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Senden

22.05.2015

Ganovenpech: Polizist ist vor den Einbrechern da

Weil sie beim Einbruch in Sendener Wohnhäuser erwischt wurde, mussten sich drei Männer vor dem Amtsgericht Memmingen verantworten.
Bild: Symbolbild: Alexander Kaya

Kosovaren wollen Häuser in Senden plündern und werden verhaftet. Alle müssen ins Gefängnis

Beide Kosovo-Flüchtlinge waren nach Deutschland gefahren und hatten Asyl beantragt, weil man ihnen gesagt hatte, dass sie hier je 350 Euro pro Monat erhalten würden.

In Ulm sprachen sie den Griechen an und baten ihn, sie nach Senden zu chauffieren. Dort kauften sie eine Bohrmaschine und Schraubenzieher und ließen sich in das Wohngebiet nahe des Sendener Feuerwehrgerätehauses fahren. Beide Kosovaren versuchten, in der Buchenstraße ein Fenster an einem Wohnhaus aufzubrechen, aber entgegen ihrer Annahme war dort jemand zu Hause und so flüchteten sie. Doch damit nicht genug: Ein paar Hundert Meter weiter, in der Isarstraße, hebelten sie wieder bei einem Wohnhaus das Fenster auf, stiegen ein und stahlen Schmuck und Bargeld im Gesamtwert von 6800 Euro. Auch dort wurden sie von der Hausfrau überrascht und flüchteten sofort mit ihrer Beute in dem wartenden Auto. Schon nach wenigen Minuten aber wurden sie von der Polizei festgenommen. Was sie nämlich nicht wussten: Bereits eine Viertelstunde vor dem ersten Einbruchsversuch war einem Ulmer Kripobeamten, der sich gerade wegen anderweitiger Ermittlungen in dem Wohngebiet aufhielt, das Auto des Griechen aufgefallen, weil es auffällig hin- und herfuhr.

Der Kriminalbeamte lotste daraufhin die von den Hausbesitzern alarmierten Polizeistreifen zur Festnahme der drei Insassen. Diese gaben sofort alles zu und rückten die komplette Beute heraus.

Zu Prozessbeginn erwirkten ihre drei Verteidiger ein „Rechtsgespräch“ mit Richter Nicolai Braun und Staatsanwältin Kiemel. Demzufolge wurde den Angeklagten für den Fall eines vollen Geständnisses eine Strafe in Aussicht gestellt, die zwischen eineinhalb und zwei Jahren für die Kosovaren und maximal ein Jahr und drei Monate für den Griechen lauten sollte.

Nach längerer Beratung – einer der beiden Kosovaren wollte zunächst „lieber hingerichtet werden, als zwei Jahre in Haft gehen“, wie die Dolmetscherin übersetzte – entschlossen sich alle drei zu einem Geständnis. Die beiden Einbrecher erklärten dazu, sie hätten nur aus wirtschaftlicher Not gehandelt und wären nie in die Häuser eingebrochen, wenn sie gewusst hätten, dass sich dort Leute aufhielten.

Richter Braun hielt in seiner Urteilsbegründung dem griechischen Fahrer vor, er habe „eine dumme Entscheidung“ getroffen, als er sich habe engagieren lassen, obwohl er wegen eines Diebstahls unter Bewährung stand. Den Einbrechern warf er „dreistes Vorgehen“ vor, da sie nach dem misslungenen ersten Versuch gleich in ein anderes Haus eindrangen.

Frau leidet noch immer unter dem Schrecken

Vor der Urteilsverkündung wollte sich ein Angeklagter bei der Frau entschuldigen, in deren Haus er eingebrochen war. Diese lehnte dies aber ab, weil sie heute noch unter dem Schrecken leide.

Beide Einbrecher werden nach der Haft in ihre kosovarische Heimat abgeschoben.

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