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Illertissen

12.02.2018

Ein „Goldjunge“ macht Illertissen seine Aufwartung

War auch in Sotschi: Der mit einer Illertisserin verheiratete Ex-Rennrodler Alexander Resch (Rechts im Bild)posiert auf diesem Foto mit riesiger Matrjoscka-Puppe.
Bild: Alexander Resch

Der Ex-Olympionike Alexander Resch berichtet über Erfolge, Niederlangen und seine Reise nach Pyeongchang.

Vor acht Jahren haben einige Illertisser bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver besonders mitfiebern können: Das lag daran, dass Simone Unglert ihren Lebensgefährten Alexander Resch, der 2002 die Goldmedaille im Rennrodeln Doppel gewonnen hatte, zu den Wettkämpfen nach Kanada begleitete. Schwester Conny Unglert flog ebenfalls mit.

Nun wird Alexander Resch wieder dabei sein, doch längst nicht mehr auf der Bahn. Der studierte Diplomkaufmann soll als Vorstand für Leistungssportmanagement des Bob- und Schlittenverbands für Deutschland in Pyeongchang repräsentative Aufgaben übernehmen.

Vor seinem Abflug stattete er am Freitag Illertissen einen Besuch ab. Er nutzte die Gelegenheit, im Rahmen der Mitgliederversammlung des Freundeskreises „Kultur im Schloss“ – Vorsitzender Fritz Unglert ist sein Schwiegervater – die Illertisser erneut auf Olympia einzustimmen. Nun in Verbindung mit einer spannenden Bilanz über seine aktive Zeit als Rennrodler, die er 2010 mit einer Bronzemedaille beendete. Geblieben ist ihm der olympische Geist, der „Spirit“, wie er leger sagt. Auch das sportliche Auftreten hat der gebürtige Berchtesgadener nicht verlernt, obwohl er nach eigenem Bekunden „verrentet“ ist, „gelegentlich Sport treibt“. Seine olympische Laufbahn begann der heute 38-Jährige mit 22 Jahren, indem er 2002 an den Winterspielen in Salt Lake City in den USA teilnahm. Mit seinem Rodelpartner Patric Leitner holte er die Goldmedaille im Doppelsitzer. Dabei war für ihn in dem fremden Land alles gewöhnungsbedürftig, wie er sich erinnert: „Wir wohnten 150 Meter vom Stadion entfernt, doch wegen der Sicherheitskontrollen benötigten wir dorthin eine halbe Stunde.“ Für die olympischen Winterspiele 2006 im italienischen Turin waren sie bestens vorbereitet – aber es reichte nur für Platz sechs. Resch: „Uns war bewusst, dass der Fehler bei uns lag, wir hatten uns auf Grund der wechselhaften Witterung für das falsche Material entschieden.“ Für die Winterspiele in Vancouver hatte er sich einen versöhnlichen Abschluss gewünscht, nach dem Motto: „Zwölf Jahre für olympische Spiele trainieren ist genug.“ Im Leben gebe es noch andere Ziele. Das Ergebnis war eine Bronzemedaille. „Die war wirklich hart erkämpft und gefeiert haben wir sie wie eine Goldmedaille“, so Resch.

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Die Zeit mit Höhen und Tiefen, wobei er den Umgang mit Niederlagen lernen musste, habe ihn geprägt. In Vancouver war ein Rodlerkollege im Training tödlich verunglückt. Das habe ihn sehr beschäftigt und ihm die Gefahren des Sports bewusst gemacht. Schließlich geht es in rasantem Tempo von 150 Stundenkilometern die Bahn hinab.

Resch widerspricht Vorurteilen, Olympiateilnehmern gehe es nur um das Geld. 12000 Euro habe ihm die Goldmedaille eingebracht, für die er lang trainiert habe. „So etwas macht man aus Idealismus, weil man dabei sein und der Beste sein will.“ Der Ex-Olympionike wird die Atmosphäre bei den Spielen nicht vergessen, wobei er sich selbst vorgenommen hatte: „Ich will so gewinnen, dass sich andere mit mir freuen können.“ Resch ist vierfacher Weltmeister und Mannschaftsweltmeister sowie sechsfacher Gesamtweltcupsieger im Rennrodel-Doppel. Doch er sagt voll Euphorie: „Wären jeden Tag Olympische Spiele, gäbe es wohl keine Kriege, denn es wurde jedes Mal übergreifend gefeiert.“

In wenigen Tagen geht es für ihn nach Südkorea. Allein der Gedanke lasse alte Gefühle hochkommen. „Es wird spannend“, sagt Resch, der Favoriten hat. Beim Rennrodeln Felix Loch und die Frauen Tatjana Hüfner und Natalie Geisenberger. Beim Doppel die Teams Wendl/Arlt sowie Eggert/Benecken. Die Koreaner schätzt er als Perfektionisten ein – es gebe jedoch bei allen Spielen eine „enorme Begeisterung“. (lor)

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