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Vöhringen

31.01.2019

Ein Parcours für mehr Sicherheit bei Wieland

Mitarbeiter der Wieland Gruppe bei der Arbeit. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 7000 Menschen und ist Spezialist für Kupfer und Kupferlegierungen.
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Mitarbeiter der Wieland Gruppe bei der Arbeit. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 7000 Menschen und ist Spezialist für Kupfer und Kupferlegierungen.
Bild: Wieland (Archiv)

Die Wieland Gruppe wird für eine neue Idee ausgezeichnet. Was das mit „Wienerle“ zu tun hat.

Schnell muss es im Alltag oft gehen und da ist es schon passiert: In einem unaufmerksamen Moment haben wir uns in den Finger geschnitten, die Hand in der Schublade eingeklemmt oder beim Kochen verbrüht. Passiert so etwas mit weitaus schwereren Geräten wie mit der üblichen Haushaltsschere oder dem Kochtopf, dann kann das schwerwiegende Folgen haben – im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Stichwort: Arbeitssicherheit. Um den Mitarbeitern die Bedeutung der Sicherheit am Arbeitsplatz vor Augen zu führen, haben Beschäftigte der Wieland Gruppe mit Sitz in Ulm einen besonderen Parcours entwickelt. Für diese Idee wurde das Unternehmen mit dem Sicherheitspreis der Berufsgenossenschaft Holz und Metall ausgezeichnet.

In dem Parcours steckt nicht nur jede Menge Arbeit und Kreativität. Es verbirgt sich auch eine wichtige Botschaft dahinter, wie Stefan Delacher, Projektingenieur im Bereich Arbeitssicherheit bei Wieland, sagt. Er war federführend beim Aufbau der insgesamt zehn Stationen beteiligt. Niemand greife freiwillig in eine Rattenfalle, sagt er. Jeder wisse, dass das gefährlich sei. Doch in einem laufenden Betrieb seien solche Assoziationen oft gar nicht so präsent. Anstatt sich wegzuducken, greife man zu – etwa, um wertvolles Material zu retten und die gesamte Produktion nicht zu gefährden. Es komme zu schnellen Reflexreaktionen, im schlimmsten Fall endet so ein Eingreifen mit Verletzungen. Ziel sei nun, die Mitarbeiter bei Wieland so zu schulen, dass sie die Gefahren – beispielsweise im Walzwerk – noch besser einschätzen können, um sich und andere nicht zu gefährden. „Unser Anspruch ist, der Beste in der Branche zu sein, was Arbeitssicherheit betrifft“, so Marketing-Fachfrau Christine Schossig von Wieland.

Arbeitssicherheit: Das „Wienerle“ wird zerquetscht

Dabei geht es laut Christine Schossig und Stefan Delacher um eine Verhaltensänderung der Mitarbeiter. Und die gelinge am besten, wenn direkt die Gefahr gesehen werde – also in der Praxis und nicht in einem Schulungsraum vor einer Leinwand. Das Erlernte soll so besser veranschaulicht werden. Um es auch richtig plastisch zu machen, werden beispielsweise Wiener Würstchen als Finger verwendet. In einer Station werden die „Wienerle“ regelrecht zerquetscht, als ein Metall darauf fällt. „Wenn zehn Kilogramm Gewicht aus einer gewissen Höhe fallen, dann macht das schon etwas aus“, sagt Delacher. Oft werde das im routinierten Alltag unterschätzt. Aber nicht nur das Plastische, sondern auch die Namen der Stationen, die jeweils einen Meter auf 50 Zentimeter groß sind, sollen die Wieland-Beschäftigten wachrütteln. Im Modul „Auf Messers Schneide“ geht es um Schnittverletzungen.

Insgesamt gibt es zehn Stationen, die demnächst im Walzwerk in Vöhringen aufgestellt werden. Je nach Art der möglichen Verletzungen haben die Module andere Namen und andere Inhalte. So gibt es etwa eine Station, bei der es um das Vermeiden von Verbrennungen geht, bei einer anderen stehen Schnittverletzungen im Vordergrund, bei einer weiteren wird vor Quetschungen gewarnt. Bei Wieland gebe es mehr als 150 verschiedene Legierungen, so Delacher. Da sei es wichtig, zu wissen, mit welchen Materialien ein Mitarbeiter zu tun hat und wie er, wenn’s drauf ankommt, reagieren kann.

Wieland Gruppe: 1000 Beschäftigte wurden schon geschult

1000 Beschäftigte sind so bereits geschult worden, den Parcours gibt es nämlich schon seit 2018. Im Vöhringer Walzwerk sollen 600 Menschen praktisch an das Thema Arbeitssicherheit herangeführt werden. Und weitere Wieland-Parcours sind geplant – weltweit.

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