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23.04.2015

Es ist vollbracht

Planung der Außenanlagen: Architekt Rudolf Bader. Gärtner Dieter Gaißmayer und Bauleiter Kurt Wanner (von rechts).
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Planung der Außenanlagen: Architekt Rudolf Bader. Gärtner Dieter Gaißmayer und Bauleiter Kurt Wanner (von rechts).

Freitag wird das Benild-Hospiz eingeweiht, am Wochenende zur Besichtigung geöffnet

Die Mitglieder des Fördervereins werden die Zahl der Stunden nicht mehr überblicken können, die sie seit den ersten Planungen ehrenamtlich in ihr Projekt investiert haben. Aber jetzt ist es vollbracht. Am Freitag wird das Benild-Hospiz eröffnet. Die seit Jahren in Illertissen aufopferungsvoll angebotene, ambulante Sterbebegleitung hat nun auch eine Heimstatt gefunden – ein „Haus der Geborgenheit“. So wurde die Einrichtung, in der künftig Menschen auf ihrem letzten Weg und im Kreis ihrer Angehörigen betreut werden, getauft. Den Namen Benild hat der Förderverein von den Schulbrüdern übernommen. Benild war ein heiliggesprochener Ordensbruder. Und die Schulbrüder legten quasi den Grundstein für das Hospiz. Der Orden verließ mangels Nachwuchs 2011 Illertissen und schenkte davor sein Benildhaus dem Förderverein.

Entstanden war die Idee, ein stationäres Hospiz ins Leben zu rufen, gut ein Jahr zuvor. Sterbebegleiter des Ende der 1990er-Jahre von Gerti Keßlinger und etlichen Mitstreiter gegründeten Illertisser Hospizvereins hörten bei den von ihnen betreuten Personen häufig den Wunsch, die letzten Lebenstage in einem stationären Hospiz verbringen zu wollen. Doch die Plätze waren rar, die nächstgelegenen Häuser in Ulm, Augsburg oder Kempten meist belegt. So fanden sich Ende 2010 zur Gründung eines Fördervereins 33 Personen zusammen, den Vorsitz übernahm Roswitha Nodin.

Zielstrebig machten sie sich an die Arbeit und ließen sich dabei nie entmutigen. Gründe hätte es genügend gegeben. Alleine die Anerkennung der Kassen für die acht Betten im Haus zu bekommen, war ein Drahtseilakt. Es ist geglückt. 90 Prozent der Betriebskosten tragen die Kassen, zehn Prozent muss der Förderverein künftig Jahr für Jahr selbst aufbringen.

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Auf rund 2,1 Millionen Euro waren die Kosten für den Umbau des Benild-Hauses und den neuen Anbau veranschlagt. Laut dem stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins, Ansgar Batzner, wird es eine Punktlandung. „Wir liegen sogar noch ein wenig unter Plan“, versichert er. Geblieben ist vorläufig ein kalkulatorisches Defizit von etwa 200000 Euro, aber auch dafür lägen schon Zusagen in Höhe von 128000 Euro sowie weitere angekündigte Spenden vor. In einer für die Eröffnung ausführlich und anschaulich gestalteten Broschüre sagt der Verein allen Dank, die geholfen haben. Große Unterstützung fanden die Hospiz-Jünger bei heimischen Politikern, bei Kommunen aus fünf Landkreisen in der Region sowie bei Firmen und auch Privatpersonen. Spenden wird der Verein auch weiterhin benötigen – zur Deckung der offenen Betriebskosten. Doch am Wochenende wird dieser Umstand gewiss in den Hintergrund rücken.

Es gilt, das neue Haus zu feiern. Den Besucher erwartet eine modern gestaltete und top ausgestattete Wohneinrichtung, die fast schon WG-Charakter besitzt. So werden zum Beispiel die Gäste, deren Angehörige und das Pflegepersonal gemeinsam essen. „Gäste“ nennt der Träger die Personen, die sich in ihren letzten Tagen dem Hospiz anvertrauen. Ein Übernachtungszimmer für Angehörige ist vorhanden. Die Erfahrung habe aber gezeigt, dass die Angehörigen in der Regel lieber im Zimmer der Kranken übernachten, berichtet Geschäftsführer Andreas Lazarek, der von Beruf sowohl Betriebswirt als auch Pflegedienstleiter ist. Anfang März hat die künftige Hospizleiterin Karin Kalsen ihre Arbeit in Illertissen aufgenommen. Sie kommt aus Braunschweig, wo sie zuvor bereits viele Jahre in der Hospizleitung gearbeitet hat. 16 Mitarbeiter (einige als Teilzeitkräfte) stehen zur Verfügung, um die acht Gäste rund um die Uhr zu betreuen. Der Aufwand ist enorm. Das Hospiz schenke Wertschätzung, Achtung und vor allem Zeit, erklärt Batzner. Ein Hospiz sei kein Sterbehaus. Einrichtungsleiterin Kalsen beschreibt das in der Hospizarbeit vorgegebene Motto „Leben bis zuletzt“ aus Sicht ihrer künftigen Gäste so: „Egal wie krank ich auch bin, jeder Tag, jede Minute soll noch lebenswert sein.“ Dafür werden Personal, Förderverein und mitunter auch die Sterbebegleiter aus dem ambulanten Hospizverein als zusätzliche Betreuer der Gäste arbeiten.

Der Betrieb im Benildhospiz beginnt am 1. Mai. Es liegen schon Anmeldungen vor.

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