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Nordholz

26.06.2018

Eine Feuerwehr – auch für Kinder

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4 Bilder
Ronald Bentenrieder (links) und Ewald Stussak koordinieren das Leader-Projekt in Nordholz. Bisher gab es schon viele Spender, wie die Liste zeigt. Es könnten aber dennoch mehr sein. Rechts im Bild ist der neue Anbau.
Bild: Felicitas Macketanz

In Nordholz entsteht eine Einsatzzentrale für die Nachwuchslöschkräfte. Und auch ein eigenes Auto für die Kleinen ist geplant. Wie die Arbeiten vorangehen.

Der Anbau steht schon: Die Wände sind blank, eine Leiter liegt auf dem kahlen Boden und die Fenster lassen sich mithilfe einer Kurbel öffnen, sodass frische Luft in den kalten, neu geschaffenen Raum strömt. Die Feuerwehrmänner Ronald Bentenrieder und Ewald Stussak sind sichtlich stolz auf dieses Gebäude. Schließlich ist es ein Stück Dorfgeschichte, die sich hier abspielt. Denn dieser Anbau am Feuerwehrhaus in Nordholz soll nicht nur den Jugendlöschkräften dienen, sondern auch als Mehrzweckraum genutzt werden können, etwa bei Dorffesten.

Das Besondere an dem Gebäude befindet sich jedoch ein Stockwerk höher: Dort soll sich in Zukunft eine Kinderfeuerwehr-Einsatzzentrale befinden. Die Kleinen sollen eine eigene Funkstelle erhalten, eine Garderobe an der Helme und Jacken hängen und eben alles, was man für eine Kinderfeuerwehr-Einsatzzentrale für Vier- bis Zehnjährige benötigt. Das Konzept, wie diese dann genau gestaltet werden soll, werde im Moment noch erarbeitet, sagt Ronald Bentenrieder, der das Projekt zusammen mit Ewald Stussak koordiniert. Es gebe aber eine ganze Gruppe an Menschen, die sich um das Vorhaben kümmere, betont Bentenrieder. „Das sind Mamis aus dem Dorf, der Jugendwart der Feuerwehr, der Kommandant und viele mehr“, sagt er. Auch der Kreisbrandrat Bernhard Schmidt helfe den Ehrenamtlichen bei ihren Plänen.

Angefangen hatte alles bereits vor etwa drei Jahren: Marktgemeinderatsmitglied Andreas Vogel hatte damals den Stein ins Rollen gebracht. Die Idee: ein Abenteuerspielplatz und eine Kinderfeuerwehr-Einsatzzentrale mitten in Nordholz. So könnten die Nachwuchslöschkräfte bereits früh an die Feuerwehrarbeiten herangeführt werden. Außerdem könnte der Anbau auch für andere Möglichkeiten genutzt werden. In die Außenwand wurden deshalb nun beispielsweise zwei Fenster eingefügt, die so konzipiert sind, dass sie als Durchreiche für Essen während des Dorffests dienen können.

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Nordholz: Finanzgrenze muss eingehalten werden

Finanziert wird das Nordholzer Projekt einerseits durch ersparte Vereinsgelder aus der Dorfgemeinschaft und Spenden (50000 Euro) und andererseits aus Geldern eines Leader-Fonds (ebenfalls maximal 50000 Euro). Leader ist ein Programm der Europäischen Union, mit dem seit den 1990er-Jahren der ländliche Raum durch verschiedene Aktionen gefördert wird. Allerdings gibt es eine Zuschussgrenze für die Nordholzer: Übersteigt die Summe die geplanten 100000 Euro – was laut Stussak und Bentenrieder gut möglich ist – muss die Dorfgemeinschaft die Differenz selbst tragen. Keine einfache Sache, wie Bentenrieder betont, denn für die Mitgliedschaft werden keine Beiträge verlangt. „Wir finanzieren uns komplett selbst“, sagt er. Deshalb seien die Ehrenamtlichen nach wie vor auf Spenden angewiesen. Eine Tafel mit allen bisherigen Geldgebern prangt bereits am Feuerwehrhaus. Einige von ihnen packten sogar beim Anbau mit an, sagt Stussak: „Wir haben vieles selbst gemacht.“

Neben den finanziellen Vorgaben gibt es aber auch noch eine zeitliche Frist, die Tag für Tag weniger wird: Bis zum 18. November muss alles stehen, so Bentenrieder. Ab dem Bescheid für das Leader-Projekt habe man zwei Jahre Zeit, alles umzusetzen. Und obwohl der Anbau schon steht, fehlt noch einiges – wie etwa das Übungsgelände, das neben und teilweise hinter dem Feuerwehrhaus entstehen soll. Momentan stapeln sich dort einige überdimensionale Legosteine aus Beton, die später den Waldhang vor dem Herunterstürzen sichern sollen. Sie werden so aufeinandergesetzt, dass eine Mauer entsteht. „Die Steine geben dem Gelände einen besonderen Touch“, meint Bentenrieder. Ob die grauen Klötze später bemalt werden, sei unklar – aber nicht auszuschließen. Schließlich soll es ja den Kindern gefallen. Diese bekommen auch noch ihr eigenes Feuerwehrauto, auf dem sie Toben können. Es ist etwa fünf Meter lang, konnte bisher jedoch noch nicht aufgestellt werden. Bis November wird es stehen.

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