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Oberschönegg/Dietershofen

18.02.2018

Er hat ein Herz für Stahl und Glas

Kombinationen aus Glas und Stahl: Für diese Verbindungen ist der Dietershofer Künstler Benedikt Zint unter anderem bekannt. Wie es dazu kam.
Bild: Claudia Bader

Der Dietershofer Künstler Benedikt Zint ist für die Kombination mehrerer Materialien bekannt. Aber nicht nur dafür

An diesen Moment kann sich Benedikt Zint noch genau erinnern: Als er während eines Urlaubs auf Sardinien am Strand lag und das Glitzern der Sonnenstrahlen auf der trägen Wasseroberfläche beobachtete – da kam ihm spontan eine Frage. „Wie kann ich die Farbfacetten des Meeres künstlerisch sichtbar machen?“ Und schon begab er sich in Gedanken auf die Suche nach dem geeigneten Material. Zu Hause entdeckte der gebürtige Babenhausener Fensterglas als ideale Lösung. In Kombination mit Stahl fertigt er seitdem unverwechselbare Skulpturen.

Glas besitzt eine eigene Farbe, sagt der 63-Jährige. Darauf komme man beim Blick durch eine Fensterscheibe nicht unbedingt. Vom Prinzip her sei es eigentlich durchsichtig. An Bruchstellen entstehe jedoch ein Farbenspiel: Mal bläulich, mal grünlich. Zint, ehemaliger Stahlbauschlosser, verstärkt diesen Eindruck durch einen Kunstgriff: Er umgibt seine geschnittenen Glasscheiben mit Eisen- und Stahlkörpern. Dabei überlässt er nichts dem Zufall: Ehe er mit Hammer, Meißel und Flex an die Arbeit geht, tüftelt er seine Konstruktionen mit Zeichenstift und Meterstab aus. Nach der Skizze schneidet er die Teile zu und bürstet sie so lange, bis sie einen matten, satten Farbton erhalten. Erst dann setzt der Künstler die dünnen Glasplatten ein. Die Wirkung der quadratischen, runden oder auch dreieckigen Kunstobjekte, die Zint aus Blöcken von massivem Stahl und geschichtetem Glas kombiniert, entsteht aus dem Zusammenspiel der Materialien.

Eine Auswahl seiner Glas-Stahl-Kombinationen hat der Dietershofer Künstler bei der Jahresausstellung des Berufsverbands Bildender Künstler (BBK) Allgäu/Schwaben-Süd im Herbst 2017 im Hofgarten der Kemptener Residenz präsentiert. Für seine Ausstellung mit dem Titel „Schwere, Raum und Licht“ wurde er mit dem Kollegenpreis ausgezeichnet.

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Stahl-Glas-Skulpturen sind nur eine der künstlerischen Ausdrucksformen von Benedikt Zint. „Schon als Grundschüler habe ich Farben geliebt“, sagt er. Buntstifte seien sein liebstes Spielutensil gewesen. Später habe er seine Liebe zu den Werken alter Meister entdeckt, zum Beispiel von Albrecht Dürer. „Sie haben mich so beeindruckt, dass ich sie abgemalt habe.“ Seine „künstlerische Initialzündung“ erlebte der Autodidakt, als er nach seiner Lehrzeit zum Landmaschinenmechaniker die Alte Pinakothek in München besuchte. Ein ausgestelltes Selbstporträt Dürers habe ihn so fasziniert, dass er sich später einen Farbkasten kaufte. Ein Kurs motivierte ihn zum freien Malen, wobei seine Liebe der Ölmalerei gilt. Auf Anfrage hat Zint zahlreiche Personen porträtiert, zum Beispiel den ehemaligen Oberbürgermeister Memmingens, Ivo Holzinger.

Auch in Babenhausen und Umgebung findet man einige Spuren von Zints Wirken. Im Eingangsbereich der Jugendbildungsstätte bildet eine aus rostigen Stahlgittern gefertigte Figur den Blickfang. Für den Sitzungssaal im Oberschönegger Rathaus hat Zint ein Kunstwerk mit dem Titel „Zwischen Günz und Hasel“ geschaffen. Für eine Schau am Starnberger See werde er Anfang April 2018 seine Glas-Stahl-Konstruktion „Gegenspiel“ abgeben, verrät der Künstler. Und Zint hat noch weiteres vor: Mit seinem Werk „Urbanisation“ (Städtebau) bewerbe er sich für die bevorstehende Ausstellung „Kunst 2018“ des Krumbacher Kulturvereins „Kult“.

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