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Altenstadt / Herrenstetten

28.12.2018

Ein Händchen für Krippen

Kehrle zeigt eine seiner ältesten Figuren. Die Hände fehlen ihr schon.
3 Bilder
Kehrle zeigt eine seiner ältesten Figuren. Die Hände fehlen ihr schon.
Bild: Zita Schmid

Der Herrenstetter Ulrich Kehrle sammelt seit Jahren leidenschaftlich gerne Figuren. Interessierte können sich nun davon selbst ein Bild machen.

Etwa vier Quadratmeter ist die Krippe von Ulrich Kehrle groß – und hat damit eine beeindruckende Größe. Rund um das Weihnachtsgeschehen von der Geburt Jesu im Stall von Bethlehem hat der Herrenstetter dort eine faszinierende Landschaft geschaffen und diese mit vielen Details liebevoll ausgeschmückt.

Da sind etwa die Hirten auf dem Feld: Während einige von ihnen bereits der Botschaft des Engels lauschen, liegen und sitzen andere noch am Lagerfeuer. Eine Säge steht daneben. Von außen sieht es beinahe so aus, als ob die Arbeit in dem Geschehen gerade unterbrochen wird. Denn einige der Holzscheite liegen unordentlich unter der Säge, während andere sauber im Korb verwahrt sind. Im Brunnen plätschert Wasser. Dieses führt über einen Wasserlauf zu einem Teich, auf dem Enten schwimmen. Aus einem Topf, der über einem Feuer hängt, kommt sogar Rauch. Vorbei an diesem dampfenden Kessel geht zunächst ein Weg und dann eine Brücke hinauf in den Stall. „In meiner Krippe muss Leben sein“, betont Kehrle. Eine kleine Krippe, die ausschließlich das Geschehen im Stall mit Maria, Josef und dem Jesuskind darstellt, wäre ihm zu wenig. Denn Kehrle ist ein leidenschaftlicher Krippenbauer. So wurde im Laufe der Jahre seine Krippe auch immer größer, einzelne Handlungen und Figuren immer mehr. Deshalb hat er aus selbst gesammelten Baumresten auch die hügelige Landschaft geformt und den Figuren so eine Umgebung geschaffen, aus denen der Betrachter ihre Situationen und Geschichten erkennen kann.

Krippen sind seine Leidenschaft

Mit dem „Krippele-Virus“, wie er es selbst lachend bezeichnet, sei er schon als Kind „infiziert“ worden. Denn als Ministrant habe Kehrle dem damaligen Herrenstetter Mesner August Steinle beim Aufbauen der Krippe in der Kirche zugeschaut. Was genau es war, was ihn hierbei so berührt hat, kann er gar nicht mehr sagen. Vielleicht sei es die Stille im Gotteshaus und dazu die Ruhe sowie Hingabe gewesen, mit der Steinle diese Tätigkeit ausgeführt habe, meint Kehrle. Vom „Fieber gepackt“ habe er dann viele Jahre sein Brotzeitgeld gespart. „Um anstatt Brezen, Krippenfiguren kaufen zu können“, erinnert sich der 51-Jährige.

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Eine dieser ältesten Figuren aus Kindheitstagen ist der liegende Hirte am Feuer. Obwohl diesem im Laufe der Zeit schon Hände und Füße abgebrochen sind, hat er im Krippengeschehen seinen Platz behalten. Kehrle, der nach seiner Ministrantenzeit einige Jahre selbst Mesner in Herrenstetten war, hat damals auch die Weihnachtskrippe der Kirche renoviert und erweitert. In diesem Jahr begann er kurz vor dem ersten Advent, die Krippe, die im Eingangsbereich seines Hauses steht, aufzubauen. Wie bei einem Puzzle habe sie Stück für Stück Gestalt angenommen, erzählt seine Frau Gabi Kehrle. Nach gut zwei Wochen, an denen er meist abends daran gearbeitet hat, steht sie wieder. „Doch nur für den Hausgebrauch bekommt die Krippe viel zu wenig Aufmerksamkeit“, ergänzt die Ehefrau. Deshalb wollen die Kehrles nach telefonischer Absprache auch Besuchern die Weihnachtskrippe zeigen.

Info: Unter der Telefonnummer 08337/9125 können Interessierte, die die Weihnachtskrippe in Herrenstetten anschauen wollen, einen Termin vereinbaren.

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