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Babenhausen

19.06.2020

Geplante Projekte: Markträte prangern Informationsdefizit an

Sanierungspläne für brachliegende Gebäude auf dem Gelände des Fuggerschlosses in Babenhausen werden derzeit erstellt.
Bild: Archivfoto Fritz Settele

Plus Lokalpolitiker kritisieren verspätete Auskünfte zu den geplanten Projekten auf dem Babenhauser Schlossareal. Andere verteidigen die Vorgehensweise.

Da wurde der Tonfall kurz etwas ruppiger: Nach dem Bericht des Bürgermeisters zum aktuellen Stand in Sachen Zehentstadel und Kita im Schloss äußerte Marktrat Walter Kalischek ( Freie Wähler) Kritik. „Ich bemängele, dass die Informationen erst jetzt zur Verfügung gestellt werden“, sagte er und warnte vor einem ungleichen Kenntnisstand innerhalb des Marktrats und vor Gerüchten innerhalb der Bürgerschaft. Otto Göppel ( CSU) rechtfertigte die Vorgehensweise.

Aus Kalischeks Sicht hätten insbesondere die neu ins Gremium gewählten Markträte und die Bürger „längst ein Anrecht auf Informationen aus erster Hand gehabt“. Dass das Thema die Babenhauser interessiert, auch umtreibt, darauf deuteten unter anderem Leserbriefe hin, die unsere Redaktion auf Berichte hin erreicht hatten. Kalischek regte an, bei den Vorhaben auf dem Schlossareal „ein Mittel aktiver Bürgerbeteiligung“ anzuwenden.

Eine Bürgerinformation war geplant - dann kam Corona

Göppel ließ die Vorwürfe nicht unkommentiert stehen. „Ich halte mit nichts hinter dem Berg“, sagte er und verwies auf die zuvor gelieferten Informationen, die teils erst seit Kurzem vorlägen. Über die Projekte sei in der vergangenen Amtsperiode „im Ratsgremium sehr wohl ausführlich gesprochen worden“. Kalischek sitze erst seit Mai im Marktrat. Dritter Bürgermeister Christian Pfeifer (CSU) sprang in die Bresche. Jedes Ratsmitglied habe die Möglichkeit, sich mit Fragen an das Rathaus zu wenden. Wer neu im Amt ist, könne sich zudem innerhalb der Fraktionen über bisherige Gespräche unterrichten lassen. Andreas Birk (CSU) schlug eine Klausurtagung vor, um den neuen Markträten – die immerhin fast die Hälfte des Gremiums ausmachen – laufende Projekte vorzustellen.

Geplante Projekte: Markträte prangern Informationsdefizit an

Weiter erklärten Göppel und Pfeifer, dass es zusammen mit dem fürstlichen Haus bereits geplant war, die Bürger zu informieren, aber: „ Corona kam dazwischen – das soll jetzt keine Entschuldigung sein“. Generell sei eine Information auch erst dann sinnvoll, wenn Fakten vorliegen. Das sah Benedikt Neubauer (Grüne) anders: „Auch die Information, dass es noch keine Information gibt, ist wichtig für die Bürger.“ Zweiter Bürgermeister Dieter Miller (FW) unterstrich, wie wichtig es nun sei, die Vereine nach ihrem Bedarf zu fragen – auch wenn es sich um keinen „Wunschzettel“ handele und auch über eine Kostenbeteiligung nachzudenken sei.

Alexander Graf Fugger kann die Frustration der Bürger verstehen

Kalischek äußerte außerdem Unverständnis darüber, dass CSU-Abgeordnete „Druck aufbauen“, was die Umsetzung der Zehentstadel-Pläne angeht (mehr dazu lesen Sie hier: Ist Babenhausen zu zögerlich beim Thema Zehentstadel?). Auch Dieter Miller nannte dies ungünstig. Bürgermeister Göppel vermutet eine gewisse Erwartungshaltung dahinter, da Zuschüsse in der Haushaltsplanung berücksichtigt wurden. Pfeifer dazu: „Unter Druck setzen lassen wir uns nicht. Wir brauchen Fakten und Zahlen und treffen dann Entscheidungen.“

Ebenfalls bei der Sitzung zugegen war Alexander Graf Fugger. Er erklärte, die „Frustration der Bürger“ zu verstehen. Bei den Finanzierungsmodellen handele es sich um eine hochkomplexe Sache, die viel Zeit in Anspruch genommen hat. „Seit Mai wissen wir die Eckpfeiler der Förderung und jetzt geben wir Gas.“

Mehr über die Projekte auf dem Schlossareal in Babenhausen lesen Sie hier:

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