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Babenhausen

20.06.2018

Entsteht am Fuggerschloss bald eine Tiefgarage?

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Einige Teile des imposanten Fuggerschlosses in Babenhausen sind derzeit ungenutzt – etwa der denkmalgeschützte Zehentstadel. Wie die Zukunft des Areals aussehen soll, war nun Thema eines Treffens.
Bild: Alexander Kaya (Archivbild)

Der bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker war zu Gast in Babenhausen. Bei dem Treffen ging es um die Zukunft des Fugger-Areals.

Aufschlussreiche Gespräche im Babenhauser Rathaus: Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker war am Montag auf Einladung des Memminger Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek zu Gast im Fuggermarkt. Dort wollte er sich mit Bürgermeister Otto Göppel und den Markträten über deren Pläne und Wünsche austauschen. In Gegenwart von Hubertus Fürst Fugger und Alexander Graf Fugger stand dabei vor allem die Zukunft des Fugger-Areals im Mittelpunkt – und Pläne für eine Tiefgarage.

Dass das schon von Weitem sichtbare Schloss das Wahrzeichen Babenhausens ist, machte der Bürgermeister bereits deutlich, als er die derzeit rund 5500 Einwohner zählende Marktgemeinde vorstellte. Es handele sich um ein Bauwerk von nationaler Bedeutung, wie entsprechende Untersuchungen bestätigt hatten. Seit die einstige Brauerei im Jahr 1980 geschlossen wurde, liegen dort Wirtschaftsgebäude brach.

Da der Markt Babenhausen über keinen größeren Veranstaltungsraum verfügt, ist es seit längerer Zeit im Gespräch, den historischen, denkmalgeschützten Zehentstadel im östlichen Teil des Fugger-Areals zu einem Bürgersaal mit Platz für mehrere hundert Personen umzubauen. Göppel zufolge ist angedacht, dass die Marktgemeinde mittels Erbpacht als Bauherrin fungieren könnte. „Wir haben bereits Zuschussanträge gestellt und teilweise schon Förderzusagen erhalten“, sagte Göppel bei dem Treffen. Diese würden nach aktuellem Stand jedoch noch nicht ausreichen, um das Projekt stemmen zu können, konkretisierte er gestern gegenüber unserer Zeitung.

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Auch, was mit den Räumen der ehemaligen Brauerei geschehen soll, zeichnet sich offenbar allmählich ab, wie bei der Zusammenkunft am Montag zu erfahren war. Ein Investor habe großes Interesse bekundet, dort ein Hotel, eine Gastronomie und eine kleine Brauerei errichten zu wollen, hieß es.

Werden diese Pläne in die Tat umgesetzt, wären zusätzliche Parkplätze auf dem Areal notwendig. Auch hierfür ist bereits eine Lösung im Gespräch: eine große Tiefgarage. Die Gemeinde erhofft sich staatliche Fördermittel dafür – zumal das Fuggerschloss durch die Vorhaben aus seinem Dornröschenschlaf aufgeweckt werden könnte und die Veränderungen auf den gesamten Markt ausstrahlen würden, so Göppel.

Marktrat Thomas Held gab bei der Zusammenkunft im Rathaus aber zu bedenken, dass die Tiefgarage, welche für die Ausweisung von Stellplätzen notwendig würde, hinsichtlich eines Investors noch „in der Luft hänge“. Es sei „ein gewaltiger Batzen Geld, den man hier vergraben muss“.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte Göppel, dass das Thema Tiefgarage bislang „noch nicht in der breiten Öffentlichkeit kommuniziert“ worden sei. Den Besuch Fürackers wollten die Verantwortlichen nun nutzen, um ihn auf das Anliegen aufmerksam zu machen und nach Fördermöglichkeiten zu fragen. Denn davon hänge letztlich ab, ob die Pläne finanziell umsetzbar seien.

Alexander Graf Fugger erklärte im Rathaus, dass sich auch das Haus Fugger der Sondersituation des wunderschönen Schlossareals bewusst sei und es für wichtig halte, in Symbiose mit der Marktgemeinde und ihren Bürgern eine Lösung zu finden. „Hier geht es um den Erhalt von Kultur“, sagte er.

Finanz- und Heimatminister Füracker betonte indes: „Wer innerorts entwickelt, soll auch entsprechend unterstützt werden.“ Schließlich sei innovative Entwicklung ein großes Thema in Bayern. Mit Blick auf eine aktive Bürgerschaft und Markgemeinde sieht er der Verwirklichung eines Bürgersaals im ehemaligen Zehentstadel optimistisch entgegen: „Hier wird wirklich vorausgedacht. Deshalb sind wir auf einem guten Weg.“

Aus Sicht des stellvertretenden Bezirkstagspräsidenten Alfons Weber verhält sich der Markt Babenhausen bezüglich der Pflege von Kultur mustergültig. Deshalb müsse am Fugger-Areal etwas geschehen – wobei es gelte, den Bestand zu erhalten und Neues hinzuzufügen. Im Gegensatz zur Finanzierbarkeit sei die Umsetzbarkeit des Konzepts gegeben. Jedoch betonte Weber: „Das ist ein Projekt, das uns herausfordert.“

Als Direktor der Anton-Fugger-Realschule wünscht sich Martin Rister, dass der Markt seine Veranstaltungen irgendwann nicht mehr in der großen Aula der Schule abhalten müsse. Das Fugger-Areal bezeichnete Rister als wertvolles kulturelles Erbe: „Hier in Babenhausen ist ein Schatz bestattet, von dem viele nichts ahnen.“

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