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20.02.2015

Funkt es im Feuerwehr-Neubau digital?

Genügt ein einfacher Anbau für die Zukunft der Feuerwehr, wie ihn Ansgar Bauer vorschlägt? Die Kommunalpolitiker scheinen uneins.

Noch ist unklar, ob nur erweitert oder komplett frisch gebaut wird. Jetzt kommt Bewegung in die Debatte

„Ein alter Hut, das funktioniert nicht“ – mit diesen klaren Worten machte gegenüber unserer Zeitung ein altgedienter Feuerwehrmann deutlich, was er vom Vorschlag der Freien Wähler hält, das Illertisser Gerätehaus zu erweitern. Allerdings ist die Meinungslage in Kreisen der Kommunalpolitiker durchaus nicht so klar. Viele scheinen hin- und hergerissen zwischen Umbau und komplettem Neubau. Nächste Woche wird sich der Stadtrat mit dem Thema befassen und voraussichtlich zwei Gutachten in Auftrag geben. Eines soll Aufschluss darüber geben, was der FW–Vorschlag kostet und was er wirklich bringt, im anderen wird ein kompletter Neubau an der Unterrother Straße durchgerechnet. Der könnte möglicherweise noch um eine Einrichtung von überregionaler Bedeutung erweitert werden.

Wie berichtet, hatte Stadtrat Ansgar Bauer von den Freien Wählern, ein selbstständiger Zimmermann, eine Planskizze für eine verhältnismäßig günstige Erweiterung präsentiert. Der Anbau soll seiner Schätzung nach nur 1,8 Millionen Euro kosten. Eine vergleichbare Idee hatte vor knapp zehn Jahren der einstige Zweite Bürgermeister Alfred Kuisle vorgestellt, erinnert sich Rathauschef Jürgen Eisen. Allerdings sei so etwas mit den heutigen Gegebenheiten vermutlich nicht mehr umzusetzen: Der angedachte nördliche Anbau kann den vorgeschriebenen Grenzabstand zur Wohnbebauung auf dem einstigen Walser-Grundstück nicht einhalten.

Dennoch ist Eisen der Meinung, dass Bauers Vorschlag eine Chance bekommen und von einem Fachmann detailliert durchgerechnet werden soll. Das sagte er gestern auf Nachfrage unserer Zeitung: „Die Idee hat ihre Berechtigung. Wenn dadurch Millionen gespart werden könnten, wäre das okay.“ Allerdings glaubt Eisen, die Verwirklichung würde deutlich teurer kommen, denn das bestehende, rund 30 Jahre alte Gerätehaus müsste ja auch noch saniert werden.

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Ein Neubau an der Unterrother Straße – ein entsprechendes Grundstück hat die Stadt bereits gekauft – böte aus Sicht des Bürgermeisters einige Vorteile. So könnte dort neben einem Gerätehaus auf dem neuesten Stand, plus Atemschutzstrecke, eine Einrichtung entstehen, die sich im Fachjargon „technisch-taktische Betriebsstelle“ für den Digitalfunk nennt. „Das wäre eine Art Spezialwerkstatt für Digitalfunktechnik“, erläutert Illertissens Feuerwehrkommandant Erik Riedel. Dort würden die neuen Funkgeräte aus den Einsatzfahrzeugen der Kreise Neu-Ulm, Günzburg und Unterallgäu gewartet. Der Standort sei ideal, denn er könne über die Autobahnen sehr einfach angefahren werden. Der Vorteil laut Riedel: Die zentrale „Betriebsstelle“ wäre ständig besetzt, im Idealfall mit zwei Feuerwehrleuten. Illertissen liegt offenbar gut im Rennen, was die Etablierung einer solchen Einrichtung angeht. Würde sie zusammen mit der Kreis-Atemschutzstrecke in einem neuen Gerätehaus eingerichtet, ergäben sich „Synergieeffekte“, etwa bei den Baukosten.

Doch was würde mit dem Blaulichtbezirk an der Vöhlinstraße passieren, wenn an der Unterrother Straße ein neues Spritzenhaus entstünde? Eisen hat da bereits verschiedene Ideen. So könnte im Altbau etwa der städtische Sitzungssaal eingerichtet werden. Bisher tagen Stadtrat und Ausschüsse in der Schranne, doch dafür muss jedes Mal aufwendig die Bestuhlung hin und wieder weggeräumt werden. Würde das wegfallen, wäre sie noch stärker für Veranstaltungen nutzbar. Der Bedarf sei da, so Eisen. Er könnte sich in dem Bauwerk auch ein Mehrgenerationenhaus vorstellen. Zudem geistert der Vorschlag durch die Stadt, mit den historischen Feuerwehrfahrzeugen, die derzeit bei der Firma Kränzle stehen, eine Art Oldtimermuseum einzurichten.

Eine endgültige Entscheidung über das Feuerwehrhaus fällt nach Schätzung des Bürgermeisters frühestens im Sommer. Am Donnerstag werden lediglich zwei Architekten beauftragt, die im Raum stehenden Varianten Neubau und Erweiterung im Detail durchzurechnen. Am Freitag steht das Thema auch auf der Tagesordnung der Feuerwehr-Hauptversammlung.

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