Newsticker

Söder fordert bundesweit einheitliche Regeln für regionale Corona-Gegenmaßnahmen
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Ein Unternehmen gibt Gas

24.06.2009

Ein Unternehmen gibt Gas

Elchingen Ohne Gase in Flaschen geht (fast) nichts: kein frisch gezapftes Bier, keine künstliche Beatmung und kein Tauchgang. Widmann Gase in Elchingen ist einer dieser "unsichtbaren Helfer", die jenseits jeder öffentlichen Wahrnehmung den Alltag am Laufen halten. Und das mit Erfolg: Zwei Millionen Euro investierte der Familienbetrieb jüngst in ein neues Füllwerk, das im Oktober in Betrieb genommen werden soll.

Eines der Geheimnisse des mittelständischen Familienbetriebs, der sich gegen Branchenriesen wie Linde behauptet. "Wir haben sehr viel verschiedene Standbeine", sagt Stefan Widmann, der seit 2008 nach einem kurzen Intermezzo der "Air Liquide Deutschland GmbH" durch Rückkauf der Anteile wieder Herr im eigenen Haus ist.

Denn Gase werden in den unterschiedlichsten Arbeitsgebieten eingesetzt. Von der Metallindustrie, chemischen Industrie, Lebensmitteltechnik, Getränkeherstellung bis zur Bauindustrie und Medizintechnik. Somit ist die Gasbranche eine Art Spiegel der allgemeinen Wirtschaftslage. Widmann: "Wenn weniger produziert wird, fallen weniger Gase an." Doch Widmann Gase pflegt seine Standbeine auch in krisenfesten Branchen. So sind etwa kalte Winter ein Segen für die Firma, weil die boomenden Gasheizgeräte dann mehr Propan verbrauchen. Ob kalt oder warm ist aber eigentlich egal, denn selbst über einen Bilderbuchsommer kann sich Stefan Widmann richtig freuen: Dann werden mehr Flaschen für den Gasgrill im Dauereinsatz befüllt. Und selbst auf Kindergeburtstagen ist Widmann präsent: Im Portfolio der Firma finden sich auch Flaschen mit Ballongas für den Ballonspaß. So ist Stefan Widmann guter Dinge, sogar mit einem Umsatzwachstum von zwei Prozent durch das Krisenjahr zu kommen und den Umsatz von 2008 (15 Millionen Euro) zu übertreffen. Mit dem neuen Füllwerk, das durch vier meterhohe Tankanlagen auf dem Firmengelände zu erkennen ist, kann der Unterelchinger Gasspezialist künftig auch anspruchsvoll zu fertigende Gemische anbieten, wie sie die Industrie braucht. Zu den Industriegasen gehören in erster Linie Sauerstoff, Stickstoff und Argon sowie die in chemischen Prozessen gewonnenen Gase Acetylen, Wasserstoff und Kohlendioxid. Wachstumsmöglichkeiten sieht Widmann künftig in der Medizintechnik und im Segment Landwirtschaft. Wobei Stefan Widmann betont, dass er als Chef eines Familienunternehmens nicht an kurzfristiger Rendite interessiert ist. Langfristiges Denken sei seine unternehmerische Leitlinie. Diese Leitlinien können auch auf der Internetseite der Firma nachgelesen werden. Die Rede darin ist von kreativem Freiraum für Mitarbeiter sowie sozialer und ökologischer Verantwortung des Unternehmens. Sicher auch nicht alltäglich in einer umkämpften, kapitalintensiven Branche.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren