Newsticker

Corona in Deutschland: Gesundheitsämter melden 7595 Neuinfektionen
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Erst ist er zu kurz, jetzt hat der Zug Verspätung

05.02.2015

Erst ist er zu kurz, jetzt hat der Zug Verspätung

Bild: Alexander Kaya

Warum Pendler und Reisende auf der Strecke Ulm – Memmingen derzeit mehr Zeit einplanen müssen

Erst war der Zug überfüllt – und jetzt hat er auch noch Verspätung: Über teilweise chaotische Zustände bei der Deutschen Bahn beklagen sich derzeit immer wieder Pendler und Zugreisende, die mit der Regionalbahn von Ulm nach Memmingen und umgekehrt unterwegs sind. Der Grund: Mal kommt die Bahn mit nur einem statt der eigentlich eingeplanten zwei Waggons, mal mit Verspätung. „Wenn das so weitergeht, steige ich wieder aufs Auto um“, beschwert sich etwa ein Pendler aus Illertissen.

40 Minuten habe er am Mittwoch auf dem Illertissener Bahnhof gestanden und gewartet. Besonders ärgerlich: „Am Bahnhof sagt dir niemand, warum der Zug nicht kommt.“ Keine Durchsagen, keine Informationen, keine Ansprechpartner. „Stattdessen hat man Frostbeulen und kalte Hände.“

Schneefall und Minusgrade machen derzeit aber offenbar nicht nur den Reisenden zu schaffen. Auch die Bahn hat mit der Witterung zu kämpfen. Neben kaputten Zugteilen, die in den vergangenen Wochen immer wieder zu Zugverkürzungen geführt hatten, bereitet nun auch der Schneefall Probleme. Denn: Wegen winterlicher Verhältnisse habe die Bahn bei vielen Zügen die sogenannte Neigetechnik vorsorglich ausgeschaltet. Das teilte ein Sprecher am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Mit der Neigetechnik können sich Züge in die Kurve legen und so schneller fahren. „Fahren sie ohne Neigetechnik, sind sie langsamer unterwegs“, so der Bahnsprecher weiter. Teilweise könne es daher zu Verspätungen von bis zu 15 Minuten kommen. „Der Schnee bleibt an den feinen Sensoren, die die Neigetechnik steuern, hängen und löst dadurch eine Störung aus.“ Um zu verhindern, dass Fahrzeuge ungeplant in die Werkstatt müssten, sei die Technik vorsorglich abgeschaltet worden.

Grund zur Beschwerde über Verspätungen gibt es nach Ansicht der Bahn allerdings nicht: Per Streckenagent – einem E-Mail-Newsletter, der über Unregelmäßigkeiten im bayerischen Regionalzugverkehr informiert – habe das Unternehmen seine Kunden bereits am 3.Februar auf mögliche Verzögerungen hingewiesen. „Den Streckenagent können Bahnreisende kostenlos im Internet abonnieren“, erklärt der Bahnsprecher.

Auch der Umstand, dass die Regionalzüge von Ulm nach Memmingen teilweise seit Wochen mit nur einem, statt der eigentlich eingeplanten zwei Waggons unterwegs sind, sei mittlerweile so gut wie behoben. „Es kommt nur noch ganz vereinzelt zu Zugkürzungen“, so der Sprecher.

Betroffen von den Verspätungen und Zugverkürzungen sind die Regionalzüge der Strecke Ulm – Memmingen – Aulendorf mit Zwischenhalten in Neu-Ulm, Senden, Vöhringen, Bellenberg, Illertissen, Altenstadt und Kellmünz. (mash)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren