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Kellmünz

19.04.2015

Gemeinde will Freifunk testen

Kellmünz will den sogenannten Freifunk vorantreiben.
Bild: Armin Schmid

Kellmünz startet mit der Piratenpartei ein Pilotprojekt in der Region bei der Datenübertragung.

Der Kellmünzer Marktgemeinderat will gemeinsam mit der Piratenpartei Neu-Ulm in Kellmünz ein Freifunk-Pilotprojekt auf die Beine stellen.

Wie der Generalsekretär der Piraten im Bezirksverband, Wilhelm Gasser, dem Ratsgremium sagte, liege Deutschland bei den frei verfügbaren Internetzugängen weit hinter Ländern wie Bulgarien oder den Philippinen zurück. Abhilfe schaffen soll ein System, das sich Freifunk nennt, eine schnelle und kostenlose WLAN-Verbindung. „Wir legen Wert darauf, dass es sich um keine kommerzielle Initiative handelt“, fügte Gasser an. In einem freien Funknetzwerk stellen alle Nutzer ihre WLAN-Router für den Datentransfer der anderen Teilnehmer zur Verfügung. Im Gegenzug können diese Nutzer ebenfalls Daten übertragen. In diesem Fall wäre es so, dass die Marktgemeinde einen Internetanschluss zur Verfügung stellen müsste. Über die WLAN-Router der teilnehmenden Bürger wird das DSL-Signal dann weitergegeben. Ein Problem dabei ist, dass die Reichweite der Funkübertragung begrenzt ist.

Der Rechtsanwalt Falk-Peter Hirschel erläuterte, dass man die Störerhaftung mit diesem System beziehungsweise durch das sogenannte Provider-Privileg umgehen kann. Das bedeutet, dass der Überbringer inhaltlich nicht für die überbrachte Nachricht einstehen muss, die er übermittelt, aber nicht selbst erstellt.

Bürgermeister Michael Obst bekräftigte, dass der Freifunk gut für Bereiche ist, in denen es bislang noch kein WLAN gibt. Beispielsweise könne auf diese Weise die Wasserversorgung überwacht werden. Größere Städte bieten Freifunk bereits an. Der Bürgermeister meinte im Hinblick auf die Sicherheit und den Missbrauch, dass deren Verwaltungen das System bereits eingehend geprüft haben. Man könne deshalb davon ausgehen, dass auch Kellmünz diese Technik installieren und nutzen kann. Rat Manfred Funke erkundigte sich nach der Reichweite der Signalübertragung. Wilhelm Gasser sagte, dass alle 100 bis 200 Meter ein Router stehen müsste. Marktrat Christian Anders gab zu bedenken, dass dafür die Zustimmung der Hausbesitzer nötig sei. Der Bürgermeister erläuterte, dass der Kirchturm ein freies Sichtfeld bieten würde, mit dem ein großer Ortsbereich abgedeckt werden kann. Ratsmitglied Christian Saueressig bekräftigte, dass die Bevölkerung gut informiert werden muss, um entsprechende Akzeptanz zu erhalten.

Michael Obst schlug vor, das Pilotprojekt voranzutreiben, in die Versuchsphase einzutreten um dann sehen zu können, ob Probleme auftreten. Das Ratsgremium stimmte mehrheitlich dafür, das Freifunk-Angebot der Piratenpartei anzunehmen. Die Piratenpartei stellt die ersten zehn Router zur Verfügung. Der Marktrat steuert 500 Euro Startkapital bei. (sar)

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