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Festakt

20.05.2014

Ein Segen für die Region

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Das Illertisser Benild-Hospiz hat nun nachträglich den Grundstein bekommen

Geriet der Spatenstich im März wetterbedingt noch zu einer ausgesprochen frostigen Angelegenheit, so waren gestern Mittag die äußeren Bedingungen dem Ereignis angemessen: Der Grundstein wurde feierlich gelegt, auch wenn natürlich schon viele Steine für dieses besondere Projekt verbaut worden sind. Dabei adelten zwei besondere Gäste das Fest, Karin Seehofer, die Ehefrau von Ministerpräsident Horst Seehofer, und Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml. Sie mauerten zusammen mit Roswitha Nodin, Vorsitzende des Hospiz-Fördervereins, eine Kapsel aus Kupfer ein. Sie enthält neben den Bauplänen auch diverse Zeitzeugnisse, wie Münzgeld, Dokumente, eine Geschichte der Illertisser Schulbrüdergemeinschaft sowie Zeitungsartikel zum Thema Hospiz. Zum Fest gekommen waren viele, die Nodin und ihr Stellvertreter Ansgar Batzner unter anderem als „Ermöglicher“, „Hospiz-Idee-Verwirklicher“ oder „Viel-Geld-für-ein-sinnvolles-Projekt-Anvertrauer“ begrüßten.

Bereits vor 91 Jahren war an der Dietenheimer Straße ein Grundstein gelegt worden, der des Kollegs der Schulbrüder. Daran erinnerten Nodin und Batzner und verneigten sich symbolisch vor dem Orden, der vor seinem Rückzug aus Deutschland dem Förderverein das Benild-Haus geschenkt hatte. Das Herz des Schulzentrums werde neu beseelt durch das Hospiz, „für dessen Entstehung Bruder Norbert 2011 die Initialzündung gegeben hat“. Eine solche Einrichtung inmitten eines Schulzentrums sei einmalig in Bayern, vermutlich gar in Deutschland.

Karin Seehofer, Schirmherrin vieler sozialer und karitativer Einrichtungen im Freistaat, nannte die Hospize eine Herzensangelegenheit. Deshalb sie ihr die Grundsteinlegung eine große Freude. In ihren Augen ist die Leistung all jener Menschen, die sich dort freiwillig engagieren „unbezahlbar“. Deshalb sagte sie „ein Vergelt’s Gott für den unermüdlichen Einsatz“. Und sie bat weiterhin um finanzielle Unterstützung für das Haus.

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Ministerin Huml pries ebenfalls den Einsatz der Menschen, die sich in der Sterbebegleitung engagieren. Es sei so wichtig, Sterbenskranke mit dem Mantel der Fürsorge und Geborgenheit zu umgeben. Das Illertisser Hospiz nannte sie „einen wahren Segen für die Region“. Und der Standort inmitten eines Schulzentrums sei hervorragend, um jungen Menschen zu zeigen, dass auch das Sterben zum Leben gehört.

Melanie Huml nannte Bayern ein „Miteinanderland“, was sich in der Hospizarbeit ganz besonders erweise. „Es ist wichtig am Ende des Lebens, dass man spürt, man wird nicht allein gelassen.“ Was die Hospizplätze anbelangt, so sieht sie in Bayern immer noch Nachholbedarf. Mindestens 208 sollten es sein, doch bisher gebe es lediglich 162.

Landrat Thorsten Freudenberger bekannte sich ebenso wie sein Vorgänger Erich Josef Geßner ganz eindeutig zum Hospiz, für das der Landkreis schließlich auch 300000 Euro zu den Baukosten dazusteuert. Die Mitglieder der Hospizgruppe sowie des Fördervereins „haben es verdient, dass ihnen die öffentliche Hand bei ihrem wertvollen Engagement unter die Arme greift“. Er würdigte vor allem die Leistungen der ambulanten Helferinnen und Helfer. Ihr Engagement sei „praktizierte Nächstenliebe“.

Jürgen Eisen bekannte, er „fühle heute einen gewissen Stolz, Bürgermeister einer Stadt zu sein, wo der Hospizgedanke so zielstrebig und mit großartigem Engagement die letzten Jahre verfolgt wurde“. Der Illertisser Stadtrat habe stets mitgefiebert in der Hoffnung, dass dieses Vorhaben Wirklichkeit wird.

Dazu hat auch die Hartnäckigkeit des Fördervereins wesentlich beigetragen. Das stellte Erich Rösch, Geschäftsführer des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes, besonders heraus. Als die Krankenkassen schon Nein gesagt hatten, blieben die Illertisser trotzdem am Drücker und wiesen nach, wie groß hier der Bedarf sei. Das nannte er beispielhaft für andere Hospizgruppen, die von den Illertissern lernen könnten.

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