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Illertissen

09.08.2020

Einblicke in das neue Feuerwehrhaus in Illertissen

Bestens im Zeitplan liegen die Arbeiten für das neue Feuerwehr-Gerätehaus am Illertisser Ahornweg. Eigentlich wäre es schon Zeit für das Richtfest gewesen, doch die aktuellen Verhältnisse erlauben das nicht.
Bild: Wilhelm Schmid

Plus Das neue Gerätehaus der Feuerwehr Illertissen ist mehr als der Stützpunkt für die Aktiven. Auch der Kreis Neu-Ulm bringt dort zwei wichtige Einrichtungen unter.

Synergie heißt das Zauberwort: Zusammenarbeit und sich daraus ergebender gemeinsamer und kostensparender Nutzen stand von Anfang an über den Planungen für das neue Gerätehaus der Feuerwehr Illertissen am Ahornweg, oberhalb der Unterrother Straße. Nun ist bereits weit mehr als der Rohbau fertig. Zeit für einen Einblick in die bisherigen Arbeiten an dem Großprojekt, in dem sich mehr verbirgt als der Stützpunkt für die Illertisser Feuerwehrleute.

Ein längst fälliges Richtfest konnte aufgrund der aktuellen corona-bedingten Verhältnisse natürlich nicht gefeiert werden. Deshalb kann die Feuerwehr Illertissen im Augenblick auch keine großen Übungen durchführen. Es finden aber zahlreiche Übungen in Kleingruppen statt, um Mannschaft, Fahrzeuge und Geräte einsatzbereit zu halten. Um sich die Fortschritte auf der Baustelle anzusehen, wurde nun erstmals wieder seit fast einem halben Jahr die komplette Mannschaft zusammengerufen. Architekt Berthold Braunger aus Blaustein und seine Mitarbeiter präsentierten den Aktiven das bisher Geschaffene und standen für Fragen aller Art zur Verfügung.

Feuerwehrhaus ist das größte Bauvorhaben in Illertissen

In Gruppen wurden die Feuerwehrleute durch den Bau geführt, und sie konnten dabei sehen, wie eng verzahnt die künftigen Funktionen des größten Bauvorhabens der letzten Jahre in Illertissen sind. Hier entsteht nicht nur ein Gerätehaus, das so gut wie gar nichts mehr mit einem „Spritzenhaus“ früherer Zeiten zu tun hat. Vielmehr werden hier auch zwei überregional bedeutsame Institutionen so untergebracht, dass schließlich ein zwar dreiteiliges, aber eng ineinander verwobenes Feuerwehr-Dienstleistungszentrum entsteht.

3000 Quadratmeter Nutzfläche stehen in dem 80 Meter langen Gebäude auf dem 8000 Quadratmeter großen Grundstück zur Verfügung. Zusätzlich steht dort die „Kalthalle“, die vom Feuerwehrverein aus Eigen- und Sponsorenmitteln sowie einem städtischen Zuschuss in Eigenleistung der Vereinsmitglieder errichtet wird. Diese Halle bietet künftig insbesondere der kommunalen Einrichtung Lagerkapazitäten für Nachschubmaterial, aber auch dem Verein Unterbringungsmöglichkeiten für seine Gerätschaften. Mehr dazu lesen Sie hier: Feuerwehr bekommt weiteren Zuschuss von der Stadt

Der gesamte Gerätehaus-Komplex ist in Stahlbeton-Fertig- und Halbfertigteil-Bauweise errichtet, die Fassade wird in heimischer Lärche verkleidet. Hauptbestandteil des Ganzen ist selbstverständlich das Gerätehaus der Feuerwehr Illertissen. Für die mehr als 70 Aktiven im ehrenamtlichen Dienst wird sie der Stützpunkt für die gesetzliche Pflichtaufgabe der Stadt, rund um die Uhr dafür zu sorgen, dass der Anspruch der Bürgerschaft auf schnelle und effektive Hilfe in Notlagen aller Art gewährleistet wird.

Anforderungen an die Feuerwehr Illertissen wachsen laufend

Menge und Anforderungen der aktuell rund 200 Einsätze pro Jahr wachsen laufend. Im neuen Gebäude entstehen hierfür neun Stellplätze für Einsatzfahrzeuge mit allen erforderlichen weiteren Räumen wie Waschhalle, Schlauchpflege, Funk-, Führungs-, Schulungs-, Büro- und Aufenthaltsräume, Lager- und Werkstattplätze sowie die dazu gehörigen Umkleiden und Sanitäreinrichtungen, um nur einige zu nennen.

Digitalfunk und Atemschutzübungsanlage finden im Feuerwehrhaus Platz

Hinzu kommen zwei Einrichtungen, die unter der Regie des Landkreises stehen, der dafür auch mit einem erheblichen Kostenanteil in das Projekt eingestiegen ist.

Noch sind sicherheitshalber provisorische Treppengeländer angebracht - ein Blick senkrecht nach oben im 25 Meter hohen Multi-Funktions-Turm, der nicht nur zur Schlauchtrocknung, sondern auch für das Fitnesstraining der Atemschutzgeräteträger und für Leiter- und Absturzsicherungsübungen dienen wird.
Bild: Wilhelm Schmid

Es sind die „Taktisch-Technische Betriebsstelle“ (TTB) für den Digitalfunk als Kommunikationstechnik der Zukunft und die Atemschutzübungsanlage, in der die Geräteträger auch aus dem Umland nicht nur ihre Grundausbildung an den lebensrettenden Geräten, sondern auch ihre in regelmäßigen Abständen vorgeschriebenen Übungen und Fortbildungen absolvieren. Schulungs-, Werkstatt- und Lagerräume sind so konzipiert, dass in allen drei Institutionen zwar die spezifischen Arbeiten getrennt erledigt, aber bei Bedarf alle notwendigen Einrichtungen gemeinsam genutzt werden können.

Das gilt auch für den 25 Meter hohen Turm, dessen Oberteil bereits seit einiger Zeit schon von der Autobahn aus zu sehen ist. Er dient sowohl zur Schlauchtrocknung als auch für das Fitnesstraining der Atemschutzgeräteträger und für Übungen zum Beispiel mit Leitern oder zur Absturzsicherung.

In zahllosen Besprechungen haben seit dem einstimmigen Baubeschluss des Stadtrates das Architekturbüro, die Stadtverwaltung und die Feuerwehrführung die Details festgelegt, die nun seit dem Baubeginn im September 2019 unter Regie des Blausteiner Architekturbüros Braunger und Wörtz von mehr als 40 Baufirmen und 15 Ingenieurbüros in die Realität umgesetzt werden. Bisher liegt trotz Corona-Krise alles bestens im Zeitplan, und wenn nichts Außergewöhnliches dazwischen kommt, dann darf laut Architekt Braunger mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme gegen Ende des ersten Halbjahres 2021 gerechnet werden.

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