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Vöhringen

15.05.2018

Freie Bahn für den Familienstützpunkt

In Vöhringen soll noch in diesem Jahr ein Familienstützpunkt eingerichtet werden. Das bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales hat einen entsprechenden Antrag genehmigt. Mit dem Angebot will das Landratsamt im Kreis Neu-Ulm sein Hilfsangebot für Bürger ausweiten.
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In Vöhringen soll noch in diesem Jahr ein Familienstützpunkt eingerichtet werden. Das bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales hat einen entsprechenden Antrag genehmigt. Mit dem Angebot will das Landratsamt im Kreis Neu-Ulm sein Hilfsangebot für Bürger ausweiten.
Bild: Symbolfoto: Fabian Sommer, dpa

Bereits 2010 hat die Stadt Vöhringen einen Versuch unternommen, eine Anlaufstelle für Eltern zu schaffen – damals ohne Erfolg. Nun soll es Unterstützung in der Grundschule geben.

Beratungsangebote für Familien zu schaffen: Das hat sich die Stadt Vöhringen schon seit einigen Jahren auf die Fahnen geschrieben. Jetzt wird in der Grundschule-Nord bis Anfang September ein Familienstützpunkt eingerichtet. Wie berichtet, wurde ein entsprechender Antrag vom bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales genehmigt. „Wir sind eine familienfreundliche Stadt und wollen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse je nach Alter des Kindes und der jeweiligen Familiensituation angepasst reagieren“, sagt Bürgermeister Karl Janson auf Nachfrage. Auch in Illertissen wird es einen Familienstützpunkt geben. Für Weißenhorn müsse nach Angaben des Landratsamtes noch ein Antrag gestellt werden, dann könnte auch dort das Angebot eingerichtet werden.

In Vöhringen ist das Thema Familienhilfe dabei nicht ganz neu. Bereits 2010 hatte Janson einen Vorstoß unternommen, eine Anlaufstelle einzurichten. Im Gespräch war damals, in der Kindertagesstätte Rappelkiste ein Familienzentrum zu etablieren. Man setzte auf finanzielle Unterstützung der Aktion Mensch. Doch die Hoffnungen erfüllten sich nicht, eine Anschubfinanzierung wurde abgelehnt. Die Stadt gab so schnell aber nicht auf. Vor einigen Jahren startete der Gesetzgeber dann ein Modellprojekt für Familienstützpunkte.

In einem mehrjährigen Modellversuch wurde das vom Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg entwickelte Gesamtkonzept der Eltern- und Familienbildung in elf Landkreisen in Bayern erprobt. Das Projekt war so erfolgreich, dass es 2013 in das bayernweite Förderprogramm zur strukturellen Weiterentwicklung kommunaler Familienbildung und Einrichtung von Familienstützpunkten aufgenommen wurde. Im Landkreis Neu-Ulm hatte man sich 2013 mit der Thematik befasst und die Einrichtung dieser Stützpunkte befürwortet. 2017 wurde ein Antrag vom Jugendhilfeausschuss des Kreistags an das Bayerische Familienministerium eingereicht. Angedacht war, Familienstützpunkte in fünf Kommunen zu etablieren. Letztendlich waren es Vöhringen, Illertissen und Weißenhorn, die sich konkret um eine solche Einrichtung bewarben. „Die Gemeinde Bellenberg mochte sich leider nicht am Familienstützpunkt in Vöhringen beteiligen“, bedauert Janson. Geld vom Staat kann für das Projekt allerdings nur bis Ende 2020 erwartet werden, hieß es auf Nachfrage.

Beim Familienstützpunkt handele es sich um eine niedrigschwellige und wohnortnahe Einrichtung, die bedarfsgerechte Bildungsangebote bereithalte, gegebenenfalls auch in Kooperation mit anderen Diensten oder Einrichtungen. Die Hilfe basiere auf Beratung und Prävention, die auf den individuellen Bedarf abgestimmt werde. „Vöhringen mit seinen Ortsteilen ist groß genug für eine solche Einrichtung“, ist Janson überzeugt.

War die Kindertagesstätte Rappelkiste zunächst als Standort für den Familienstützpunkt ins Auge gefasst worden, so hat sich die Stadt jetzt für die Grundschule-Nord entschieden. Der Familienstützpunkt wird dem Hort angegliedert, sodass vorhandene Räume genutzt werden können. „Der Vorteil: Bauliche Investitionen sind dort nicht nötig“, sagt der Bürgermeister. Vor einem Jahr war der Erweiterungsbau seiner Bestimmung übergeben worden. Seitdem gibt es auch einen Hort. Der war übergangsweise im benachbarten Caritas-Centrum untergebracht. Leiterin des Hortes ist Silke Echter, die in Personalunion auch die Aufgabe im Familienstützpunkt übernehmen könnte. Zusätzlich soll eine weitere Fachkraft eingestellt werden. Die Personalkosten teilen sich die Stadt Vöhringen und der Freistaat. Die Verwaltung rechnet dabei mit einer Unterstützung von insgesamt gut 15000 Euro. Dieselbe Summe muss auch die Stadt in das Projekt investieren.

Im Stadtrat war das Thema bereits im März diskutiert worden. Die Meinungen über die geplante Einrichtung gingen allerdings auseinander. Mit sieben zu fünf Stimmen konnten sich die Befürworter des Familienstützpunktes letztlich durchsetzen.

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