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Wintereinsatz 1

14.01.2019

Gefahr unterm Dach: Feuerwehr muss schippen

Die starken Schneefälle schaffen hohe Lasten auf dem Hallendach.
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Die starken Schneefälle schaffen hohe Lasten auf dem Hallendach.

Auf einem Kühllager in Altenstadt musste dringend der Schnee geräumt werden. Das war nicht einfach

Eiskalter Einsatz in luftiger Höhe: Die Feuerwehr hat in der Nacht zum Samstag das mehr als 7000 Quadratmeter große Flachdach auf der Kühlhalle des Aldi-Zentrallagers in Altenstadt vom Schnee befreit. Die Schneemassen hätten die Halle schlimmstenfalls zum Einsturz bringen können – weil unter dem Dach mit der gefährlichen Chemikalie Ammoniak gefüllte Leitungen verlaufen, hätte das ein hohes Risiko für die Umwelt bedeutet. Hier ein Überblick.

Am Freitagnachmittag gegen 16Uhr wurde die Feuerwehr Altenstadt, wie berichtet, zum Aldi-Zentrallager an der Illertalstraße gerufen. Dort hatten Messungen mittels Schneewaage ergeben, dass die Belastung schon bei rund 85 Kilogramm pro Quadratmeter lag. Deshalb musste aufgrund der Wettervorhersagen befürchtet werden, dass bei noch mehr Schneefall oder gar Regen die maximale Belastung von rund 95 Kilo pro Quadratmeter erreicht werden könnte.

Die Gefahr: Ein Einsturz von Teilen des Daches der Kühlhalle hätte die unmittelbar darunter verlaufenden Leitungen mit Ammoniak-Kühlmittel in Mitleidenschaft ziehen können. Deshalb beschloss Kommandant Christian Link nach Absprache mit zwei Fachberatern des Technischen Hilfswerks, zumindest das Dach über der zweigeschossigen Halle zu räumen. Gegen 17 Uhr begann die Feuerwehr Altenstadt mit der Arbeit, wobei zwei Schneefräsen eingesetzt wurden, die von Privatleuten zur Verfügung gestellt wurden, und dazu kamen eine Menge Schneeschaufeln und Schubkarren zum Einsatz. Die Altenstadter Wehr war bis gegen Mitternacht mit rund 35 Mann tätig und wurde dann von den Ortsteilwehren aus Illereichen und Filzingen abgelöst, sodass insgesamt rund 60 Einsatzkräfte beschäftigt waren.

Zusätzlich hatte die Feuerwehr Illertissen einen großen Lichtmast zur Verfügung gestellt. Damit und von Scheinwerfern auf der Drehleiter ausgeleuchtet, gingen die Feuerwehrleute daran, den Schnee an den Rand des Hallendaches zu schieben und von dort aus über die Dachkante hinunter auf dem Boden zu schaufeln. Die an der Dachkante arbeitenden Einsatzkräfte mussten dazu sicherheitshalber angeleint werden.

Am Samstagmorgen gegen 4 Uhr wurde der Einsatz erfolgreich beendet. Eine Räumung des gesamten Zentrallager-Daches war nicht nötig, hieß es: Es bestand zum einen keine akute Gefahr für die Umwelt – und zum anderen wäre das per Hand wegen der Größe von rund 80000 Quadratmetern von Hand zu aufwendig gewesen. Und zur Abstützung der Halle im Inneren mithilfe von Baustützen wären nach Schätzungen des Technischen Hilfswerks rund 2000 Stützen erforderlich gewesen. Diese hätten aber den gesamten Lagerverkehr mit Staplern und Paletten-Hubwagen unmöglich gemacht – mit nicht absehbaren Folgen für die Belieferung mehrerer Supermärkte der Discounter-Kette.

So blieb im Zuge des Einsatzes in Altenstadt nur die Hoffnung, dass die Schneedecke dank des einsetzenden Tauwetters wieder auf natürlichem Wege dünner und damit leichter wurde – was schließlich auch der Fall war.

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