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Oberschönegg

29.08.2020

Gefunkt hat es beim Schützenfest: Ehepaar Reinöhl feiert Goldene Hochzeit

Reinhold und Annemarie Reinöhl feierten Goldene Hochzeit. Das Bild zeigt sie mit Pfarrer Oliver Rid.
Bild: Sonntag

Plus Annemarie und Reinhold Reinöhl aus Oberschönegg sind seit 50 Jahren verheiratet. Das Paar engagiert sich – zum Beispiel im Verein „Hilfe für Kinder in Uganda“.

Wie vor 50 Jahren fand ein Gottesdienst in der Kirche St. Ulrich in Dietershofen statt: Annemarie und Reinhold Reinöhl aus Oberschönegg haben kürzlich Goldene Hochzeit gefeiert. Corona-bedingt war zwar die Gästezahl begrenzt, jedoch waren alle Trauzeugen und das „Bräutle“ anwesend. Stadtpfarrer Oliver Rid aus Marktoberdorf, ein Freund der Reinöhls, bestätigte dem Paar, alles richtig gemacht zu haben. „Feste Fundamente halten ein Leben lang. Das seht ihr an eurer Ehe und auch an eurem Haus, das ihr zu gleicher Zeit gebaut habt.“

Pfarrer Rid lobte das soziale Engagement des Paares. Seit mehr als 20 Jahren ist Reinhold Reinöhl Vorsitzender des Vereins „Hilfe für Kinder in Uganda“, auf den zwei Schulen in dem afrikanischen Land zurückgehen. Etwa 14000 Kindern sei ein Schulbesuch ermöglicht worden. Derzeit wird, wie berichtet, ein Bettenhaus für 300 Mädchen gebaut. Auch in der Pfarrei habe sich der Jubilar zwei Perioden lang als Pfarrgemeinderatsvorsitzender verdient gemacht. Reinöhl führte etwa einen Seniorennachmittag ein und holte dazu Senioren aus allen Filialgemeinden ab. Da er einen Busführerschein besaß, organisierte er nicht nur Ausflüge für die Pfarrgemeinde und Ministranten, sondern war zugleich Chauffeur.

Annemarie Reinöhl singt seit 55 Jahren im Chor

Ohne Unterstützung seiner Frau wäre ihm dies alles gewiss nicht möglich gewesen, wandte sich Pfarrer Rid Annemarie Reinöhl zu. Er würdigte ihren Dienst im Kirchenchor, den sie seit 55 Jahren mit ihrer Sopranstimme verstärkt. Chorleiterin Ria Kößler-Rothdach schätzte, dass Annemarie Reinöhl etwa 2000 Proben besucht hatte.

Reinhold Reinöhl kam in Wiggensbach zur Welt und wohnte später in Babenhausen. Er erlernte den Beruf des Automechanikers. Nach dem Wehrdienst bewarb er sich bei der Molkerei Ehrmann und lieferte 35 Jahre lang mit dem Lkw Produkte in viele Länder Europas. Er glaubt, etwa drei Millionen Kilometer gefahren zu sein. Seine Frau stammt aus Oberschönegg und erlernte die Hauswirtschaft. Später wechselte sie ebenfalls zu Ehrmann und arbeitete in der Produktion.

Das Paar hat sich bei einem Schützenfest in Unterroth kennengelernt. Das hübsche Mädchen habe ihm von Beginn an gefallen, so Reinöhl – und so lud er es zu zwei Runden im Autoscooter ein. „Mehr Geld habe ich nicht“, habe er gesagt. Zunächst dachte er, dass die junge Frau in Begleitung eines Freundes sei. Es war ihr Bruder, wie sich später herausstellte. Fünf Jahre später wurde geheiratet und mit dem Bau eines eigenen Hauses begonnen.

Reinhold Reinöhl berichtet über die Situation in Uganda

Das Paar hatte mit schweren Krankheiten umzugehen. Mit Gottvertrauen schafften es beide, immer wieder aufzustehen und ihre Ziele zu verfolgen. Zum Glück für den Verein und die Kinder in Uganda.

Im Gasthaus Kreuz in Breitenbrunn, wie vor 50 Jahren, fand die Feier zur Goldenen Hochzeit statt. Selbst die damalige Wirtin weilte unter den Gästen. Der Chor sang, eine Theatereinlage und ein nachträgliches Ständchen zum 70. Geburtstag von Annemarie Reinöhl rundeten das Fest ab. Und es wäre nicht Reinhold Reinöhl, hätte er nicht über die Situation in Uganda berichtet. Nach wie vor seien beide Schulen wegen der Pandemie geschlossen. Der Verein unterstütze die Lehrer finanziell. Der Bau des Bettenhauses komme voran, wenngleich es Probleme mit der Zement-Versorgung gebe. Auf Spenden sei der Verein unverändert angewiesen.Monsignore Lawrence Ssemusu, bekannt als Pater Larry, schickte Segenswünsche aus Afrika.

Lesen Sie dazu auch: Chancen für hunderte Kinder

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