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Ehrenamt

20.08.2014

Freizeitfreude auf hohem Niveau

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2 Bilder
Alle Aktivitäten der Jungfischer sind von Jugendleiter Patrick Kastler peinlich genau dokumentiert worden. In seinem PC hat er alles abrufbereit.

Wie Patrick Kastler in Vöhringen die Jugend für die Fischerei begeistert

„Gut, aber bitte noch einmal und noch genauer“: Patrick Kastlers Stimme wird bei dem Zuruf kaum lauter. Aber Noah und André verstehen genau, was ihr Jugendleiter von ihnen will. Beide üben Casting, das Zielwerfen mit der Angel. Wer die Kunst des Fischens lernt, merkt beizeiten, das ist eine Freizeitbeschäftigung auf hohem Niveau, wie das Jugendleiter Kastler nennt. Da geht es leise und geräuschlos zu. Lärm zu machen vergrault die Fische. Am Gewässer sich in Stille zu üben ist erste Anglerpflicht. Die Fischereigemeinschaft Vöhringen, die seit über 60 Jahren besteht, kann stolz auf ihren Nachwuchs sein.

Seit elf Jahren führt Patrick Kastler die Jugend. Mit Erfolg, wie die Zahlen zeigen. „Damals haben wir mit zehn Jugendlichen angefangen, mittlerweile sind es 22 geworden.“ Dass darunter auch ein Mädchen ist, freut Patrick, wie ihn die Junioren nennen. Er ist 31 Jahre alt und hat das Angeln bei Tilbert Spring und Thomas Kaim gelernt. Außerdem hat er dem Papa einiges abgeguckt. „Ich fand das Angeln schon als Bub interessant, es hat mir gefallen.“ Das Alleinsein an einem Gewässer hatte schon seinen Reiz für den Buben, als er gerade mal acht Jahre alt war.

Seine bedächtige, unaufdringliche Wesensart hat er sich bis heute bewahrt. Er strahlt Ruhe aus, die sich auf andere überträgt.

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Worauf führt Patrick Kastler den Erfolg in der Jugendarbeit zurück? „Man muss für sich werben. Wir waren die erste Jugendgruppe in Bayern, die im Internet eine eigene Seite hatte.“ Das allerdings muss beim Beruf des Jugendleiters nicht wundern. Er ist Fachinformatiker der Systemintegration.

Denkt Patrick an seine Anfänge als Jugendleiter zurück, fällt ihm sofort Siegbert Hartauer ein. „Er hat mich an die Jugendarbeit kontinuierlich herangeführt.“ Organisieren, planen, etwas unternehmen sind Eigenschaften, die Kastler auszeichnen. Deshalb sah er es auch als eine wichtige Aufgabe an, die Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren. Das lief aber nicht nur über das Internet, dazu halfen auch Veranstaltungen, die den Bürgern bewusst machten, es gibt in Vöhringen einen regen Fischereiverein, deren Mitglieder nicht nur angeln, sondern auch viel für den Umweltschutz tun. Darauf legt nämlich Vorsitzender Norbert Frank großen Wert.

Für die Jugend gibt es ein festes Programm. Zweimal im Monat gibt es ein Treffen im Fischerheim. Da wird Theorie gelernt. „Bei uns darf ein Jugendlicher auch sofort eine Angel in die Hand nehmen und ans Wasser, das vermittelt gleich ein Gefühl für das, was er tut.“ Dass dies nur unter Aufsicht geschieht, ist selbstverständlich. Das Vermitteln des theoretischen Wissens begleitet die Jugendlichen das ganze Jahr über. Regelmäßig zum Unterricht zu kommen ist geradezu eine Voraussetzung dafür, die begehrte Erlaubnis zu erhalten, nun auch offiziell fischen zu dürfen.

Was Kastler allerdings für die Zukunft etwas Sorgen bereitet, ist die zunehmende Beanspruchung Kinder und Jugendlicher durch die Vielfalt der Freizeitangebote, durch Sport, aber auch durch die Ganztagsschule. Eine Schnittstelle entstehe oft, wenn die Heranwachsenden 16 oder 17 Jahre alt sind. „Dann gibt es andere Interessen.“

Aber umso größer ist Kastlers Freude, wenn er entdeckt, dass viele Jungfischer wiederkommen, dann aber aufgrund des Alters zu den erwachsenen Petrijüngern gehören.

Dann weiß er, dass das, was er an Kenntnissen und Erkenntnissen weitergegeben hat, auf fruchtbaren Boden gefallen ist.

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