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21.11.2020

Frauen haben alle Hände voll zu tun

Der Frauenbund Iller-Roth und seine Familienhilfe waren sehr aktiv

Es gab viel zu tun im vergangenen Jahr – das geht aus den Berichten hervor, die der Frauenbund Illertissen für 2019 vorgelegt hat. Vor allem die vom Frauenbund getragene Familienpflegestation Iller-Roth hatte im vergangenen Jahr einen vollen Terminkalender.

Acht Mitarbeiterinnen waren 2019 hier angestellt, davon vier Familienpflegerinnen und vier Familienpflegehelferinnen. Insgesamt 8356 Einsatzstunden kamen dabei zusammen, davon allein in Illertissen mehr als 1200 Stunden in elf Familien. Das entspricht etwa zwölf Prozent der Gesamtstunden. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es 370 Stunden. „Hier ist zu sehen, wie die Zahlen von Jahr zu Jahr sehr stark schwanken können“, so die Einsatzleiterin der Familienpflegestation Iller-Roth, Patricia Lange.

Über die Jugendämter und die KoKi-Stellen Günzburg und Neu- Ulm bekamen Familien insgesamt 1540 Stunden Unterstützung mit dem sehr nachgefragten Haushalts-Organisations-Training (HOT). Das Hauptgeschäft sei aber nach wie vor die klassische Familienpflege mit 65 Prozent der Stunden. Zum Einsatz kommt die Familienpflege, wenn die Mütter krank zu Hause sind, während Schwangerschaft und Entbindung, Reha und Krankenhaus sowie zur Verhinderungspflege und Betreuungsleistung.

Patricia Lange berichtet aus der täglichen Arbeit: „Wir bekommen sehr oft Anfragen für Haushaltshilfe von alleinstehenden Personen, nach Krankenhausaufenthalt. Wenn ich mich umhöre, stelle ich fest, dass hier ein immenses Problem auf unsere Gesellschaft zukommen wird, im Bereich ambulante Pflege insgesamt.“ Die Familienpflege könne diese Hilfe allerdings nur begrenzt leisten, weil sie einfach zu wenig Personal habe und die Einsätze in die Tagesstruktur der größtenteils Vollzeitkräfte passen müsse.

Die Umfirmierung der Einrichtung zur gGmbH habe sich auf die Basisarbeit nicht ausgewirkt, berichtet Lange weiter. Es habe einiges aufzuarbeiten gegeben, „aber nun sind wir auf einem guten Weg“.

Natürlich hatte sich auch die Corona-Pandemie bemerkbar gemacht. Allerdings habe die Familienhilfe nur ganz zu Beginn im März 2020 zwei Einsatzabsagen wegen Krebserkrankung in den Familien bekommen. „Ansonsten haben unsere Damen mit großen Aufwand und unter manchmal erschwerten Bedingungen „die Stellung gehalten“, so Lange, die sich dafür herzlich bedankte. Keine Pflegerin sei an Corona erkrankt, keine der betreuten Familien hatte die Krankheit. „Wir haben eher mehr Anfragen, weil doch die Kinder sehr viel zu Hause sein mussten. Spürbar sei allerdings der Rückgang an finanzieller Unterstützung, seien es Zuschüsse der Kommunen oder Spenden im Bereich des Frauenbundes. Dennoch blicke sie weiter zuversichtlich nach vorne, so Patricia Lange: „ Unsere Arbeit ist unerlässlich, ein nicht zu unterschätzender Faktor im Gesundheitswesen und die positiven Rückmeldungen der Familien unterstreichen dies sehr oft.“

Zenta Kunzmann, Schriftführerin des Frauenbundes, gab einen Überblick über die vielfältigen Aktionen im vergangenen Jahr, von Theaterbesuchen über den Besinnungstag der Frauen in Roggenburg, gemeinsam gestaltete Gottesdienste und die regelmäßige „Bewegung mit Musik“.

Ein großes Dankeschön gab es für Brigitte Trunk. Sie war dreizehn Jahre als Gruppenleiterin und seit zehn Jahre als Gesamtleiterin in der Eltern-Kind-Gruppenarbeit tätig und gab nun ihr Amt auf. Gabriele Bergmeir sprach ihr im Namen der Mitglieder und des Vorstands einen herzlichen Dank für die vielen Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit aus und überreichte ein Präsent aus dem Eine-Welt-Laden. (az)

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