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Weiler

11.07.2018

Geköpftes Reh liegt auf einem Baum

Über einer Astgabel an diesem Baum lag das tote Kitz.
Bild: Zita Schmid

Eine Reiterin kann ihren Augen kaum trauen, als sie in Weiler in verwesendes Tier über einem Ast hängen sieht. Wer war der Mörder und vor allem: Wie kam das Kitz in diese Höhe?

Als Tina Parenica abends zu ihrer Pferdekoppel in Weiler geht, sieht sie etwas, was sie regelrecht erschaudern lässt – ihr stellen sich die Nackenhaare auf: An einem Apfelbaum gleich neben der Koppel hängt ein Reh. Der schlaffe Körper des Tieres liegt über einer Astgabel. „Beim Hinlaufen habe ich noch gar nicht gesehen, dass der Kopf des Tieres fehlt“, sagt sie im Rückblick.

Ihr erster Gedanke: Das muss ein Mensch gewesen sein. Wer sonst würde einem Reh den Kopf abtrennen und es an einen Baum hängen? Schlimme Befürchtungen schießen ihr durch den Kopf: War das die Tat eines Tierquälers, der es vielleicht auch noch auf ihre zwei Pferde abgesehen hat? Oder war es ein Trophäenjäger? Denn der Kopf des Rehs ist nirgends zu finden.

Beunruhigt von dem Gedanken, dass in dem idyllisch gelegenen Plätzchen am Wald und nahe des Ortsrandes von Weiler jemand Böses im Sinn hatte, wendet sie sich an die Polizei. Diese wiederum benachrichtigt den zuständigen Jagdpächter, der das Reh abholt und anschaut. Dessen fachmännische Begutachtung besänftigt die Pferdebesitzerin: Denn kein Mensch, sondern ein wildes Tier soll das Reh getötet haben.

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Ein großer, kräftiger Fuchs soll es gewesen sein, der dem Reh – es war noch ein Kitz mit etwa dreieinhalb Kilogramm Gewicht – den Kopf abgebissen hat. Auf Nachfrage unserer Zeitung teilt der Jagdpächter nach dem Fund mit, dass Füchse ihre Beute vom Kopf her fressen, diese dann gegebenenfalls irgendwo ablegen und später wiederkommen, um ihr Mahl fortzusetzen.

War es ein Luchs oder doch ein Fuchs?

Das Reh ist unter anderem am Bauch aufgerissen, was wiederum für ein Raubtier spreche. Ein Mensch hätte zudem ein solch flinkes und schnelles Kitz nicht fangen können und Schussverletzungen hat es laut Jäger keine. Aber wer hat das tote Tier auf den rund 1,40 Meter hohen Ast des Apfelbaums gelegt? Laut Jagdpächter ist das die zentrale Frage, die derzeit auch seine Kollegen beschäftigt. Dass ein Mensch das bereits verwesende und mit Fliegen besetzte, stinkende Kitz gefunden und auf dem Baum gelegt hat, schließt er aus. Da der Stamm des Baumes relativ schräg ist, könne er sich aber schon vorstellen, dass ein Fuchs dort hinaufkommt. Allerdings würde dieses Baumbesteigen eher auf einen Luchs schließen lassen, denn diese katzenartigen Raubtiere könnten klettern. Doch Luchse gebe es in unserer Gegend nicht – zumindest in der Theorie. Die nahegelegendste, ihm bekannte Region mit Luchsvorkommen sei bei Isny. Auch fresse ein Luchs seine Beute von hinten nach vorne – sprich von den Hinterschenkeln. Er beißt also nicht zuerst den Kopf ab. Ob es nun ein Fuchs oder gar ein Luchs war, der das Kitz getötet hat, darüber sind die Kollegen des Jagdpächters unterschiedlicher Meinung. Sicher soll aber sein, dass kein Mensch, sondern ein wildes Tier für das geköpfte Rehkitz auf dem Apfelbaum in Weiler verantwortlich ist.

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