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Babenhausen

18.06.2018

Ein Ständchen zum Geburtstag: Matinee der Liedertafel

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Als langjähriger Begleiter der Liedertafel Babenhausen saß Willi Schneider am renovierten, historischen Bechstein-Flügel.
Bild: Claudia Bader

Die Babenhauser Liedertafel hat ihr 175-jähriges Bestehen gefeiert. Im Ahnensaaldes Fuggerschlosses wurde dabei an die Anfänge des Traditionschores erinnert

Festakte müssen nicht förmlich und langatmig sein. Das hat die Liedertafel Babenhausen mit ihrer Geburtstagsmatinee zum 175-jährigen Bestehen bewiesen. Zwischen Glückwünschen und Reden durften die geladenen Gäste ein niveauvolles und spannendes Musikprogramm genießen. Dieses wurde von der Sängerschar mit ihrem Kinder- und Jugendchor sowie Instrumentalsolisten gestaltet. Im Mittelpunkt stand der nun restaurierte, historische Bechstein-Flügel, der wieder erklang.

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Der Ahnensaal des Fuggerschlosses bot das ideale Ambiente für den Rückblick auf 400 Jahre Musikgeschichte, welchen Dirigent Daniel Böhm moderierte. Liedertafel-Vorsitzende Christine Kölsch sagte: „Wir sind ein lebendiger Chor, der auf der Höhe der Zeit ist und seine Wurzeln nicht vergisst.“ Dies spürten auch die Besucher – darunter Hausherr Hubertus Fürst Fugger mit Ehefrau Alexandra und einige Familienmitglieder.

Der von Ludwig Jochum 1912 komponierte „Sängergruß“ eröffnete das Musikprogramm, welches die Aktiven der Liedertafel gemeinsam mit Christina Hampp (Klarinette), Gertrud Schabik und Sabine Reus (Violine), Wilhelm Schneider, Stephan Kaller und Barbara Niederhofer (Klavier) sowie Jutta Rothmund (Kontrabass) gestalteten. Der Bogen spannte sich von Werken des Komponisten Johann Sebastian Bach bis zu zeitgenössischen Kompositionen wie „For the beauty of the earth“ von John Rutter.

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In seinen Grußworten stellte Hubertus Fürst Fugger die Verbundenheit seiner Familie mit der Musik, dem Markt Babenhausen und dem schönen „Schwabenländle“ heraus. „Gerade in heutigen turbulenten Zeiten sollte man Traditionen hochhalten, damit sie lebendig bleiben“, sagte er und überreichte der Sängerschar ein eigens zum Jubiläum angefertigtes Fahnenband. Bürgermeister Otto Göppel sagte: „Als die Liedertafel Babenhausen im Jahr 1843 als reiner Männerchor gegründet wurde, gab es noch keine Tonträger.“ Trotz des enormen technischen Wandels sei die Freude der Babenhauser Sänger am eigenen Musizieren aber bis heute geblieben. Laut dem Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather gilt die Liedertafel seit Jahrhunderten in kultureller Hinsicht als Bereicherung und tragende Säule. „Die Vorsitzenden sind sich dieser stetigen Verantwortung bewusst“, betonte er.

Im Namen des Chorverbands Bayerisch-Schwaben gratulierte Präsident Paul Wengert. Als „klingende Visitenkarte“, die zu den ältesten Chören weit über den Verband hinaus zähle, habe die Liedertafel ihr Niveau in den zurückliegenden Jahren weiter gehoben. Besondere Anerkennung hatte Wengert für die Nachwuchsarbeit des Chors parat, welcher drei Generationen vereint. Auch Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth blickte zurück: Da die Liedertafel in ihrem Elternhaus omnipräsent gewesen sei, habe sie diese während ihrer Kindheit in Babenhausen als ständigen Begleiter empfunden. „Aus unterschiedlichen Stimmen, die aufeinander hören, kann Gemeinsamkeit entstehen“, stellte sie einen Vergleich zur heutigen Zeit her, in welcher Musik wie ein „Weltenretter“ sein könne.

In seinem Vortrag ließ Heimatchronist Dieter Spindler auch bisher wenig bekannten Episoden aus der langen Geschichte der Liedertafel aufleben. In den zurückliegenden Jahren sei der Chor maßgeblich von Fritz Fahrenschon geprägt gewesen, verdeutlichte er.

Ein Vertreter des Bechstein-Centrums Augsburg erläuterte die Renovierung des 115 Jahre alten Bechstein-Flügels, der den Namen „Mathilda“ trägt. Danach entlockte Schauspieler Fred Strittmatter mit der amüsanten Erzählung „Mein Großvater, der Chorsänger und ich“ so manchem Gast ein Schmunzeln. Als weiterer Höhepunkt klang das Ständchen „Happy Birthday“ von Claus-Dieter Ludwig in außergewöhnlichen Variationen durch den Ahnensaal.

Unter Leitung von Daniel Böhm machten die Sänger der Liedertafel Joseph Haydns „Beredsamkeit“ zum akustischen Erlebnis, ehe sie mit einer besonderen Version des Klassikers „Auf de schwäb’sche Eisebahne“ ihre Wurzeln zur Heimat betonten.

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