27.08.2009

Ein Bischof in Afrika

Oberroth "Gäste bringen Segen". So überschrieb der Missionspriester Hubert Mößmer aus dem Oberrother Weiler Schalkshofen seine kürzliche Predigt bei einem Gottesdienst in der Heimatkirche St.Stephan.

Er weilt seit wenigen Tagen auf Heimaturlaub und sprach dem Besuch von dem Bischof der Diözese Augsburg, Walter Mixa, in seiner Missionsstation North Horr in Kenia an, wo er dort seit 14 Jahren das Evangelium und den christlichen Glauben verkündet. Die Missionsstation North Horr wurde 1964 gegründet. Nur zwei Priester aus der Diözese Augsburg wirken hier, so Hubert Mößmer aus Oberroth und seit 13 Jahren Anton Mahl aus Aresing bei Schrobenhausen.

Dass ihr Wirken in der afrikanischen Sonne erfolgreich ist, beweist die Zahl der Taufen im letzten Jahr. 350 Ureinwohner vom Stamm der Gabra ließen sich taufen, nachdem sie sich ein bis zwei Jahre auf die Taufe gut vorbereitet hatten. Nur 10 bis 15 Prozent Kenianer zählen zum Christentum und so liegt vor den Schwaben ein reiches Arbeitsfeld im Weinberg des Herrn.

Bischof Mixa nahm sich für seine Kenia-Reise zehn Tage Zeit, um sich von dem Wirken der Schwaben von der wertvollen Missionsarbeit zu überzeugen und ihnen herzlich dafür zu danken. Der Augsburger Oberhirte besuchte Schulen, Kindergärten und weihte die neu erbaute St. Johannes Täufer-Kirche aus Stein in Gas, in einer Außenstation der Pfarrei. Bischof Mixa zelebrierte die Weihe mit Bischof Peter Kihara Kariuki von der Diözese Marsabit. Die Arbeit beim Bau des Gotteshauses wurde von den einheimischen Handwerkern und freiwilligen Helfern unter Anleitung der beiden Schwaben geleistet.

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Die meisten Kirchen, auch Palmkirchen genannt, sind Unterkünfte unter einem Palmdach, nur fünf Gotteshäuser sind aus Stein luftig gebaut mit einem Blechdach bedeck. "Wir haben hier eine junge, wachsende Kirche mit vielen Kindern", sagte Mößmer. Die neue Kirche kostete 45 000 Euro und 5000 Euro brachten die Gläubigen der Pfarrei auf. Die Pfarrei North Horr liegt in einer Halbwüste und hat eine Ausdehnung von 150 mal 200 Kilometern. Zur Pfarrei gehören 25 seelsorgliche Außenstationen, zehn Schulen und 25 Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft. Derzeit gibt es etwa 3500 Katholiken. Das entspricht rund 25 Prozent der Gesamtbevölkerung im Gebiet der Pfarrei. Das Bistum Marsabit vereint rund 27 000 Katholiken in zwölf Pfarreien und umfasst 80 000 Quadratkilometer. Neben sieben eigenen schwarzen Diözesanpriestern wirken 22 Missionare. In Balesa, einer Außenstation der Pfarrei, legte Bischof Mixa den Grundstein für eine weitere Kirche. "Es geht mit dem Glauben bei uns aufwärts", unterstreicht der Rothtaler, der für jede Spende dankbar ist, die er in seine Pfarrei mitnehmen kann.

Wasser ist das Kostbarste

"Hier haben wir ein wachsendes christliches Volk", unterstrich der Oberrother. "Hier hat man noch Zeit für den Gottesdienst und schaut nicht auf die Uhr. Fröhlichkeit mit traditionellen Tänzen, Musik und Gesang beherrscht den Gottesdienst. Alle beten um Regen, denn Wasser ist das Kostbarste hier. Seit Oktober hat es nicht mehr geregnet", betont Mößmer. So ist die Nahrungsmittelknappheit und auch die Stromversorgung mehr als verständlich. Ein Arbeiter verdient am Tag drei Euro, ein Liter Milch kostet 50 Cent. "Der Besuch vom Bischof stärkte den Glauben in der katholischen Kirche in Afrika. Hier sind die Gläubigen mit Begeisterung im Glauben dabei. Viel müssen die Gläubigen in den Außenstellen selbst ausführen. So gibt es auch ein Gremium, was in Deutschland dem Pfarrgemeinderat entspricht", sagt Mößmer.

Der Biscjpf der Diözese Marsabit ist auf jede Hilfe von außen angewiesen. "So fliege ich gern wieder nach Kenia, der Bischof braucht mich", sagte Hubert Mößmer, den wie vielen Missionaren die Sonne Afrikas mit ihren Ureinwohnern nicht mehr loslässt.

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