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28.01.2011

Erst verkauft, dann geplant

Im Gewerbegebiet Hammerschmiede bei Herrenstetten wird auf der Fläche zwischen Wertstoffhof und der Raiffeisen Waren GmbH schon kräftig gebaut. Nun stellten Planer Erschließungsmöglichkeiten vor. Foto: evb
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Im Gewerbegebiet Hammerschmiede bei Herrenstetten wird auf der Fläche zwischen Wertstoffhof und der Raiffeisen Waren GmbH schon kräftig gebaut. Nun stellten Planer Erschließungsmöglichkeiten vor. Foto: evb
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Altenstadt-Herrenstetten Eine "optimale Erschließung" des Gewerbegebiets Hammerschmiede bei Herrenstetten - diesen Anspruch verfolgt Bürgermeister Wolfgang Höß. Ein Anspruch, dem er nach Ansicht von Marktrat Helmfried Stölzle (FWG) nicht mehr gerecht werden könne. Deshalb stimmte Stölzle in der jüngsten Marktratssitzung als Einziger gegen den Entwurf eines Bebauungsplans für das Gebiet, das an der Staatsstraße zwischen Illertissen und Altenstadt liegt.

Eigentlich gibt es für die Fläche bereits einen gültigen Plan, schließlich steht dort der Wertstoffhof und eine Halle der Raiffeisen Waren GmbH zur Getreidetrocknung. Doch die Fläche dazwischen, die ebenfalls als Gewerbegebiet ausgewiesen ist, war bisher unbebaut. Sie wurde nun aufgeteilt und an drei Unternehmen verkauft: die Raiffeisen Waren GmbH, die Firma Brugger und die Firma Möst. "Nun geht es darum, die Zufahrt sauber zu regeln", erklärte Höß. Schließlich haben die Unternehmen zum Teil schon angefangen zu bauen.

Dieser Aspekt stieß Helmfried Stölzle offensichtlich sauer auf. "Sie kommen sieben bis acht Monate zu spät", sagte er zu den Planern, nachdem die ihren Entwurf vorgestellt hatte. So habe der Markt die Grundstücke verkauft, es wurde gebaut und nun wird das Gebiet überplant - in Stölzles Augen die falsche Reihenfolge, weil so ein "billiges Sammelsurium von Gebäuden" entstanden sei. "Normal wird erst der Plan gemacht, dann die Plätze verkauft und dann mit dem Bauen angefangen."

Höß sah das anders. "Wir hatten Interessenten und konnten die Fläche nach deren Wünschen aufteilen. Jetzt planen wir die optimale Zufahrt", sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Dabei seien bewusst keine Flächen verkauft worden, die für die Erschließung notwendig sind.

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Als Zufahrt stellte Christian Schaser vom Planungsbüro Sieber drei Varianten vor, wobei die günstigste Variante zentral durch den Recyclingplatz führen würde. Hierfür schätzte Schaser die Kosten auf rund 20 000 Euro. Die Straße würde zwischen Wertstoffhof und dem Anlieferungsplatz für Grüngut verlaufen. "Eigentlich muss dazu nur der Zaun geöffnet und eine Wendeplatte gebaut werden", erläuterte Höß im Gespräch mit der IZ.

Die Planer baten die Räte auch, einige Vorschriften des Bebauungsplans zu überdenken: Etwa schlugen sie vor, auch Flachdächer zuzulassen. Und sie rieten, die Wandhöhe auf 11,50 Meter und die Fürsthöhe auf 13 Meter zu begrenzen. Zudem sahen sie vor, dass Bauwerber nicht zwingend eine Fassadenbegrünung vornehmen müssen und Freiflächen frei gestalten können, und nicht, wie bisher vorgeschrieben, gärtnerisch nutzen müssen. Höß sah bei dieser Planung außerdem die Möglichkeit, in Zukunft den Bauhof, der derzeit mitten im Ort ist, ebenfalls in das Gewerbegebiet zu verlegen.

Nachdem die Mehrheit der Räte dem Planentwurf zustimmten, wird dieser am 2. Februar bei einem Erörterungstermin den Bürgern vorgestellt.

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