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30.06.2009

Faustschlag wird teuer

Neu-Ulm (mick) - Teuer zu stehen kommt einem 17-jährigen Auszubildenden ein Fausthieb, den er einem 15-Jährigen im Neu-Ulmer Ortsteil Offenhausen im vergangenen Jahr versetzt hat. Der Jugendliche habe laut Angaben des Leidtragenden überraschend und von der Seite zugeschlagen. Die Folge: An zwei Zähnen des Opfers ist die Wurzel abgestorben.

Der Täter aus dem nördlichen Landkreis wurde bereits vor geraumer Zeit zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt und hat ein Schmerzensgeld in Höhe von 300 Euro gezahlt. Das genügte dem Geschädigten offenbar nicht, sodass sich nun das Neu-Ulmer Zivilgericht unter dem Vorsitz des Richters Thomas Mayer der Sache annehmen musste.

Der Kläger wollte für die erlittenen Verletzungen insgesamt 2000 Euro als Wiedergutmachung haben. Außerdem bestanden Eltern und Verteidiger des 15-Jährigen auf einen Feststellungsantrag.

In den kommenden 30 Jahren könnte dadurch weiteres Geld an den Geschädigten fließen, wenn er durch Folgebehandlungen erneut Schmerzen an den Zähnen erdulden muss.

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"Zähne sind wichtig und Zähne machen schön", stellte Richter Mayer fest. Dem Vorsitzenden wäre am liebsten gewesen, wenn die Sache durch eine einmalige Schmerzensgeldzahlung aus der Welt geschafft werden könnte. Er empfahl den Streitparteien nachdrücklich, einen Vergleich zu schließen. Denn ein Klagen durch alle Instanzen würde ein endgültiges Urteil erst im Jahre 2011 wahrscheinlich machen. Nach mehreren Beratungen einigten sich die Beteiligten schließlich darauf, dass der 17-Jährige noch weitere 1000 Euro in Raten an den Geschädigten zahlt. Auch der Feststellungsantrag wurde in den Vergleich aufgenommen.

"Wenn man sich schlägt, dann soll man sich nur von jemandem schlagen lassen, der auch viel Geld hat", fasste Richter Mayer mit einem Augenzwinkern zusammen.

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