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Illertissen

05.10.2020

Einbrüche in Illertisser Geschäfte häufen sich: Das sagt die Polizei

Vorsicht, Einbrecher! Die Polizei ermittelt nach Vorfällen in Illertissen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Mehrere Einbrüche haben sich in den vergangenen Wochen in Illertissen ereignet. Wie sie einzuordnen sind – und was die Kriminellen mit ihren Taten anrichten.

Sie kamen nachts, hebelten eine Tür auf oder warfen ein Fenster ein – und hinterließen nicht nur Schäden, sondern auch ein mulmiges Gefühl bei den Betroffenen: Einbrecher haben es in den vergangenen Wochen auf Illertisser Geschäfte abgesehen. Mal war es eine Gärtnerei, mal eine Bäckerei oder ein Lebensmittelgeschäft, die ins Visier gerieten. Schafften es die Täter, in die Räume zu kommen, nahmen sie meist Bargeld mit. Einmal waren kurioserweise Leberkäse und Ketchup die Beute. Der jüngste Vorfall in der Vöhlinstadt: In der Nacht zum Freitag wollte jemand in den Teeladen an der Hauptstraße gelangen – scheiterte jedoch am Versuch, die Eingangstür aufzustemmen.Was sagt die Polizei zu der vermeintlichen Einbruchsserie?

Alexander Kurfürst von der Polizeiinspektion Illertissen erläutert auf Nachfrage unserer Redaktion, dass die Einbrüche in absoluten Zahlen seiner Einschätzung nach heuer bislang nicht zugenommen haben. „Was ungewöhnlich ist, ist die zeitliche Häufung.“ Im Frühjahr habe es auffallend wenige solcher Delikte gegeben. Das könnte mit dem Corona-Lockdown zu tun gehabt haben: Es befand sich schlichtweg weniger oder gar kein Bargeld in den Geschäften. In den vergangenen Wochen aber standen immer wieder Einbrüche oder Einbruchsversuche im Polizeibericht.

Mitte September hat die Polizei mitgeteilt, zwei Tatverdächtige vorläufig festgenommen zu haben. Zuvor hatten sich in nur einer Nacht drei Einbrüche ereignet – in zwei Gärtnereien und in eine Bäckerei. Mindestens zwei der Fälle sollen in Zusammenhang gestanden haben. Im Rahmen einer Fahndung griffen die Beamten einen 28-Jährigen und eine 22-Jährige auf. Kurfürst zufolge mussten der Mann und die Frau letztlich nicht in Haft: Die Staatsanwaltschaft habe keinen Haftantrag gestellt.

Einbrecher sind mutmaßlich „auf schnelles Geld aus“

Die Ermittlungen zu jener Septembernacht sind noch nicht abgeschlossen, dasselbe gilt für andere Vorfälle. „Wir ermitteln immer in alle Richtungen“, erklärt Kurfürst. Die Polizei müsse Zusammenhänge eingehend prüfen, allein das Beuteschema lasse keine Rückschlüsse zu. Jedoch gehe man davon aus, dass die Täter „auf schnelles Geld aus“ seien, weniger auf Wertgegenstände. Die gestohlenen Summen waren zudem im dreistelligen Bereich angesiedelt, also vergleichsweise niedrig. Das kann laut Kurfürst erfahrungsgemäß auf Beschaffungskriminalität hindeuten.

Ob die Polizei nun verstärkt Präsenz in Illertissen zeigt? „Wir machen natürlich unsere Arbeit“, sagt Kurfürst. Näher will er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht auf die Frage eingehen. „Es liegt auf der Hand, dass uns das ein Dorn im Auge ist. Es ist schlecht, wenn da Leute unterwegs sind, die Einbrüche begehen.“

Kurfürst: "Psychologischen Effekt nicht unterschätzen"

Denn die Kriminellen hinterlassen in der Regel nicht nur einen Beute- und Sachschaden. Sie beeinträchtigen auch das Sicherheitsgefühl der Menschen – wenn auch nicht so stark wie bei Einbrüchen in Wohnräume. Auch rechtlich falle die Bewertung anders aus. „Wie heißt es so schön: My home is my castle“, zitiert Kurfürst ein Sprichwort und meint: Die eigenen vier Wände sind ein sehr sensibler Bereich. Zu einem Geschäft haben die Menschen meist mehr Distanz. Die Tragweite der Ladeneinbrüche soll das aber nicht schmälern: „Es sind Delikte, die die Geschädigten sehr wohl belasten. Den psychologischen Effekt darf man nicht unterschätzen“, weiß Kurfürst. Eine Folge könnte sein, dass jemand nicht mehr so gerne zur Arbeit geht, weil er ein ungutes Gefühl hat.

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