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Illerrieden

27.10.2020

Eine Tanzgruppe aus Illerrieden spielt mit den Schatten

Aus ihren Körpern formen die Mitglieder von Active Eight ein Auto und ein Motorrad. Mithilfe einer Rückprojektionsleinwand und eines Beamers wird die Illusion perfekt.
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Aus ihren Körpern formen die Mitglieder von Active Eight ein Auto und ein Motorrad. Mithilfe einer Rückprojektionsleinwand und eines Beamers wird die Illusion perfekt.

Plus Mit ihren Shadow Stories bringen Active Eight aus Illerrieden eine besondere Art des Theaters auf die Bühne. Wie aus Tänzerinnen Schattenspielerinnen wurden.

Das hat fast jeder schon einmal probiert: Den Zeigefinger auf den Daumen legen, Mittel- und Ringfinger sowie den kleinen Finger ausstrecken und die ganze Hand im richtigen Winkel vor eine Taschenlampe halten: Schon erscheint der Kopf eines Häschens an der Wand. Zugegeben: Manchmal sieht es auch mehr aus wie ein Hündchen.

Bei den Mädchen und Frauen von Active Eight gibt es solche Ungenauigkeiten nicht. Unter dem Titel „Shadow Stories“ hat die Gruppe die Darstellungsform des Schattenspiels auf ein anderes Niveau gehoben. Sie setzen dazu nicht nur ihre Hände ein, sondern den gesamten Körper. Mit denen formen sie Autos, Ungeheuer oder weltweit bekannte Sehenswürdigkeiten wie die Londoner Tower Bridge. Der Fantasie und Kreativität sind dabei wirklich keine Grenzen gesetzt.

Turnen hinter Vorhang wurde zur Inspiration der Shadow Stories

Vor rund fünf Jahren hat sich die Gruppe vom Showtanz auf das Spiel hinter dem Vorhang verlegt. Die Idee dazu brachte die Gruppe von einem Turnevent in München mit nach Illerrieden. Dort haben einige Sportler hinter einem Vorhang geturnt. Die Mitglieder von Active Eight haben sich dann selbst daran versucht und im Laufe der Jahre wurden daraus die Shadow Stories. Nach Auftritten bei internen Vereinsabenden der Sportfreunde Illerrieden folgten erste Anfragen von außerhalb. Die Gruppe hatte nun schon Auftritte zu Matinees der Bewegung in Ulm.

Mithilfe eines Beamers und einer Leinwand entstehen bei Shadow Stories Bilder in einer ganz ungewohnten Ästhetik. Wichtigstes Werkzeug der 13 Darsteller ist dabei der eigene Körper. Zum Teil kommen auch kleiner Requisiten zum Einsatz. Tamara, die schon von Anfang an mit dabei ist, sagt: „Man muss sich zum Teil ganz schön verrenken. Das ist nicht immer die bequemste Pose, die man da auf der Bühne einnimmt.“ Schwierig sei es auch, die gleiche Haltung wieder hinzubekommen, ergänzt Hanna. „Ein paar Zentimeter können da einen großen Unterschied machen.“ Sportlich wird es auch dann, wenn eine der Darstellerinnen für ein neues Bild auf die andere Seite der Bühne wechseln muss. Denn der kürzeste Weg über die Spielfläche fällt beim Schattenspiel weg. Stattdessen führt der Weg hinter dem Beamer vorbei. Aber nicht trampeln: Sonst wackelt das Gerät und damit auch der Hintergrund!

Auch beim Schattenspiel gilt: Jeder hat andere Stärken

Wichtig für die Illusion ist dabei auch, wie weit die Darsteller vom Beamer entfernt sind. Je näher die Mädchen an der Lichtquelle sind, desto größer ist ihr Schatten auf der Leinwand. Diesen Effekt machen sich die Darsteller bei vielen ihrer Bilder zunutze. Außerdem kennt Trainerin Geisinger ihre Mädchen genau und weiß, wo deren Stärken liegen. Manche sind in den Armen und Beinen flexibler, andere können sich dafür besser zu einer Kugel formen. Wieder andere haben mehr Talent für Schauspielerei. Hinter der Leinwand müssten die Darsteller mehr aus sich herausgehen, noch deutlicher und etwas übertriebener agieren, als wenn sie direkt vor dem Publikum stünden, erklärt Geisinger.

Ein Blick hinter die Kulissen: Vier Mädchen bauen aus ihren Körpern einen Elefanten nach.
Bild: Franziska Wolfinger

Vom Showtanz geblieben ist die mitreißende musikalische Umrahmung dessen, was auf der Bühne passiert. Gesprochen wird in den verschiedenen Szenen nicht, stattdessen helfen die passend ausgewählten Lieder dabei, die Geschichten zu erzählen. Auch moderne Songs haben es in die Show geschafft. Trainerin Christine Geisinger konnte sich nicht immer mit den von ihr bevorzugten 80er-Jahre-Hits durchsetzen, wie sie augenzwinkernd erzählt. So sind jetzt auch Billy Eilish oder die von DJ Bakermat neu arrangierte Martin-Luther-King-Rede „I have a Dream“ zu hören.

Der einzige Mann der Truppe ist Oliver Aubele. Er ist seit rund einem Jahr dabei, meist hinter dem Beamer zu finden und für alles zuständig, was mit Technik zu tun hat. Das heißt, er sorgt dafür, dass der richtige Hintergrund eingeblendet und der passende Song eingespielt wird. Gelegentlich springt er auch als Schauspieler ein.

Die Gruppe hat einen Showabend geplant

Im Frühling dieses Jahres wollte die Gruppe ihr erstes abendfüllendes Programm auf die Bühne bringen. Vier Geschichten – inklusive der dafür notwendigen Figuren – hatten sich die Mädchen mit Trainerin Christine Geisinger ausgedacht und eingeübt. Mit dabei sind unter anderem eine klassische Liebesgeschichte und eine Zeitreise, bei der ein Kind in sein Geschichtsbuch hineingesogen wird und so durch die vergangenen hundert Jahre spaziert.

Den Showabend ereilte dasselbe Schicksal wie viele andere Veranstaltungen dieses Jahr: abgesagt wegen Corona. Auch der Ersatztermin, der für diesen Herbst angesetzt war, kann nun nicht mehr stattfinden. Active Eight sind jedoch fest entschlossen, ihr Programm irgendwann vor größerem Publikum vorzuführen. Ein Termin wird bekannt gegeben, sobald ein Datum feststeht. Ticketanfragen werden aber schon entgegengenommen.

Kontakt: Termine der „Shadow Stories“ gibt es bei Facebook (Active Eight) und bei Instagram (activeeight_shadowstories). Ticketanfragen auch zum geplanten Showabend nimmt die Gruppe per E-Mail an acitveeight@web.de entgegen.

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