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Osterberg

19.04.2020

Er ist der Schlossherr von Osterberg

Thomas Hutzelmann vor der Schankanlage in der ehemaligen Brauereigaststätte Deil. Der Besitzer des Osterberger Schlosses hat vor einigen Jahren auch die Gaststätte gekauft – und möchte sie neu beleben.
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Thomas Hutzelmann vor der Schankanlage in der ehemaligen Brauereigaststätte Deil. Der Besitzer des Osterberger Schlosses hat vor einigen Jahren auch die Gaststätte gekauft – und möchte sie neu beleben.

Plus Seit 22 Jahren lebt Thomas Hutzelmann mit seinen Eltern auf dem Anwesen. Was er nun dort vor hat – und was er mit dem Gasthof Deil machen möchte.

Das Schloss in Osterberg gehört zu den markantesten Gebäuden im Landkreis Neu-Ulm. Nicht zuletzt auch wegen des illustren Vorbesitzers Dieter von Malsen-Ponickau hat das historische Gebäudeensemble, das hoch über der Ortschaft stehend weithin sichtbar ist, großen Bekanntheitsgrad erlangt. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist es still geworden um das Schloss und seinen Besitzer. Im April 1998 ist Thomas Hutzelmann mit seinen Eltern in das historische Anwesen eingezogen. „Ich habe mich gleich in das Schloss verliebt“, sagt der Schlossherr begeistert.

Schon als er das Anwesen der Freiherren Malsen-Ponickau zum ersten Mal gesehen habe, sei für ihn sofort klar gewesen, dass er an diesem Ort leben möchte. Seither war die Schlossanlage zum Leidwesen vieler Osterberger Bürger allerdings nicht mehr öffentlich zugänglich. Wenigstens ein oder zwei Veranstaltungen im Jahr, wie beispielsweise ein Sommerfest im Schlosshof, hatten sich die Osterberger Bürger in der Vergangenheit immer wieder gewünscht.

Blick auf das Osterberger Schloss, das hoch über dem Ort weithin sichtbar ist.

Die Chancen hierfür stehen nicht mehr schlecht. Noch in diesem Jahr will Thomas Hutzelmann Schloss und Anwesen für eine öffentliche Veranstaltung öffnen. Art der Veranstaltung und Zeitpunkt stehen allerdings noch nicht fest.

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Ein offenes Schloss wie zu Zeiten seines Vorgängers Dieter von Malsen-Ponickau wird es jedoch nicht mehr geben. Der Freiherr war dafür bekannt, dass er regelmäßig gesellschaftliche Anlässe, Feste oder Jagdgesellschaften abgehalten hat. Ein derartig illustres Schlossleben liegt Thomas Hutzelmann fern. Hin und wieder eine Veranstaltung durchzuführen kann sich der Patentanwalt aber mittlerweile vorstellen. In der Anfangszeit sei es so gewesen, dass ganze Menschentrauben auf dem Schlossgelände unterwegs waren und die Privatsphäre der Familie empfindlich gestört haben. Daher habe er sich entschlossen, das Schlosstor für die Öffentlichkeit zu schließen.

Mit Blick auf Hohes Schloss, Niederes Schloss, Amtshaus, Leutehaus und Gartenhaus standen während der zwei Jahrzehnte permanente Erhaltungsmaßnahmen der historischen Bausubstanz im Vordergrund. Demnächst soll beispielsweise die Nordseite des Schlosses neu verputzt werden. Historisches Inventar konnte der 45-Jährige nicht mit übernehmen. Dieter von Malsen-Ponickau habe leider alles nach und nach verkauft und den Restbestand bei Auktionen veräußert, bedauert der heutige Schlossherr. So ist auch die stilgerechte Möblierung des Schlosses eine der zu bewältigenden Aufgaben.

Ihm schwebt Tiroler oder Südtiroler Küche im Brauereigasthof vor

Rund 300 Meter Luftlinie von seinem Anwesen entfernt engagiert sich Thomas Hutzelmann auch für den ehemaligen Brauereigasthof Deil, den er vor rund drei Jahren erworben hat. Er will ihn wiedereröffnen und mit Leben füllen. Schließlich sei es so, dass Osterberg derzeit keine Gaststätte mehr habe.

Die Renovierungsarbeiten haben sich allerdings schon etwas hingezogen. „Es ist schwierig geeignete Bauarbeiter zu finden“, sagt Hutzelmann. In ein oder zwei Jahren soll Eröffnung sein. Gastronomisch gesehen schwebt ihm Tiroler oder Südtiroler Küche vor.

Voranbringen will er ferner erneuerbare Energien. Im Fokus steht für ihn dabei die Nahwärme. Auf dem ehemaligen Deil-Gelände soll eine Heizzentrale entstehen. Eine Pelletheizung soll von da aus die Gaststätte und das Schloss mit regenerativer Heizenergie versorgen. Die Wärmeleitung ins Schloss könnte im Zuge des Ausbaus der Ortsdurchfahrt kostengünstig gebaut werden. „Unter Umständen lässt sich das Wärmenetz auch auf Haushalte beziehungsweise den Ort ausdehnen“, betont Hutzelmann.

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