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Illertissen

19.01.2021

Firma Karger aus Illertissen eröffnet neue Verzinkerei

Uli Karger (links) und Sabrina Karger (rechts) tauchten das erste Werkstück in das Zinkbad. Der Regelbetrieb im neuen Werk des Unternehmens in Bad Wurzach ist ab Februar geplant.
Foto: Martin Dambacher

Die Illertisser Firma Karger hat in Bad Wurzach ihren insgesamt vierten Standort eröffnet. Das sind die Pläne für die neue Verzinkerei.

Das Illertisser Familienunternehmen Karger hat mit einer ersten Tauchung die Anlaufphase seiner neuen Verzinkerei in Bad Wurzach gestartet. Künftig sollen nach Unternehmensangaben am neuen Standort in Oberschwaben bis zu 10.000 Tonnen Stahl pro Jahr veredelt werden.

Der Neubau kostete die Firma aus Illertissen zwölf Millionen Euro

Geschäftsführer Uli Karger tauchte zusammen mit Tochter Sabrina zum Jahreswechsel das mit dem internen Werkskürzel „VZW“ verzierte, erste Werkstück ins 450 Grad heiße Zinkbad am neuen Standort Bad Wurzach. Diese traditionelle erste Tauchung schloss nicht nur die rund elfmonatige Bauphase des nach Angaben des Unternehmens zwölf Millionen teuren Neubaus erfolgreich ab. Die Anlaufphase des insgesamt vierten Standortes von Karger hat damit begonnen. Mit Sabrina Karger, die in Bad Wurzach als Assistentin von Betriebsleiter Thomas Schröder tätig sein wird, steigt zudem die dritte Generation des Familienunternehmens in den Betrieb ein.

Sabrina Karger hat ihr Studium zur Oberflächen- und Werkstofftechnikerin abgeschlossen. Auch beim händischen Einstapeln der 25 Kilogramm schweren Zinkplatten in das knapp 40 Kubikmeter fassende Zinkbad packte die 26-Jährige fleißig mit an – immerhin galt es für die Erstbefüllung über 200 Tonnen einzulegen. Die restlichen 100 Tonnen Zink wurden dann im Anschluss in der sogenannten Flüssigphase in das 7,5 Meter lange, 1,6 Meter breite und 3,2 Meter tiefe Becken zugegeben.

So ist die neue Verzinkerei in Bad Wurzach aufgebaut

Ergänzt wird das Herzstück der neuen Verzinkerei um zwölf Becken zur Vorbehandlung der Werkstücke, zwei Becken zur Passivierung, einer automatisierten Förderanlage sowie modernsten Komponenten in Sachen Umweltaspekten.

„Durch unsere ausgereifte Absaug- und Filtertechnik erreichen wir bei der Abluft beispielsweise Emissionswerte nahe Null“, berichtet Geschäftsführer Uli Karger. Dazu arbeite man in der Produktion ressourcenschonend mit einem geschlossenen Wasserkreislauf und könne dank der Wärmerückgewinnung von April bis Oktober den kompletten Energiebedarf für Brauch- und Heizwasser selbst decken. Letzterer halte sich durch die Ausstattung der rund 3500 Quadratmeter Produktionsfläche mit einer Industriebodenheizung im Vergleich zur klassischen Lüftungsheizung auch sehr in Grenzen, so der 51-jährige weiter. Dazu könne man so ungewünschte Staubaufwirbelungen nahezu vermeiden.

Das plant die Illertisser Firma Karger für die Zukunft

Mit der geplanten Nachrüstung einer Fotovoltaik-Anlage möchte Karger in naher Zukunft ein weiteres Ausrufezeichen in Sachen nachhaltiger Energieversorgung setzen.

Die 1961 gegründete Firmengruppe Karger mit Stammsitz in Illertissen beschäftigt eigenen Angaben zufolge aktuell rund 240 Menschen, der Jahresumsatz liege bei 22 Millionen Euro. Das Leistungsspektrum im Bereich Feuerverzinkung reicht dabei von Kleinteilen und Schlosserartikeln über Serienteile für den Fahrzeug-, Gerüst- oder Systembau bis hin zu großen Stahl- und Fassadenkonstruktionen sowie Parksystemen und Gitterroste. (az)

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