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Kettershausen

02.01.2014

Gemeinderäte schießen gegen Janowsky

Gabriele Janowsky
Bild: privat

Mandatsträger werfen Bürgermeisterin Lügen und Inkompetenz vor

Nach der Nominierungsversammlung der Freien Wählergemeinschaft Kettershausen haben Zweiter Bürgermeister Clemens Winter und die Gemeinderäte Andreas Stiegeler, Marianne Rugel, Alexander Walter, Anton Bader, Paul Gottner und Franz Raffler scharfe Kritik an der Bürgermeisterin Gabriele Janowsky geäußert und einen Brandbrief an die IZ gesandt. In deutlichen Worten werfen sie ihr Untätigkeit, Inkompetenz und unwahre Aussagen vor.

Janowsky hatte bei der Versammlung auf drei Jahre im Amt zurückgeblickt, in denen ihrer Meinung nach viel bewegt worden ist. Dem sei nicht so, erklären hingegen die Verfasser des Schreibens: „Als langjährige Gemeinderäte können wir behaupten, dass der Großteil dieser Projekte (DSL-Anschluss, Kindergartenrenovierung) bereits von ihrem Vorgänger Josef Höld in die Wege geleitet wurde. Janowsky musste sie nur noch abschließen.“

Die Bürgermeisterin beklage „fehlende Akzeptanz“ im Gemeinderat. Diese sei darauf zurückzuführen, dass Janowsky den Rat mehrmals belogen habe. Es seien Zuschläge und Stundenerhöhung für Gemeindearbeiter ohne Beschluss des Gemeinderats gewährt worden. Ferner habe es eine versuchte Beeinflussung verschiedener Gemeinderäte bei der Abstimmung eines kritischen Bauantrags und Unehrlichkeiten bei der Aufstellung des Haushaltsplans 2011 gegeben.

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Die Bürgermeisterin habe die Kanalarbeiten im Baugebiet Zaiertshofen für 25000 Euro eigenmächtig vergeben. Sie informiere den Gemeinderat – wenn überhaupt – erst im Nachhinein. „Bürgermeisterin Janowsky nimmt viele Projekte euphorisch in Angriff, lässt sie aber bald wieder fallen, zum Beispiel das notwendige zweite Standbein für die Wasserversorgung“, so die Räte. Nachdem für die Sanierung der Bebenhauser Quellen bereits 45000 Euro für Bodenuntersuchungen, Schürfungen, Pumpversuche und Waldrodungen ausgegeben worden seien, habe Janowsky dieses Projekt einfach „in die Schublade gesteckt“ und erst auf Nachfrage des Gemeinderats wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Janowsky stoße immer wieder neue Vorhaben an, ohne sich der angespannten finanziellen Situation der Gemeinde bewusst zu sein. „Da Janowsky überhaupt keinen Überblick über die finanzielle Lage unserer Gemeinde hat, befürchten wir, dass – falls sie so weiter macht – unsere Gemeinde in absehbarer Zeit bankrott ist“, so der Vorwurf.

Das Baugebiet „Kirchenäcker 2“ sei zwar erschlossen, aber bis heute noch nicht komplett abgeschlossen. Nachdem Janowsky die Vermessung des Baugebiets ewig hinausgezögert habe, sei bis zum heutigen Zeitpunkt kein einziger Bauplatz verkauft. Die Gemeinde habe bereits viel Geld für die Finanzierung ausgegeben, wodurch sich die Bauplätze laufend verteuern würden.

Auch bei der Grundschulsanierung lassen die Kritiker kein gutes Haar an der Bürgermeisterin. Sie rühme sich, diese vorangebracht zu haben. Stattdessen habe sie das Projekt stetig blockiert und Maßnahmen, die der Gemeinderat bereits beschlossen habe, nicht umgesetzt.

Auch auf den Amtsstatus der Bürgermeisterin gehen die Verfasser des Briefs ein. Janowskys Ansicht nach seien die für dieses Ehrenamt zur Verfügung stehenden 20 Stunden pro Woche und eine Ehrenamtsentschädigung in Höhe von 3200 Euro brutto für ihre Arbeit zu niedrig angesetzt. Bereits zweimal habe sie im Gemeinderat vehement eine Erhöhung der Entschädigung gefordert. „Wenn sie nur diese 20 Stunden pro Woche im Gemeindeamt ihrer Arbeit nachginge, könnte sie die anfallenden Arbeiten spielerisch erledigen“, sind die Kritiker überzeugt und verweisen auf Josef Höld, der große Vorhaben zügig abgearbeitet habe. Janowsky habe mehrmals öffentlich versichert, im Falle ihrer Wahl „rund um die Uhr – 24 Stunden“ für die Gemeinde da zu sein. Stattdessen sei bei Krankheit der Sekretärin meistens das Gemeindeamt geschlossen.

Nicht wahr sei auch die Behauptung Janowskys, sich über das Bürgermeisteramt in Kellmünz und Erkheim „informiert“ zu haben. Vielmehr habe sie sich beworben. Das sei ihnen aus verlässlicher Quelle bekannt, erklären die Gemeinderäte. „Dass sie sich jetzt auf einmal wieder für den Kettershauser Bürgermeisterstuhl interessiert, ist allein auf Absagen der Gemeinden zurückzuführen“. Kettershausen sei für Janowsky nur zweite Wahl.

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