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Babenhausen

23.01.2020

Für seine Kameraden steht er gerne in der Küche

Als Hobbykoch liebt es Josef Stecher, seine Freunde zu bewirten.
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Als Hobbykoch liebt es Josef Stecher, seine Freunde zu bewirten.
Foto: Claudia Bader (Repro)

Vor 40 Jahren legte Josef Stecher aus Babenhausen den Grundstein für die „Hüttengemeinschaft Obereinharz“. Ein Rückblick.

Diese Überraschung hat Josef Stecher aus Babenhausen noch gut in Erinnerung: Mit seinen Freunden saß er um den Tisch einer Ferienhütte nahe Immenstadt. „Wir hatten schon unsere Liedbüchlein hergerichtet und freuten uns auf ein paar gesellige Stunden. Aber leider fehlte unser Musikant noch.“ Als sich die Hüttengemeinschaft Obereinharz, wie sich die Gruppe nennt, schon damit abgefunden hatte, den Abend ohne das gewohnte Singen zu verbringen, klopfte es zu später Stunde an der Tür. „Blitzschnell hat Bernd Stegmann sein Alphorn herein geschoben und kräftig hineingeblasen. Der lautstarke Auftakt hat den Abend gerettet“, erinnert sich Stecher.

Nach vier Jahrzehnten gibt Josef Stecher die Aufgabe ab

Wenn er von den Hüttenwochenenden erzählt, die er mit seinen Kameraden im Allgäu verbracht hat, kommt der Babenhauser aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Vor 40 Jahren hat Stecher die regelmäßigen Treffen der Männerrunde initiiert und diese seither auch organisiert und geleitet. Nach vier Jahrzehnten hat sich der 78-Jährige vor Kurzem aus gesundheitlichen Gründen von der Aufgabe verabschiedet. Die Freunde bedankten sich mit einer Urkunde und zünftigen Feier.

Die Hüttengemeinschaft Obereinharz kommt regelmäßig zusammen.

Entstanden ist die Idee zu der Hüttengemeinschaft 1979. Als Mitglied der Fußballmannschaft AH2 im TSV Babenhausen hatte Stecher für seine Kameraden einen geselligen Jahresabschluss organisieren wollen. „Um dieser Feier einen besonderen Rahmen zu geben, habe ich für das Wochenende eine Hütte in Bühl am Alpsee gemietet“, erzählt der gelernte Metzger und Hobbykoch. Dabei wollte er die Freunde, die vorwiegend in Babenhausen, aber auch in Kettershausen und Boos wohnen, gut bewirten. Nach der Erstellung des Speiseplans belud er das Auto mit Lebensmitteln und Getränken und fuhr in Richtung Allgäu. Kaum angekommen, war Stecher voll in seinem Element. Noch während seine Kameraden ihr Quartier bezogen, nahm er die Küche in Beschlag. Das Abendessen sollte pünktlich auf dem Tisch stehen. Wer eine einfache Mahlzeit erwartet hatte, wurde überrascht.

Um seine Freunde zu verwöhnen, war dem leidenschaftlichen Koch stets kein Aufwand zu viel. Fisch oder Schinkenröllchen mit heißem Knoblauchbrot als Vorspeise gehörten für den Küchenchef ebenso zur Verpflegung wie Kasseler Rippchen mit Kraut – und jeden Tag Salat. „Natürlich bin ich auch auf Wünsche eingegangen und habe manchmal zu später Stunde noch Gruibenschmalz serviert“, sagt Stecher.

Frühmorgens, als seine Kameraden noch schliefen, stand der Koch schon in der Küche. „Es hat mir immer Spaß gemacht, ein Frühstücksbuffet herzurichten“, berichtet er. „Damit der Weckruf auch von allen in der Hütte gehört wurde, habe ich die zum Keller führende Falltüre ein Stück angehoben und dann kräftig auf dem Boden aufschlagen lassen. Dieser Radau hat selbst den letzten aus dem Bett gerissen“, sagt Stecher und schmunzelt. Während die Freunde die Vormittage mit Wanderungen und Kartenspielen verbrachten, entwickelte er sich quasi zum Heimchen am Herd. „Mittags gab es Kaffee und Kuchen, die unsere Frauen spendiert haben.“ Abends stand ein Drei-Gänge-Menü mit erlesenen Weinen auf dem Speiseplan. Dabei legte der Hobbykoch Wert auf einen schön gedeckten Tisch.

Neben dem Kartenspielen kam bei den Hüttenwochenenden, die später in Obereinharz stattfanden, das Singen nicht zu kurz. „Mindestens eineinhalb Stunden lang täglich waren Pflicht“, sagt Stecher: „Wir hatten immer gute Sänger in unserer Männerrunde.“ Die Begleitung übernahm Bernd Stegmann auf der steirischen Harmonika. „Der Bernd hat die Hüttenrunde auch regelmäßig mit selbst gedichteten, bis zu drei Seiten langen Gstanzl bereichert“, so Stecher. Als er erzählt, wie er zum Abschied mit seinen Kameraden in das Lied „Gute Freunde kann niemand trennen“ einstimmte, treten ihm Tränen in die Augen.

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