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Ulm

04.02.2014

Erstes McDonalds-Restaurant in Baden-Württemberg abgerissen  

Fast weg: Das Haus, in dem einst der McDonald’s in der Bahnhofstraße war.
Bild: Oliver Helmstädter

Filiale der Fast-Food-Kette am Ulmer Bahnhofsplatz öffnete in den 1970er Jahren. Nun wurde das Gebäude plattgemacht.  

Geschichte ist seit Montag der Ulmer Bahnhofsplatz 6 – von 1976 bis November vergangenen Jahres Heimat des ältesten McDonald’s-Restaurants in Baden-Württemberg. Gerhard Schmid, Chef von acht regionalen Filialen der US-amerikanischen Kette, nahm dies zum Anlass, die Ulmer Stadtspitze in den im November eröffneten provisorischen Imbiss mitten in der Ulmer Fußgängerzone einzuladen.

„Der Weltuntergang ist ausgeblieben“, bilanzierte Ulms Finanzbürgermeister Gunter Czisch in Anlehnung an Proteste umliegender Händler ob der Container-Lösung, die bis zur geplanten Eröffnung des Einkaufsquartiers Sedelhöfe 2016 Bestand haben wird. Bedeckt gab sich Czisch, was die ausstehende Verabschiedung des Bebauungsplans angeht. Noch sei nicht abzusehen, wann das Papier, ohne dessen Rechtskräftigkeit Investor MAB nicht mit dem 130-Millionen-Projekt beginnen kann, im Ulmer Gemeinderat diskutiert wird. Wie berichtet, ist unter anderem die künftige Anlieferung des an die Sedelhöfe angrenzenden Geschäfts „Sport Sohn“ noch ungeklärt.

Gerhard Schmid jedenfalls hat ungeachtet dessen bereits einen Mietvertrag für die Sedelhöfe unterschrieben. „Natürlich“, sagt der Arbeitgeber von insgesamt 450 Menschen, darunter 350 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, verzeichne er im Provisorium mit 58 Sitzplätzen niedrigere Umsätze als im nun abgerissenen Haus mit einstmals 130 Sitzgelegenheiten. Dennoch sei er sehr zufrieden mit der Zwischenlösung auf zwei Etagen, bei dem jeder der 374 Quadratmeter optimal ausgenutzt werde.

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Von der schweren Geburt des vorübergehenden Arbeitsplatzes von 49 Menschen erzählten Czisch sowie Baubürgermeister Alexander Wetzig. Zwei Jahre verhandelte die Stadt Ulm mit dem Weltkonzern. Kompliziert war das Ganze, weil McDonald’s noch einen bis 2026 laufenden Mietvertrag bei der Stadt Ulm, dem Besitzer des Gebäudes auf dem Bahnhofsplatz 6, hatte. „Manchmal hat mir etwas das Verständnis gefehlt“, sagte Czisch. Eine der Verhandlungsrunden habe sich sechs Stunden in die Länge gezogen. Sogar zugelassene Größe und Lichtstärke des Logos der US-Kette am Provisorium sei vertraglich fixiert worden. Das 1,3 Millionen-Euro Provisorium wurde auf Kosten der Stadt Ulm errichtet, ist aber im Besitz von McDonald’s. Richtige Kosten entstehen für Ulm nicht: Lediglich die Erlöse aus dem Grundstücksverkauf an den Sedelhof-Investor MAB werden durch die Ausgaben geringer.

Der zweitdienstälteste McDonald’s Franchisenehmer bedankte sich artig bei der Stadt Ulm für die „gute Kooperation“ und führte Czisch und Wetzig noch durch die hochmoderne Burgerbraterei. „Wir verwenden nur Rind aus Deutschland“, sagte Gerhard Schmid, der „Hamburger Royal TS“ und „Mc Rib“ als seine Lieblingsburger bezeichnet. Schmid weiß auch, was „Slow Food“ ist: Der gelernte Koch machte Anfang der 70er-Jahre seine Ausbildung im Münchner Nobelhotel „Vier Jahreszeiten“. Und als 1971 in der Landeshauptstadt direkt neben dem Personalhaus seines Lehrbetriebs der bundesweit erste McDonald’s eröffnete, war der angehende Koch fasziniert von dem neuartigen Essen aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. „Ich sah große Chancen.“ Seinen Vater überredete er, ihm bei der Realisierung des bundesdeutschen McDonald’s-Restaurants Nummer 36 im Bahnhofsplatz 6 unter die Arme zu greifen. Sein Riecher war richtig: Heute gibt es in Deutschland 1440 Mal McDonald’s. (heo)

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