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Illertissen

03.11.2019

Fachsimpeln mit Copperfield: Wie dieser Illertisser sein Publikum verzaubert

Ob in England, Spanien oder in den USA: Der Illertisser Zauberer Kai Hildenbrand tritt auf der ganzen Welt auf. Mit Star-Zauberern wie David Copperfield tausche er sich regelmäßig aus, sagt er.
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Ob in England, Spanien oder in den USA: Der Illertisser Zauberer Kai Hildenbrand tritt auf der ganzen Welt auf. Mit Star-Zauberern wie David Copperfield tausche er sich regelmäßig aus, sagt er.
Foto: Sammlung Hildenbrand

Plus Kai Hildenbrand lässt Münzen verschwinden und verwandelt Gutscheine in Geld. Der Illertisser Hobby-Zauberer tritt in der ganzen Welt auf.

In seinem dunklen Jackett mit dem kleinen Spielkarten-Anstecker am Revers könnte Kai Hildenbrand ebenso gut auf einer großen Bühne stehen. Doch der Hobby-Zauberer aus Illertissen macht sich gerade im Wintergarten seines Wohnhauses für einen seiner Lieblingstricks bereit. „Mir reichen Alltagsgegenstände aus, um Menschen zu verzaubern“, sagt er, während er in seinen beiden Händen, jeweils zwischen den Daumen und den Zeigefingern gespannt, zwei rote Gummiringe vor sich hält. Die Bänder verlaufen hintereinander, kreuzen sich. Hildenbrand zieht sie auseinander, um zu zeigen: Sie sind fest miteinander verbunden.

Doch als er die Gummiringe vor sein Gesicht führt und kräftig anpustet, scheint es, als durchdringe eines der Bänder das andere. Einen halben Meter voneinander entfernt flattern sie nun leicht – noch immer um Hildenbrands Daumen und Zeigefingern gespannt. „Damit konnte ich sogar schon Copperfield beeindrucken“, sagt der 46-Jährige grinsend.

Die Eltern schenkten ihrem Bub einen Zauberkasten

Hildenbrand zeigt noch eine Reihe weiterer Kunststücke aus seinem Repertoire: Er lässt eine markierte Münze verschwinden, die in seinem eigenen Portemonnaie wieder auftaucht. Er verwandelt eine Reihe übereinander liegender, scheinbar wertloser Gutscheine durch Schütteln in 50-Euro-Scheine. Wie er all das anstellt, verrät Hildenbrand, von Beruf Justizbeamter, nicht. Das verbiete der Zauberer-Ehrenkodex: „Der Gegenüber wäre enttäuscht, wenn er erfahren würde, wie die Kunststücke funktionieren.“

Hildenbrand zaubert seit fast 40 Jahren. Als Siebenjähriger habe er von seinen Eltern einen Zauberkasten geschenkt bekommen. „Seitdem hat mich die Zauberei nicht mehr losgelassen“, erzählt er. Auch ein Idol war bald gefunden: David Copperfield. Eine Show während der ersten Welttournee des amerikanischen Star-Magiers, die Hildenbrand im Fernsehen sah, habe ihn in den Bann gezogen. „Danach habe ich mich immer mehr in meine Leidenschaft vertieft.“

Hildenbrand erhielt kürzlich den Merlin-Award, der als Oskar der Zauberer-Szene gilt.
Foto: Sammlung Hildenbrand

Hildebrand ist seither ständig auf der Suche nach Ideen für neue Tricks, lässt sich ebenso von Actionfilmen wie Alltagssituationen inspirieren. Die Kunststücke, die dabei herauskommen, sind nicht immer ungefährlich: Für ein Show-Element habe er beinahe drei Jahre lang Messerwerfen geübt. Mit seinen Tricks möchte Hildenbrand das Publikum aus dem Alltag entführen: „Es gibt genug ernste Momente im Leben“, sagt er.

Und das scheint zu gelingen, denn der Illertisser ist gefragt. Für eine Firmenfeier in Düsseldorf sei er einst von einem Privatjet am Memminger Flughafen abgeholt worden. Und sogar bei einer Scheidungsparty habe er bereits für Unterhaltung gesorgt.

Eine Einlage, bei welcher er die jeweilige Lieblingslottozahl von sechs zufällig ausgewählten Zuschauern aus dem Publikum errät, bescherte ihm kürzlich einen Merlin Award. Die Auszeichnung, die als Oscar der Zauberer-Szene gilt, wurde ihm im Rahmen einer Show im baden-württembergischen Waiblingen verliehen. 280 Zuschauer waren dazu gekommen.

Er gehört einem Weltverband für Profi- und Amateur-Zauberkünstler an.
Foto: Sammlung Hildenbrand

Doch nicht nur in Deutschland tritt der Illertisser auf: Auch in Spanien, England oder im berühmten Bellagio-Hotel in Las Vegas hat Hildenbrand bereits gezaubert. Seine Frau Petra ist oft an seiner Seite, sorgt am Mischpult für die musikalische Begleitung: „Ohne ihre Unterstützung wäre es unmöglich, meinem Hobby in dem Ausmaß nachzugehen.“

Als Mitglied des International Brotherhood of Magicians (IBM), einem Weltverband für Profi- und Amateur-Zauberkünstler, wird der 46-Jährige außerdem regelmäßig zu Magier-Treffen eingeladen. Dort kann er sich mit den Stars der Szene austauschen. Zum Beispiel mit Copperfield, den Hildenbrand nach eigenen Angaben alle zwei Jahre trifft: „Man kann sagen, dass aus meinem Idol mittlerweile ein Kollege geworden ist“, sagt er stolz.

Kai Hildenbrand ist als Zauberer viel unterwegs. Für seine Auftritte und die Zauberer-Messen nutzt er die Wochenenden und seine Urlaubszeit. Seinen Job als Justizbeamter möchte er nämlich nicht aufgegeben: „Wenn ich nur auf meine Gagen angewiesen wäre, würde der Druck steigen und die Freude an der Zauberei könnte verfliegen.“

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