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Unterroth

16.06.2017

Ein Profi-Basketballer von morgen

Immer am Ball: Elias Blum ist deutscher Vize-Meister im Basketball.
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Immer am Ball: Elias Blum ist deutscher Vize-Meister im Basketball.
Bild: Franziska Wolfinger

Elias Blum aus Unterroth ist deutscher Vize-Meister. Was hinter dem Erfolg des 13-Jährigen steckt.

Einmal gegen den FC Bayern spielen – davon träumen viele Nachwuchskicker. Elias Blum aus Unterroth hat sich diesen Traum erfüllt. Allerdings nicht in der Allianzarena, nicht gegen Spieler aus der Nationalmannschaft, wie etwa Mats Hummls oder Thomas Müller und auch nicht im Fußball.

Beeindruckend war das Spiel für ihn trotzdem. Elias hat sich mit der Basketballmannschaft des TV Memmingen bis ins Finale der deutschen U14-Meisterschaft gekämpft. „Das war dann schon ein bisschen wie bei den Profis“, sagt der 13-Jährige. Inklusive Nationalhymne und Einlaufen in die Halle. Es waren sogar Fans aus Memmingen mit zu dem Spiel nach München gereist. Dass sie am Ende verloren hatten, sei nur im ersten Moment eine Enttäuschung gewesen, sagt Elias. Dann haben die Jungs doch gefeiert und sich über den Titel des deutschen Vizemeister und über die Silbermedaillen gefreut. Für die Basketballer des TV Memmingen sei das der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

Angefangen hat Elias Sportlerkarriere mit Fußball. Das Interesse an Basketball weckte erst der Besuch eines Spiels von Ratiopharm Ulm, zu dem er nur gegangen ist, weil seine Familie Karten geschenkt bekommen hatte. Der Sport habe ihn dann aber sofort überzeugt. „Das ist schon beim Zuschauen spannender als Fußball. Da passiert einfach das ganze Spiel über etwas.“ Seine Eltern meldeten ihn bei der Basketballgemeinschaft Illertal an. Aus dem Fußballverein trat er kurz darauf aus und kickt heute nur noch zum Spaß mit seinen Freunden – einen Basketball hat er dagegen fast jeden Tag in der Hand. Im Hof vor dem Haus seiner Familie steht ein Korb, an dem Freiwürfe übt und seine Treffsicherheit trainiert.

Sein Trainer bei der BG Illertal erkannte bald Elias Talent und schickte ihn gemeinsam mit einem Teamkameraden zum TV Memmingen. In der Mannschaft gehört mit einer Größe von 1,64 Metern zu den kleineren Spielern. Doch klein und schnell zu sein sind typische Merkmale eines „Point Guards“, wie Elias Spielerposition üblicherweise genannt wird. Als solcher ist er dafür verantwortlich, dass der Ball nach vorne zum Korb kommt.

Nach der deutschen U14-Vizemeisterschaft stand diese Woche schon der nächste Wechsel für den Unterrother an: In der kommenden Saison spielt er bei den Nachwuchsbasketballern in Ulm.

Drei mal in der Woche fuhr Elias zum Training nach Memmingen. Auch für die Eltern, die sich mit dem Fahren so gut es ging abwechselten, ein zeitlicher Aufwand. „Aber das macht man ja gerne, wenn dabei eine Silbermedaille raus springt“, sagt Vater Michael Blum und lacht. Bei den wichtigen Spielen der vergangenen Saison war die Familie, inklusive der neunjährigen Schwester Laura, dabei. Zumindest wenn es die Arbeit zu lies. Elias Eltern, Manuela und Michael, betreiben in Unterroth die Gastwirtschaft und das Hotel „Zur Linde“ und haben deshalb nicht immer frei, wenn Elias auf dem Feld steht. Wenn der Biergarten voll ist, hilft Elias zu Hause auch mal mit. An den Pommes Frites, die natürlich auf der Speisekarte stehen, bedient sich der junge Athlet eher selten. Die seien zwar lecker, aber schadeten der sportlichen Linie.

Die Schule habe unter dem zeitraubenden Hobby bisher nicht gelitten. Hausaufgaben machen und Lernen schaffe Elias noch ganz gut, trotz des Trainings. Im Sportunterricht profitiere er davon: im Zeugnis steht da natürlich eine Eins. Auch bei den Klassenkameraden findet Elias sportlicher Erfolg Beachtung. „Fußball finden die zwar eigentlich spannender, aber gratuliert haben dann trotzdem die meisten.“

Ein Traum des 13-Jährigen ist es, später in der Basketball-Bundesliga zu spielen. Die Chancen schätzt er realistisch ein: „Es wäre schön, das Hobby zum Beruf zu machen, aber das ist schon sehr schwer.“

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