Vöhringen

08.06.2015

Flüsse im Fokus

Die Iller südlich der Brücke nach Illerrieden. Deutlich sichtbar die Staustufe, die vor einigen Jahren gebaut wurde. Auch eine Maßnahme, um den Fischen gesunden Lebensraum zu schaffen.
Bild: Ursula Katharina Balken

Beim Schwäbischen Fischereitag in Vöhringen geht es auch um die Situation der Iller.

Für eine klare Linie bei den Planungen zur Entwicklung der Gewässer in der Region hat sich der Präsident des Schwäbischen Fischereiverbandes, Hans-Joachim Weirather, ausgesprochen. „Wir brauchen Konzepte für ganze Flusssysteme.“ Eine Forderung, die beim Schwäbischen Fischereitag in Vöhringen am Samstag, 20. Juni, im Wolfgang-Eychmüller-Haus – ausgerichtet von der Fischereigemeinschaft Vöhringen – im Mittelpunkt stehen wird.

Weirather geht in der Festschrift für den Schwäbischen Fischereitag, an dem sich die Delegierten und Mitglieder des Verbandes treffen, auch auf den Zustand der Iller ein. Der einst wilde Fluss sei durch Wasserbaumaßnahmen früherer Jahrzehnte längst gezähmt, aber auch verstümmelt. In Vöhringen, so der Präsident, wolle er nachdrücklich auf dieses Problem hinweisen. „Insbesondere an der Iller wird deutlich, dass aufwendige Renaturierungen im Oberlauf der Fischpopulation wenig helfen, wenn für die Fische die Wandermöglichkeiten im unteren und mittleren Abschnitt unterbrochen sind.“

Landrat Thorsten Freudenberger freut sich, dass der Fischereitag in Vöhringen und somit im Landkreis Neu-Ulm stattfindet. Die Renaturierung im hiesigen Bereich habe den Lebensraum der Fische verbessert. Freudenberger bedankt sich bei den Vöhringer Petrijüngern, dass sie als Gastgeber das Treffen sorgfältig vorbereiten.

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Bürgermeister Karl Janson sagt im Vorfeld des Fischereitages, Angeln sei mehr als ein Hobby. Dem Gewässerschutz und der Artenpflege werde vom Verein besondere Aufmerksamkeit gewidmet und sei ein Dienst am Naturschutz überhaupt.

Der Präsident des Landesfischereiverbands Bayern, Albert Göttle, bezeichnet den Schwäbischen Fischereitag als „Schaufenster der Arbeit der Fischer an den Gewässern ihrer Heimat.“ Iller, Lech und Wertach nennt er als Beispiele für den prägenden Einfluss des Menschen auf die Natur. Auch Göttle unterstreicht die Notwendigkeit „Stellung zu beziehen und auf die Gefährdung unzähliger Fischarten und die Zerstörung ihres Lebensraumes hinzuweisen“.

Dass die Fischereigemeinschaft Vöhringen nun schon zum zweiten Male Gastgeber des Schwäbischen Fischereitages ist, hebt Vorsitzender Norbert Frank hervor. Dieser Tag gebe wieder einmal mehr Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass eine strukturierte Flusslandschaft nötig ist. Im Bereich des offenen Deckwerks konnte laut Frank sogar schon ein eigener Nachwuchs von Äschen festgestellt werden. Entschieden wendet sich Frank gegen die Neuanlegung von Kleinkraftwerken. Der Fluss sei durch Energiegewinnung genug belastet.

Dem Schwäbischen Fischereitag geht in Vöhringen am Samstag, 13. Juni, das Schwäbische Königsfischen voraus. Beginn ist um 6 Uhr, Ende gegen 11 Uhr. Gewogen wird zwischen 11 und 12 Uhr am Fischerheim. Die Königsproklamation erfolgt in Anschluss an das Königsfischen. Geangelt wird am Vöhringer See und am Waldbaggersee.

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