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Buch

21.02.2015

Ein Konzept für die Kleinen

In solchen Gebäuden könnten die Kinder der Bucher Kindergärten künftig untergebracht werden. Viele Gemeinderäte lobten das Konzept des Ulmer Architekturbüros.

Ulmer Architekturbüro stellt Variante für die künftigen Kindergärten in Buch vor. Nicht jeder kann sich mit einer zentralen Lösung auf dem Grundstück bei der Schule anfreunden.

Gefertigt werden sollen die neuen Räume für die Kinder mit passivhaustauglichen Bauteilen und einem Linoleumboden, der „reingeklickt“ wird, wie Bernd Hullak berichtete. Es werde kein Kleber und kein PU-Schaum verwendet, was für ein gutes Raumklima sorge. Das Konzept funktioniere mit Lüftung und Wärmerückgewinnung. Geachtet werde darauf, so Hullak, dass bei den verwendeten Materialien nicht viel Energie für die Herstellung nötig ist und das beispielsweise Holz aus der Region benutzt wird. Gebaut werden könne mit vorvergrauter Holzfassade, so dass sich die Farbe nicht mehr ändert. Hermann Karg ( CSU) zeigte sich skeptisch, was die Flachdächer bei den von dem Architekten gezeigten Beispielen angeht. Hullak erklärte, dass auch eine Bauweise mit Satteldächern möglich sei, diese jedoch mehr koste. Wolfram Dauner (UWG) erkundigte sich, wie es mit der Haltbarkeit der Bitumendächer aussieht, da sich das Material bei starken Temperaturschwankungen verforme. Heute würde so konstruiert, dass dies kein Problem mehr darstelle, sagte Hullak. Die Dächer würden in jedem Fall 25 Jahre halten.

Das Konzept wurde von den Räten ausdrücklich gelobt, wenngleich sie beim Verkehrskonzept noch offene Fragen sehen. Nachdenkliche Gesichter gab es aber bereits zu Beginn dieses Tagesordnungspunktes, als Bürgermeister Roland Biesenberger von dem von der Regierung von Schwaben genannten durchschnittlichen Kostenrahmen für solch ein Vorhaben mit fünf Kindergartengruppen und einer Krippengruppe auf einer Grundfläche von 700 Quadratmetern berichtete. 2,7 Millionen würden für den Neubau anfallen, wobei viele Kommunen selbst mit dieser Summe nicht hinkämen, hat Biesenberger erfahren. Bei einer Förderung von 40 Prozent blieben für die Gemeinde noch rund 1,7 Millionen Kosten Euro übrig. Vor dem Jahr 2017 sei das finanziell nicht zu schaffen.

Gerhard Unglert (CSU) meinte, es könne politisch etwas nicht stimmen, wenn es für einen Fahrradweg 75 Prozent Förderung, für einen Kindergarten aber nur 40 Prozent gebe.

Thema war auch die Zentralisierung der Gruppen in Buch, die das Konzept mit sich bringen würde. Während Willy Weiske (Freie Bürger) und andere Räte das für vertretbar hielten, zeigte sich besonders Gernot Mair (UWG) skeptisch, den das Thema spürbar emotional bewegte. Eltern könnten ihre Kinder nicht mehr ohne Weiteres zu Fuß in den Kindergarten bringen, wie das derzeit in Obenhausen der Fall sei. Er regte an darüber nachzudenken, Schritt für Schritt die maroden Einrichtungen in den Ortsteilen zu ersetzen, wenn es sich die Gemeinde ohnehin nicht leisten könne, den Betrag auf einmal aufzubringen. Eine Entscheidung von solcher Tragweite für die Eltern könne gar nicht vom Ratstisch aus gefällt werden. Mair hält eine große Runde mit allen Betroffenen für wichtig. Wendelin Egger (CSU) verwies darauf, dass bei einer zentralen Lösung auf dem Grundstück bei der Schule beispielsweise auch nur ein Wasser- oder Stromanschluss nötig wären. Das sei „ökonomisch das Beste“. Bürgermeister Biesenberger erklärte, dass er die 500 Meter, die die Kinder aus Obenhausen zu dem neuen Kindergarten zurücklegen müssten, für vertretbar halte. Wichtig sei, dass auch künftig verschiedene pädagogische Konzepte angeboten werden, wie das jetzt der Fall ist und Eltern eine Wahlmöglichkeit hätten. Die Diskussion, wie weiter vorgegangen wird, könne nun ganz breit aufgestellt und Vertreter von Elterbeirat und Kindergartenleitung mit einbezogen werden, so der Bürgermeister.

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