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Illertissen

06.12.2019

Frauen: Traut euch in die Kommunalpolitik!

Mehr Frauen sollen sich politisch engagieren.
Bild: Rene Ruprecht/dpa

Die Gemeinderäte der Region bestehen zum großen Teil - manchmal sogar vollständig - aus Männern. Das muss sich ändern.

Dass Frauen in der Politik grundsätzlich nichts verloren haben, hört man – Gott sei dank – auch an Männer-Stammtischen nur noch selten. Viele Spitzenpositionen sind mit Politikerinnen besetzt: Wir Deutschen haben seit fast 15 Jahren eine Kanzlerin, die EU-Kommission hat eine Präsidentin, die CDU eine Parteivorsitzende, bei den Grünen, der SPD sowie den Linken wird der Vorsitz zwischen einem Mann und einer Frau geteilt. Und im Landkreis Neu-Ulm fordert die Illertisserin Susanna Oberdorfer-Bögel (Freie Wähler) den amtierenden Landrat Thorsten Freudenberger (CSU) heraus (Lesen Sie dazu: Freie Wähler setzen auf Susanna Oberdorfer-Bögel).

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Es gibt zwar auch bei den Berufspolitikerinnen noch Luft nach oben, doch in der breiten Masse, besonders in der Kommunalpolitik, sind Frauen in sehr schlechten Quoten vertreten: In Deutschland sind nur rund 25 Prozent aller Stadt- und Gemeinderäte sowie rund zehn Prozent der Bürgermeister weiblich. Das muss sich ändern.

Was spricht gegen eine Kandidatur?

Es mag sein, dass Frauen von sich aus eher seltener in politische Ämter streben. Vielleicht weil sie häufig tatsächlich ein zurückhaltenderes Naturell haben als Männer. Da sind dann einerseits alle Frauen selbst gefragt, sich darüber Gedanken zu machen, warum sie eigentlich nicht im Gemeinderat sitzen. Es gibt sicher viel mehr fähige Frauen in der Region, als die, die bisher in den Gremien vertreten sind. Andererseits sind die Parteien in der Pflicht, stets die Augen nach passenenden Kandidatinnen offen zu halten und diese konsequent anzusprechen. Dass das zum Erfolg führen kann, zeigen auch so manche Beispiele aus der Region.

Frauen: Traut euch in die Kommunalpolitik!

Nichtsdestotrotz ist es keine faule Ausrede, wenn Frauen ihre Entscheidung gegen eine Kandidatur damit begründen, dass sie wegen Hausarbeit und Kinderbetreuung keine Zeit für ein politisches Ehrenamt haben. Trotz aller feministischer Bemühungen: Die Geschlechterrollen sind in vielen Familien noch klassisch verteilt. Das sollte sich ändern, und zwar nicht nur, um Frauen Zeit für politisches Engagement frei zu räumen. Auch die Männer sind gefragt, ihren Partnerinnen den Rücken frei zu halten.

Vorschläge, wie der des Kellmünzer Bürgermeisters, die Kommune könne die Kosten für Kinderbetreuung während der Gemeinderatssitzung übernehmen, sind ein guter Vorstoß. Schade, dass dieser Idee (von einem ausnahmslos männlich besetzten Gremium) eine Absage erteilt wurde.

Lesen Sie zu diesem Thema unseren Bericht: Kommunalwahl: Wo bleiben die Kandidatinnen?

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