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Babenhausen

09.09.2019

Für den Glauben zog er von Indien nach Babenhausen

Am 1. September hat Pater Jaimon José Thandapilly aus Indien seinen Dienst in der Pfarreiengemeinschaft Babenhausen angetreten.
Bild: Claudia Bader

Um in der Pfarreiengemeinschaft Babenhausen wirken zu können, hat Pater Jaimon José Thandapilly einen weiten Weg auf sich genommen. Was der 41-Jährige an seiner neuen Wahlheimat schätzt.

An die im Vergleich zu seiner Heimat kühlen Temperaturen hat sich Pater Jaimon José Thandapilly schon gewöhnt. Ebenso an die deutsche Küche. „Im Gegensatz zu den scharfen indischen Gerichten kam mir das Essen am Anfang fast ungewürzt vor“, sagt der 41-Jährige. Aber inzwischen schmecke es ihm sehr gut. Im Auftrag des Karmeliter-Ordens Carmelites of Mary Immaculate (CMI) ist der indische Priester im Jahr 2010 nach Deutschland gekommen. Zum 1. September hat er seinen Dienst in der Pfarreiengemeinschaft Babenhausen angetreten, um Pfarrer Thomas Brom zu unterstützen.

„Ich wurde hier sehr herzlich und entgegenkommend aufgenommen“, sagt der indische Priester, der vor Kurzem in das geräumige Pfarrhaus in Kettershausen eingezogen ist. Jetzt freut er sich darauf, die Gläubigen in den einzelnen Kirchengemeinden – St. Andreas Babenhausen, St. Ursus Klosterbeuren, St. Martin Winterrieden, St. Sebastian Engishausen, St. Michael Kettershausen, St. Vitus Tafertshofen, St. Leonhard Mohrenhausen und St. Agatha Zaiertshofen – kennen zu lernen.

Pater Jaimon wächst im südindischen Bundesstaat Karala auf

Pater Jaimon ist im südindischen Bundesstaat Kerala geboren und gemeinsam mit seinem Bruder in einer christlichen Familie aufgewachsen. „In meiner Heimat bilden die Hindus mit rund 80 Prozent die Mehrheit. Die zweitgrößte religiöse Gruppe sind Muslime, weiß der Pater. Im gesamten Land lebten nur zwei Prozent Katholiken, aber in Kerala liege ihr Anteil bei rund 22 Prozent. „Bei uns ist es Tradition, dass aus jeder Familie ein Pfarrer oder eine Nonne hervorgehen“, erklärt der Geistliche. Aber auch, weil ein Onkel und ein Cousin Priester geworden sind, habe er bereits als Kind den Wunsch gehabt, denselben Weg einzuschlagen.

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Nach dem Abitur hatte Jaimon José Thandapilly im Alter von 15 Jahren sein Elternhaus verlassen, um in Nordindien, rund 3.000 Kilometer entfernt von seiner Heimat, dem Orden Carmelites of Mary Immaculate beizutreten. Als Diakon kehrte er wieder nach Kerala zurück, wo er als 30-Jähriger die Priesterweihe empfing. 2010 wurde Pater Jaimon von seinem Orden nach Deutschland geschickt.

Vor neun Jahren kam er als Missionar nach Deutschland

Die Carmelites of Mary Immaculate – übersetzt „Die Kongregation von Karmelitern von der Unbefleckten Gottesmutter Maria“ – sind ein römisch-katholischer Männerorden. Er verzeichnet pro Jahr 50 bis 60 Priesterweihen. Ziel der Ordensbrüder ist es, durch ihre Seelsorge eine geistliche Erneuerung und ein Wachstum im Glauben zu bewirken. Derzeit zählt der Orden über 3.000 Mitglieder in fünf Missionsdiözesen und 16 Provinzen, die in Indien und von dort aus in 24 Ländern ihren Dienst verrichten. Allein 120 Mitglieder sind in Deutschland tätig.

„Da die rund 1.500 katholischen Familien in Indien jeweils einen Priester stellen, hat der CMI-Orden genügend Geistliche zur Verfügung, die zur Mission ins Ausland entsandt werden können“, erklärt er. Zwei Jahre wirkte er als Seelsorger im Kölner Stadtteil Bickendorf, fünf Jahre in der nordrhein-westfälischen Gemeinde Morsbac, zwei Jahre in der Großstadt Remscheid.

Im ländlich geprägten Unterallgäu beeindruckten Pater Jaimon die schönen Kirchen. Besonders schwärmt er von der Kapelle Petrus von Alcantara in Unterschönegg, die er bei einem seiner ersten Gottesdienste kennen lernte. Nun hat es den Pater aus Indien in die Pfarreiengemeinschaft Babenhausen verschlagen. Seinen ersten Dienstplan werde er diese Woche im Gespräch mit seinem Vorgesetzten, Pfarrer Thomas Brom, aufstellen, sagt der Geistliche.

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