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Rechtsstreit

05.07.2010

Ein schwieriger Fall von "nicht ganz dicht"

Vöhlinhalle in Illertissen ist weiterhin undicht.
Bild: Ronald Hinzpeter

Das Dach der Vöhlinhalle in Illtertissen ist seit ihrer Fertigstellung undicht. Ein Rechtsstreit mit der Baufirma schwelt seit Jahren, weswegen das Dach nicht repariert werden darf. Und kurioserweise regnet es seit kurzem nicht mehr herein.

Architektonisch ist die Vöhlinhalle ein schöner moderner Bau. Doch das Äußere täuscht ein wenig, denn das Dach ist nicht ganz dicht - und das schon lange. Die Stadt liegt seit Jahren im Rechtsstreit mit der zuständigen Baufirma. Jetzt scheinen sich auf wundersame Weise die lecken Stellen geschlossen zu haben, zumindest hat es selbst bei den heftigen Regenfällen des Frühjahrs nicht mehr hineingetröpfelt.

2006 war die Dreifachhalle am Illertisser Schulzentrum fertiggestellt worden. Schon bald gab es erste Klagen über das schadhafte Dach. Die sind seither nicht abgerissen. Alle Versuche der Stadt, die zuständige Firma dafür haftbar zu machen, sind nach den Worten von Stadtbaumeister Manfred Norrenbrock bisher gescheitert. Ein Gutachter beschäftigt sich schon länger mit dem Fall, doch seine Arbeit sei von der Gegenseite immer wieder in Zweifel gezogen worden.

Angst um die "Beweismittel"

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Das Problem: Die Stadt hat mehrere schadhafte Stellen entdeckt, doch die können derzeit nicht repariert werden - aus juristischen Gründen. Würden sie abgedichtet, gingen sie als "Beweismittel" verloren. "Wir können da gar nichts machen", sagte Norrenbrock gegenüber unserer Zeitung, "wir bedauern das sehr." Unklar ist, welche Schäden das Wasser bereits in der Dichtung hinterlassen hat.

Unterdessen sind Übersichtspläne über alle undichten Stellen erstellt worden, das Landgericht Memmingen hat den Gutacher beauftragt, dazu Stellung zu nehmen. Allerdings traten dabei ungeahnte Schwierigkeiten auf. Anfang Januar gab es einen Wassereinbruch in der Halle. Doch an Ort und Stelle nachschauen konnte der Gutachter nicht, wie er im Mai an das Landgericht schrieb, "da aufgrund der extremen Schneehöhe weder ein Begehen der Dachfläche noch Dachöffnungen möglich waren."

Da seitdem kein Wasser mehr nach innen sickerte, hoffte er damals, zu einem späteren Zeitpunkt den Lecks in flagranti auf die Spur zu kommen. "Erfahrungsgemäß ist in den Monaten Mai, Juni und Juli mit starken Regenfällen zu rechnen, weswegen von meiner Seite davon ausgegangen wird, dass dann wieder Wassereintritte zu verzeichnen sind." In diesem Fall wolle er sofort zu einem Ortstermin erscheinen und das Dach gründlich in Augenschein nehmen.

Dummerweise blieb die Halle seither trocken. Selbst die heftigen Güsse im Mai und Juni blieben offenbar folgenlos. Warum das so ist, kann sich Norrenbrock nicht erklären, "denn die Löcher schließen sich ja nicht von alleine." Deshalb wird sich das Verfahren weiter in die Länge ziehen. Von Ronald Hinzpeter

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