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Babenhausen

07.01.2019

Faszinierende Zeitreise ins Café Rieger

Mit aufwendiger Dekoration, reichlich Witz und Spielfreude erinnerten die Akteure des Landestheater Schwaben in Babenhausen an die einst rauschenden Faschingsbälle im legendären Café Rieger in Memmingen
Bild: Claudia Bader

Das Landestheater Schwaben erinnert in Babenhausen an einen legendären Künstlertreff. Was es zu erleben gab.

Der jazzige Song aus dem Film „Puttin’ on the Ritz“ lässt viele an das mondäne Hotel in Paris denken – aber auch an den berühmten Sänger und Schauspieler Fred Astaire. Im Theater am Espach entführte die mitreißende Melodie nun in das legendäre Café Rieger nach Memmingen. In einer von Patrick Schimanski inszenierten musikalischen Zeitreise durch die 1920er- bis 1950er-Jahre ließ ein Ensemble des Memminger Landestheater Schwaben die Kaffeehauskultur des 20. Jahrhunderts wieder aufleben.

Mit Songs vom Chanson über Volkslied und Schlager bis hin zu Rock’n’Roll und Jazz sowie Humor und Witz servierte das Team mit „Café Rieger“ eine faszinierende Aufführung – und zugleich einen schwungvollen Auftakt der neuen Spielsaison in Babenhausen. Bewundernswert war, welche Vielseitigkeit die sechs als Sänger und Schauspieler agierenden Akteure entfalteten. Und das war offenbar ganz nach dem Geschmack des Publikums: Es fühlte sich mitten drin in dem einst angesagten Lokal in der Memminger Maximilianstraße, das sich in den 1930er-Jahren zum vibrierenden Künstlertreff entwickelt hatte. Bei Inhaberin Maria Rieger fühlten sich nicht nur der Maler und Bildhauer Max Pöppel und die fiktive Schriftstellerin Friederike von Ahrensberg wohl. In der Aufführung durften nun auch Stars wie Heinz Rühmann, Bertholt Brecht und John Denver mitmischen.

Da wurde „das süßeste Mädel der Welt“ besungen oder von der „Night with you“ geschwärmt, dann der Haifisch mit seinen Zähnen besungen. Dazwischen versprühten Zarah Leanders berühmtes „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn“ und Chopins Melodie „In mir klingt ein Lied“ einen Hauch Wehmut und Romantik. Mit aufwendiger Dekoration und viel Kraft erinnerten die Akteure an die rauschenden Faschingsbälle im Café Rieger. Aber auch an die NS-Zeit und die danach. Und daran, wie sich die modebewusste und geschäftstüchtige Maria Rieger sich ihr Kaffeehaus zurückeroberte.

Die Pianistin setzte bei alledem viele eigene Akzente – Posaune und Tube fügten sich ins Klangbild. Alles passte so gut zusammen, dass das Publikum im Finale von einem regelrechten Stimmungshoch erfasst wurde.

Der als zweite Zugabe präsentierte Evergreen „Ein Freund, ein guter Freund“ klang vielen noch auf dem Heimweg nach.

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