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27.06.2009

Eine Frage der Sicherheit

Illertissen (wk) - Der bayrische Fahrlehrerverband wehrt sich gegen Vorwürfe aus Feuerwehrkreisen. "Selbstverständlich ist es uns ein Anliegen, dass wir ein gut funktionierendes Rettungssystem haben", erklärt Hanspeter Albrecht. Der Illertisser Regionalvorsitzende vom Landesverband Bayerischer Fahrlehrer reagiert damit auf Aussagen des Kreisbrandrates Alfred Raible.

Raible hatte unserer Zeitung gegenüber erwähnt, dass es an der Blockade durch TÜV und Fahrerlehrerverband liege, dass es noch keine Lösung für den Feuerwehr-Führerschein ohne aufwendige Prüfung gebe, damit Nachwuchslöschkräfte weiter Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht fahren könnten.

Albrecht ergänzt, dass es allerdings dann nicht Anliegen der Fahrerlehrer sei, wenn dabei die Sicherheit im Straßenverkehr eingeschränkt werde und wenn junge Rettungskräfte dabei in erhebliche Gefahr gebracht werden.

Nach zwei Einsatzunfällen in Erlangen mit Feuerlöschfahrzeugen hatte der Fahrlehrerverband auf die Problematik eines Führerscheins bis 7,5 Tonnen "ohne jede Fahrausbildung" hingewiesen. Nach dem Entwurf des Bundesrates zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes soll den Bundesländern dies ermöglicht werden, so der Verband.

Eine Frage der Sicherheit

Lediglich eine sogenannte praktische Unterweisung durch Laien sei nach dem Gesetzentwurf Voraussetzung für die Blaulicht-Fahrt zum Einsatzort.

Die Bundesregierung vertrete die Auffassung, dass dies gegen geltendes EU-Recht verstoße und eine Strafe mit enormen finanziellen Konsequenzen nach sich ziehen könne. Von diesem Geld könnten sehr viele Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrer eine solide Fahrausbildung absolvieren, meint Verbandschef Dr. Walter Weißmann.

Unfälle belegen die Gefahr von Einsatzfahrten

Wie gefährlich Einsatzfahrten seien, belegen nach Ansicht der Fahrlehrer zehn Unfälle mit einem Schaden von gut 90 000 Euro. Von diesem Betrag könne die Ausbildung für die Klasse C 1 (bis 7,5 Tonnen) von mehr als 100 Fahrern finanziert werden.

Der Fahrlehrerverband appelliert aus diesem Grund an die Bayerische Staatsregierung, im Interesse der Sicherheit der jungen Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrer eine professionelle Ausbildung für die Fahrten mit Fahrzeugen über 3,5 Tonnen verbindlich vorzuschreiben; an die Verantwortlichen bei Feuerwehren und Rettungsdiensten, ihre Helfer nur dann auf Einsatzfahrten zu schicken, wenn sie die erforderliche Klasse C 1 erworben haben; an die Eltern von freiwilligen Helfern, dass sie im Interesse der Gesundheit ihrer Kinder auf eine professionelle Fahrausbildung drängen; an die jungen Fahrer, dass sie nur nach einer professionellen Fahrausbildung und dem Führerschein der Klasse C 1 mit Fahrzeugen über 3,5 Tonnen zum Einsatzort fahren.

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