommunalpolitikerin werden alle besonders vermissen.

Kein Händedruck, keine Umarmung, kein Gruppenfoto: In Zeiten von Corona fiel die Verabschiedung der ausscheidenden Illertisser Stadträte ganz anders aus, als man sich das noch am Wahlsonntag, dem 15. März, vorgestellt hätte. Und doch war es ein emotionales Finale in dieser ungewöhnlichen Stadtratssitzung in der Historischen Schranne.

Nicht immer war sich der Illertisser Stadtrat einig

Bürgermeister Jürgen Eisen hätte sich lieber anders von seinen Stadtratskollegen verabschiedet – so musste er seinen Dank und seinen Respekt an die sieben ausscheidenden Ratsmitglieder allein mit Worten ausdrücken. Die vergangenen sechs Jahre seien eine Zeit der wirtschaftlich und finanziell guten Bedingungen für die Stadt gewesen – das habe dem Stadtrat die Möglichkeit gegeben, die vorhandenen Mittel zum Wohl der Bürger gut zu nutzen. Dabei hätten die Vertreter aller Fraktionen immer gut zusammengearbeitet – auch wenn man nicht immer einer Meinung gewesen sei. „Es gab auch mal Meinungsverschiedenheiten und Gesprächsbedarf“, resümierte Eisen. Doch nichts davon sei so gravierend gewesen, als dass man sich nicht nach der Sitzung gemeinsam mit einem Glas zusammensetzen konnte.

Ratsmitglieder sind aus unterschiedlichen Gründen ausgeschieden

Bürgermeister Eisen dankte besonders den Familien der Ratsmitglieder, die den Kommunalpolitikern den Freiraum für ihre ehrenamtliche Tätigkeit geschaffen hatten.

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Die Gründe, warum die sieben Stadträte ausgeschieden sind, waren unterschiedlich. Clemens Jans ( Freie Wähler) hatte sich beispielsweise nicht mehr aufstellen lassen, weil er sich auf seine Aufgabe als Vereinsvorsitzender der Feuerwehr Jedesheim konzentrieren möchte. Auch Günter Nübling (SPD), der wegen einer Erkrankung nicht an der letzten Stadtratssitzung teilnehmen konnte, brauchte Zeit für seine Arbeit im Schichtdienst und seine Aufgabe als Amateurtheaterspieler.

Ebenfalls nach sechs Jahren nicht mehr im Gremium ist Günther Müller ( CSU), der 2014 als Nachrücker für den damals neu gewählten Bürgermeister Jürgen Eisen ins Gremium kam. Für seinen Fraktionskollegen Stefan Winkler hatte es bei den Kommunalwahlen am 15. März nicht ganz gereicht – als erster Nachrücker der CSU steht er jedoch parat, falls einer der Räte ausfallen sollte. Helmut Unglert (Freie Wähler), der bereits seit 2010 als Nachrücker im Stadtrat saß, werde dem Gremium als Finanzspezialist fehlen, bedauerte Bürgermeister Eisen. Auf Kreisebene bleibe er aber der Kommunalpolitik glücklicherweise erhalten.

Bereits 2005 rückte Amalie Speiser für die CSU in den Stadtrat nach, den sie jetzt nach 15 Jahren verlässt. Eisen: „Egal, worum es in Jedesheim ging, Du warst immer vor Ort.“ Auch die beiden Partnerschaftskomitees Ellbogen und Carnac hatte sie maßgeblich mitgeprägt.

Powerfrau Gaby Weikmann-Kristen verabschiedet sich

Für das dienstälteste Mitglied, das den Stadtrat dieses Jahr verlässt, gab es am Dienstagabend in der Schranne gar stehende Ovationen: Zweite Bürgermeisterin Gaby Weikmann-Kristen (CSU) wird in der Kommunalpolitik schmerzlich vermisst werden, wie der warme und anhaltende Applaus für sie zeigte. Sie sei ein Mensch, der sich immer für seine Mitbürger einsetzt, würdigte Jürgen Eisen die langjährige Stellvertreterin des Bürgermeisters.

„Gaby ist eine Powerfrau.“ Manchmal sei es ihm schlicht ein Rätsel gewesen, wie sie scheinbar mühelos die vielen Termine zuerst als Dritte Bürgermeisterin (von 2008 bis 2014) und seit sechs Jahren als Zweite Bürgermeisterin neben Familie und Beruf geschafft habe. „Du warst mir immer eine wichtige, ehrliche und gute Ratgeberin“, so Eisen weiter. „Dein Rat war immer Gold wert.“

Sichtlich bewegt nahm Weikmann-Kristen den Applaus entgegen – auch Familie und Freunde waren zur Unterstützung in den Sitzungssaal gekommen. „Ich hab es wirklich gerne gemacht“, so die scheidende Zweite Bürgermeisterin. „Ich werde euch auch alle vermissen. Aber irgendwann muss man einfach den Absprung schaffen.“

Wie die Kommunalwahl 2020 in Illertissen ausgegangen ist, lesen Sie hier:

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