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Illertissen

11.11.2015

Eine Illertisser "Königin" feiert Geburtstag

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Das Gehäuse der Orgel in St. Martin wurde vom ehemaligen Diözesanbaumeister Adolf K. Zach in architektonischer Anlehnung an den Christoph-Rodt-Hochaltar entworfen und vom Illertisser Malermeister Albert Vogt mit einer farblichen Fassung versehen, die sich hervorragend in den Kirchenraum einfügt.
Bild: Wilhelm Schmid

Die Orgel des Georg Jann in der Illertisser Martinskirche wird im kommenden Jahr 25. Sie ist vielseitig spielbar.

Wenn eine Königin 25 Jahre in Amt und Würden ist, so gibt das Anlass zu einer Jubiläumsfeier. 2016 werden es 25 Jahre, dass die „Königin der Instrumente“ in der Illertisser Stadtpfarrkirche neu gebaut wurde. Damit feiert die Kirchenmusik in Sankt Martin nicht nur, wie berichtet, „zehn Jahre Carillon“, sondern auch „25 Jahre Jann-Orgel“.

Im Rahmen der großen Renovierung, die unter dem damaligen Stadtpfarrer Hans Schmidt in den Jahren 1990/91 stattfand, war auch eine umfassende Umgestaltung der Westseite des Kirchenraumes vorgenommen worden. Die obere Empore, bis dahin genau so groß wie die untere, wurde so weit zurückgebaut, dass nun im Gegensatz zu früheren Jahrhunderten das Orgelwerk auf der unteren Empore eingestellt werden konnte, was auch musikalisch wesentlich mehr Möglichkeiten eröffnete. Bei den früheren Orgeln auf der oberen Etage hatten die tiefen Pfeifen in gedeckter oder gekröpfter Form eingebaut werden müssen, weil Platz nach oben fehlte. Von der unteren Empore aus war nun erstmals auch der Bau großer Register in voller Länge möglich. Zudem wurde der Treppenaufgang von der Seite in die Mitte verlegt.

Die Orgel wurde von Georg Jann aus Allkofen bei Laberweinting in Niederbayern erbaut, der damals zu den großen Meistern seines Faches zählte. Zuvor hatte er beispielsweise die Orgeln in Memmingen-St. Josef, in der Kathedrale von Porto (Portugal) und der Stiftsbasilika Waldsassen errichtet. Später folgten der Liebfrauendom in München, der Konzertsaal „Sinfonie“ in Bamberg und die Stiftskirche Altötting. Im Jann-Werkverzeichnis nimmt die Illertisser Orgel die Opuszahl 183 ein. Sie verfügt über 29 Register mit 1996 Pfeifen auf zwei Manualen und einem Pedalsatz.

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Illertissens Kirchenmusiker Markus Hubert freut sich über die hervorragende Intonation sowie die zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten, die eine äußerst kreative musikalische Gestaltung in verschiedenen Stilarten ermöglichen. Dies zeigt sich im Spiel zu den Gottesdiensten wie in zahlreichen Konzerten: Nicht von ungefähr gründete sich mit dem Orgelneubau auch der „Kreis der Freunde und Förderer von Kirchenmusik und klassischer Musik in St. Martin“, dessen Konzerte über einen hervorragenden Ruf im weiten Umkreis verfügen. Eine ganze Reihe berühmter Orgelvirtuosen waren schon zu Gast. Auch zum Jubiläum wird ein besonderes Konzert geplant: Professor Karl Maureen, einer der renommiertesten Organisten Süddeutschlands, wird gemeinsam mit dem Orchester von St. Martin am 23. April 2016 unter anderem die „Erste Sinfonie für Orgel und Orchester“ von Alexandre Guilmant aufführen.

Markus Hubert, seit 2002 auf der Orgelempore „daheim“, hat weitere Pläne für die Zukunft: Neben einer Generalreinigung des Orgelwerks in wenigen Jahren wünscht er sich ein zweites Orgelwerk hinter dem historischen Christoph-Rodt-Hochaltar, das dank moderner Übertragungstechnik auch vom Spieltisch auf der Empore aus gespielt werden könnte. Damit, so Hubert, würden auch die Gottesdienstteilnehmer in den Seitenanbauten in den Genuss der Orgelmusik kommen, die sie bisher nur gedämpft vernehmen. Zum anderen wäre in der Gottesdienstgestaltung ein effektvoller Wechsel von der Untermalung des Kantors im Altarraum zur Begleitung des Gemeindegesangs von der Empore aus möglich.

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