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Kirche

08.05.2015

Fast fertig zum Fest

Der Dachstuhl der Kirche St. Gordian und Epimach in Unterroth birgt Rätsel: Auf dem linken Bild dreht Pfarrer Johann Wölfle an einem beweglichen Pfosten, der zu einer Winde gehört haben könnte, in der Mitte zeigt Dachdeckermeisterin Stephanie Schrapp die ausgebesserten Balken.
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Der Dachstuhl der Kirche St. Gordian und Epimach in Unterroth birgt Rätsel: Auf dem linken Bild dreht Pfarrer Johann Wölfle an einem beweglichen Pfosten, der zu einer Winde gehört haben könnte, in der Mitte zeigt Dachdeckermeisterin Stephanie Schrapp die ausgebesserten Balken.

Sanierung bringt Interessantes zutage, bald wird abgerüstet. Sonntags Patrozinium in St. Gordian und Epimach

Kommendes Wochenende feiert die Pfarrei St. Gordian und Epimach in Unterroth ihr Patrozinium. Der Gottesdienst beginnt am Sonntag um 10.30 Uhr. Anschließend bietet die Blaskapelle Unterroth vor der im neuen Rokokoviolett leuchtenden Kirche ein festliches Standkonzert.

Bis auf den Turm ist die vergangenes Jahr begonnene Sanierung abgeschlossen. Denn am mächtigen Dachstuhl der Pfarrkirche St. Epimach und Gordian hatte der Zahn der Zeit genagt. Über welche Zeit genau, das wollte die breit gespannte Holzkonstruktion nicht genau preisgeben. Im Laufe des Sommers wird auch das restliche Gerüst wegkommen, sobald der Turm den letzten Anstrich hat und die Turmuhr überholt ist. Für deren Kosten kommt die Gemeinde Unterroth auf. Des Weiteren gewährt sie auf drei Jahre verteilt einen Zuschuss von insgesamt 50000 Euro. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf 430000 Euro, wie Kirchenpflegerin Claudia Sturm informiert.

Schriftlich liegt wenig vor über die stattliche Dorfkirche, doch die Patrone Gordian und Epimach verweisen auf eine frühe Gründung der Pfarrei. Der spätgotische Kirchturm stammt aus dem 15. Jahrhundert und weist bauliche Ungereimtheiten auf. Das jüngere Kirchenschiff wurde um 1751 erbaut und 1922 nach Westen um fünf Meter mit zwei Emporen erweitert. Der Dachstuhl des Langhauses führt über einen gotischen Mauerspitzbogen in die Dachkonstruktion des Chors, dessen Mauerwerk offenbar Fundamente eines Vorgängerbaus beinhaltet. Auf der gegenüberliegenden Seite ist in der Holzkonstruktion die jüngste Erweiterung zuerkennen. Bevor diese beginnt, ist auf einem Querbalken eine Schrift eingekerbt: „Z M Jost 1751“. Außerdem fällt ein Stützbalken im älteren Trakt auf, indem er drehbar ist und eine Öffnung hat, in die ein Querholz passt. Er könnte als Seilwinde gedient haben. Vielleicht, um Getreide nach oben zu befördern oder ein sogenanntes Heiliges Grab hochzuziehen, wie Pfarrer Johann Wölfle spekuliert. Die alte Holzkonstruktion birgt allerlei Geheimnisse.

Beim Rundgang hat Bauleiterin Stephanie Schrapp von der gleichnamigen Zimmerei ihren Blick mehr auf die alte Zimmermannskunst verlegt. Sie zeigt auf von Hand gehauene Balken, Holzverzapfungen oder Holznägel. Für die Sanierung mussten Dachsparren angelascht, also verstärkt, angefaulte Balken ausgebessert oder abgestützt werden, um den Druck auf Außenmauer und Gesims abzufangen. Außerdem wurden Fußpunkte mit Deckenbalken verschraubt und die ganze Dacheindeckung einschließlich Latten für die Dachplatten erneuert.

Pfarrer Johann Wölfle freut sich besonders über den auf Rat des Denkmalamtes gewählten Außenputz im für die Zeit typischen Violett: „Statt dem bisherigen, historisch unpassendem Rauputz verweist die Kirche schon äußerlich auf den Rokokostil ihres Innenraums.

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