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Unterallgäu

28.01.2015

Gelbe Säcke werden auch weiterhin nicht abgeholt

Die Unterallgäuer müssen ihren Gelben Sack bis auf Weiteres selbst zu den Wertstoffhöfen bringen.
Bild: Alexander Kaya

Unterallgäuer müssen sie mindestens bis zum Jahr 2018 selbst zum Wertstoffhof bringen.

Die Unterallgäuer müssen ihre Gelben Säcke auch künftig selbst zu den Wertstoffhöfen bringen. Das haben die Mitglieder des Kreis-Umweltausschusses beschlossen. Das Wertstoffhof-System soll demnach noch mindestens bis 2018 beibehalten werden. Bis dahin könnte es bundesweit ein neues Wertstoffgesetz geben, das sich dann auch auf die Erfassung im Unterallgäu auswirken könnte und auf das die Räte dann entsprechend reagieren wollen.

Kreisrätin Roswitha Siegert (CSU) sprach sich grundsätzlich dafür aus, das „bewährte System“ beizubehalten. Gleichzeitig gab sie aber auch zu bedenken, dass sich viele Bürger eine Abholung der Gelben Säcke wünschten, die in anderen Landkreisen durchaus üblich ist. Die Befürworter der Abholung argumentieren unter anderem mit der Umweltbelastung, wenn die Bürger die Gelben Säcke selbst mit dem Auto zum Wertstoffhof bringen.

Anton Bauer, der Leiter der Abfallwirtschaft am Landratsamt, hielt dem entgegen, dass die Gelben Säcke in der Regel zusammen mit zahlreichen anderen Wertstoffen angeliefert werden und belegte dies auch mit Zahlen: Von den 27000 Tonnen Wertstoffen, die jährlich an den Wertstoffhöfen erfasst werden, entfallen demnach lediglich 2000 Tonnen auf die Leichtverpackungen im Gelben Sack. Jeder Bürger habe es demnach selbst in der Hand, die Wertstoffentsorgung so zu organisieren, dass für die Gelben Säcke keine zusätzlichen Fahrten notwendig seien, erläuterte Bauer.

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Er befürchtet, dass bei der Einführung eins Holsystems diese Synergieeffekte wegfallen und die gesamte Wertstoffmenge zurückgehen könnte. Damit wäre der Bestand des Wertstoffhofsystems in seiner jetzigen Form gefährdet. Bauer erkennt zwar die Nutzerfreundlichkeit des Holsystems an, die sogar zu einer größeren Erfassungsmenge führen kann. Es habe sich jedoch gezeigt, dass – offenbar weil die soziale Kontrolle wie am Wertstoffhof fehlt – bei der Abholung zu gut einem Drittel Restmüll in den Gelben Säcke lande. Solche sogenannten Fehlwürfe gebe es beim Unterallgäuer System kaum.

Hinzu kommt, dass der Gebührenzahler vom Bringsystem auch finanziell profitiert: Die Abholung wäre zwar generell kostenlos, da der Kunde sie bei Produkten mit dem Grünen Punkt bereits im Laden mitbezahlt. Dem Landkreis entgingen dann jedoch die 600000 Euro, die das Duale System Deutschland ihm bisher dafür bezahlt, dass er die Leichtverpackungen an seinen Wertstoffhöfen sammelt – und die sich direkt auf die Müllgebühren auswirken. (baus)

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